Operative Dermatologie

Gebäude 27, Ebene 0
Leitung: OA PD Dr. C.-D. Klemke
Stellvertreter: OA PD Dr. J. Faulhaber
OP-Team: Dr. M. Schmitt, Dr. M. Mazinani, Dr. M. Heck

Termine nur nach Vereinbarung
Mo.–Fr. 08:00 – 17:00 Uhr          

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Tumorchirurgie – Behandlung von Hauttumoren

Die Tumoren der sichtbaren Haut und der Schleimhäute sind in den vergangenen Jahren beständig auf dem Vormarsch. Dies hat einerseits mit der erhöhten Dosis an UV-Licht zu tun, der wir uns aussetzen, andererseits mit dem steigenden Lebensalter, da viele Tumoren bevorzugt erst im höheren Lebensalter auftreten.

Der Dermatologe ist der kompetente Partner für die Diagnose und Therapie dieser Tumoren. Die operative Behandlung von Hauttumoren ist ein Schwerpunkt unserer Klinik. Wir führen jährlich über 5.500 ambulante und stationäre Eingriffe durch. Hierbei reicht das Spektrum von der einfachen Probeentnahme, auch Hautbiopsie genannt, bis zur aufwändigen plastischen Defektdeckung. Die meisten Eingriffe, auch größere Operationen, werden in örtlicher Betäubung durchgeführt, nur ein sehr kleiner Anteil erfordert eine Vollnarkose. Die Nachbehandlung erfolgt ambulant oder stationär. Zu sämtlichen Fragen um die Operation berät sie Ihr behandelnder Arzt oder ein Mitglied des OP-Teams – fragen Sie uns!    

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Hautbiopsie

Die Entnahme einer kleinen Hautprobe erfolgt meist zur Sicherung einer Diagnose. Ziel ist es, einen kleinen Stanzzylinder aus dem betroffenen Hautareal zu gewinnen, der anschließend mikroskopisch untersucht wird. Der kleine Defekt (ca. 3-4 mm Durchmesser) wird mit einer Naht verschlossen. Dieser Eingriff wird in örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. Schmerzen treten anschließend nahezu keine auf.  

Tumorentfernung

Bösartige Tumoren müssen entfernt werden, um ein weiteres Wachstum oder eine Streuung des Tumors in Tochtergeschwülste zu verhindern. Der Eingriff erfolgt meist in örtlicher Betäubung. Sehr häufig kommen sogenannte „zweizeitige Verfahren“ zur Anwendung, bei denen am ersten Termin lediglich der Tumor entfernt wird und die Wunde mit einer Kunsthaut vorübergehend abgedeckt wird. Das entnommene Gewebestück wird mikroskopisch untersucht, ob alle Tumoranteile entfernt worden sind. Dieses Verfahren nennt man histographisch kontrollierte Chirurgie. Wesentliche Vorteile sind ein deutlich geringeres Risiko, daß an gleicher Stelle der Tumor aus verbliebenen Resten neuerlich wächst, und eine Minimierung der Defektgröße, da nur befallene Hautanteile entfernt werden. Nachteilig ist der erhöhte Zeitbedarf, da die Operation eventuell mit mehreren Nachschnitten durchgeführt werden muß, bis sicher alle Tumoranteile entfernt sind. Erst dann wird der endgültige Defektverschluß vorgenommen.      

Defektdeckung

Die einfachste Art der Defektdeckung ist die primäre Naht, also das Aneinanderfügen der beiden Schnittränder durch Nähte. Bei größeren Defekten ist diese Methode nicht mehr durchzuführen, da es sonst zu Verziehungen und Falten käme. In diesem Fall kann man zum Beispiel Nahlappenplastiken anwenden. Dies sind Operationen, bei denen aus der direkten Nachbarschaft des Defektes ein Hautareal gelöst und an den Ort des Defektes verschoben wird. Mit Fernlappenplastiken bezeichnet man Techniken, bei denen die eingesetzte Haut aus einem entfernteren Areal stammt. Dies ist zum Beispiel bei Hauttransplantationen oder bei freien Lappenplastiken der Fall.

Besondere Verfahren der Defektdeckung

Besonders große Defekte machen besondere Verfahren zur Defektdeckung nötig, die über das übliche operative Spektrum hinausgehen, wobei jeder Defekt eine individuelle Beurteilung und Entscheidung notwendig macht.  

Einige Verfahren sollen kurz vorgestellt werden:  

1.  Hautersatzpräparate: Hierbei handelt es sich um künstliche Materialien, die über einen befristeten Zeitraum Haut ersetzen können, bzw, zu eigener Haut umgebaut werden. Diese Materialine können mit gutem Erfolg bei großen Defekten am Schädel auch mit freiliegendem Knochen eingesetzt werden.

2. Vakuumversiegelung: Die Vakuumversiegelung ist ein Verbandssystem, welches mit Schaumstoffen als Wundauflage arbeitet. Das Besondere ist ein Unterdruck, der an diese Verbände angelegt wird. Dieses Verbandsverfahren wird bei großen Defekten, stark nässenden Wunden oder auch freiliegenden Sehnen eingesetzt.

3. Raffnähte: Dieses OP-Verfahren kommt bei ausgedehnten Weichteildefekten zum Einsatz. Die auseinanderklaffenden Wundränