Rheumatologische Ambulanz

Das Leistungsspektrum umfasst die Diagnostik und Betreuung von Kindern mit Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis.

Ambulanzsprechzeiten nach Voranmeldung

Dienstag, Mittwoch und Donnerstag   09.00 - 12.00
Mittwoch auch                                     13.30 - 16.30


Ansprechpartner

Ambulanzärzte:
Dr. Vera Hörner (Fachärztin)
Dr. Michael Karremann (Facharzt)
Dr. Gregor von Komorowski (Funktionsoberarzt)
 
Zuständiger Oberarzt:
PD Dr. Matthias Dürken
 
Ambulanzschwester:
Rita Wiesler

Terminvergabe
Patientenservicecenter der Kinderklinik        0621 383 1330

 

Information der Rheumatologischen Ambulanz an der Universitäts-Kinderklinik Mannheim

Ich habe Rheuma, mein Kind hat Rheuma! Diese Nachricht ist für Patienten und Eltern zunächst erschreckend. Rheuma ist keine Frage des Alters. Auch Kinder und Jugendliche können – dann häufig lange Zeit unerkannt – an rheumatischen Beschwerden leiden. Unter dem Begriff „Rheuma“ fasst man verschiedene schmerzhafte Erkrankungen des Bewegungsapparates zusammen. Rheuma im Kindesalter unterscheidet sich in vielen Punkten von einer Rheumaerkrankung beim Erwachsenen. Betroffene Kinder benötigen deshalb eine Betreuung durch erfahrene Kinderärztinnen und Kinderärzte. Eine Rheumaerkrankung im Kindesalter bedarf oft einer jahrelangen Behandlung. Sie kann aber heute in den allermeisten Fällen so gut behandelt werden, dass die Patienten beschwerdefrei sind.

Bei der Behandlung der Erkrankung möchten wir den Patienten, ihren Eltern und den behandelnden Kinderärzten eine Hilfe sein. An der Kinderklinik Mannheim haben wir deshalb eine spezielle Sprechstunde eingerichtet, um Ihnen mit Rat und medizinischer Kompetenz zur Seite zu stehen. Ihre Ansprechpartner in unserer Rheumasprechstunde sind Dr.  Vera Hörner, Dr. Michael Karremann und Dr. Gregor von Komorowski.

Im Folgenden haben wir für Sie einige kurze Informationen zusammengestellt zum Verständnis der Rheumatischen Erkrankungen im Kindesalter. Daneben finden Sie wichtige Hinweise über unsere Arbeit in der Rheumaambulanz. Hilfreiche Adressen, um sich weitergehend informieren zu können, finden Sie am Ende unsere Zusammenstellung.

Mit freundlichen Grüßen und dem Wunsch auf baldige und gute Genesung

PD Dr. Matthias Dürken

Oberarzt der Kinderklinik

Was ist Rheuma?

Unter dem Begriff „Rheuma“ fasst man verschiedene schmerzhafte Erkrankungen des Bewegungsapparates zusammen. Hier möchten wir nur die für das Kindesalter zwar seltenen aber typischen chronischen Rheumaformen besprechen. Das wichtigste Krankheitszeichen dieser Erkrankungen ist die Arthritis. Arthritis bedeutet Gelenkentzündung. Die Entzündung im Gelenk führt zu Schwellung, Überwärmung, Schmerzen und Bewegungseinschränkung. Folge der Arthritis kann eine dauerhafte Gelenkschädigung sein. Die Ursache und Entstehung von Rheuma ist noch nicht ganz geklärt. Neben einer angeborenen Veranlagung spielt eine Fehlsteuerung des eigenen Immunsystems meist infolge einer falschen Reaktion auf einen Infekt eine entscheidende Rolle. Bei dem entstehenden Autoimmunprozess bekämpft das körpereigene Abwehrsystem plötzlich Bestandteile des Gelenksystems. Einzelne Krankheitsschübe können durch Unfälle oder starke psychische Belastung ausgelöst werden. Am häufigsten beginnt die Erkrankung aber ohne erkennbaren äußeren Anlass.

Welche Form von Rheuma hat mein Kind?

Es gibt 7 typische Formen. Offiziell spricht man von den verschiedenen Formen der Juvenilen Idiopathischen Arthritis (JIA).

Systemische Arthritis (Morbus STILL)

Betrifft das Kleinkind. Die Erkrankung beginnt mit hohem Fieber, das über Wochen täglich wiederkehrt. In der Regel tritt mit dem Fieber ein Hautausschlag und eine Schwellung der Lymphknoten auf. Leber und Milz sind häufig vergrößert. Gelenkschwellungen treten z.T. erst im späteren Verlauf der Erkrankung auf. Häufig sind dann viele große und kleine Gelenke betroffen.

Oligoarthritis

Beginnt im Kleinkindesalter und betrifft typischerweise Mädchen. Es sind nur 1-4 Gelenke asymmetrisch betroffen. Meist sind die Knie- und Sprunggelenke betroffen. Eine Besonderheit bei dieser Rheumaform ist die mögliche Augenbeteiligung mit Ausbildung einer Iridozyklitis (Entzündung der Regenbogenhaut des Auges). Es sind deshalb häufige und regelmäßige augenärztliche Kontrollen notwendig.

Rheumafaktor-negative Polyarthritis

Hier sind mehr als vier Gelenke symmetrisch (beide Körperhälften gleich) betroffen. Befallen sind die großen Gelenke (Schultern, Ellenbogen, Knie usw.) sowie die Finger– und Zehengelenke. Häufig kommt es auch zu Sehnenscheidenentzündungen. Der Rheumafaktor ist im Blut nicht nachweisbar.

Rheumafaktorpositive Polyarthritis

Sie ist im Kindesalter sehr selten und betrifft vorwiegend Mädchen am Beginn der Pubertät. Nahezu alle Gelenke und Sehnenscheiden erkranken. Der Rheumafaktor ist im Blut nachzuweisen. Gelegentlich treten auch entzündliche Veränderungen an den Blutgefäßen auf (Vaskulitis).

Enthesitis assoziierte Arthritis

Betroffen sind meist Jungen über 6 Jahre. Meist sind nur 1 oder 2 Gelenke betroffen. Es kommt häufig zu Entzündungen an den Ansatzstellen der Sehnen (v.a. an der Achillessehne). Typisch im späteren Verlauf der Erkrankung ist die Entzündung des Kreuzbein-Becken-Gelenks. Eine Iridozyklitis kann begleitend auftreten, sie äußert sich jedoch durch deutliche Schmerzen. Eine vererbbare Bereitschaft lässt sich durch den Nachweis des genetischen Merkmals HLAB27 zeigen.

Weitere Formen der juvenilen idiopathischen Arthritis sind die Psoriasis-Arthritis, Undifferenzierte Arthritis (nicht nach diesen Kriterien einzuordnende  Arthritisformen) und Mischformen aus den obengenannten Typen.

Wie wird Rheuma behandelt?

Die zwei wichtigen Behandlungsäulen in der Therapie von Rheumaerkrankungen sind die Physiotherapie (Krankengymnastik) und die medikamentöse Therapie. Die Physiotherapie kann in der Regel ambulant, meist direkt an Ihrem Wohnort, durchgeführt werden.

Auch die medikamentöse Behandlung erfolgt in der Regel ambulant. Zu den Medikamenten, die wir bei der Behandlung des kindlichen Rheumas häufig einsetzen, haben wir eigene Infoblätter angelegt.

 

Direkt antientzündlich wirkende Medikamente (NSAR)   

z.B. Ibuprofen, Indometacin, Diclofenac, Naproxen. Sie sind die meist zuerst verwendeten Medikamente.

 

Langwirksame Rheumamedikamente

 z.B. Methotrexat, Azathioprin, Sulfasalzin

Sie ergänzen die NSAR, wenn deren alleinige Wirkung nicht ausreicht. Sie führen zu einer Beeinflussung des fehlerhaft funktionierenden Immunsystems.

 

Cortisonpräparate

z.B. Prednison, Prednisolon

Sie wirken antientzündlich und beeinflussen das Immunsystem. Bei schweren Schüben und bis zum Wirkungsbeginn der Basistherapeutika müssen sie gelegentlich eingesetzt werden.

 

Biologicals

z.B. Etanercept, Anakinra

Relativ neue Medikamentengruppe, die die Wirkung einzelner körpereigener Moleküle blockiert, die im Entzündungsgeschehen der Rheumaerkrankung eine wichtige Rolle spielen. Diese Medikamente werden eingesetzt, wenn andere Wirkstoffe nicht ausreichend wirken. Diese Medikamente müssen wöchentlich bis täglich unter die Haut gespritzt werden..

Wie verläuft eine Rheumaerkrankung?

Die Prognose für die kindliche Arthritis ist deutlich günstiger als im Erwachsenenalter. Unser Ziel ist die völlige Wiederherstellung der Gelenkfunktionen. Dazu muss man den Entzündungsprozess durch Medikamente zu Ruhe bringen und gezielt krankengymnastisch behandeln. Die dauerhafte Zusammenarbeit mit Ihnen, dem betreuenden Kinderarzt und Krankengymnasten ist uns deshalb sehr wichtig.

Hilfreiche Adressen

Notfallaufnahme der Kinderklinik Mannheim, Haus 29-1, Theodor-Kutzer-Ufer, 68135 Mannheim, Tel.: 0621 383 2504

Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V., Maximilianstraße 14, 53111 Bonn, Tel.:  0228 7667080

Rheuma-Liga Baden Württemberg e.V., Kaiserstraße 18, 76646 Bruchsal, Tel.:  07251 91620

Wissenswertes

 Traditionell ist in Mannheim die Rheumatologische Ambulanz eng mit der Abteilung für Onkologie und Hämatologie und mit der Hämatologisch-Onkologischen Ambulanz, in deren Räumen auch die Sprechstunde stattfindet, verbunden. Sind  stationäre Behandlungen wegen einer rheumatischen Erkrankung notwendig so geschieht dies in Regel auf der onkologischen Station 31-4.


Inhaltlich verantwortlich gemäß § 6 MDStV ist der/die jeweilige Direktor/in bzw. Leiter/in der Einrichtung.

Universitätsmedizin Mannheim
Klinikum Mannheim GmbH
Universitätsklinikum
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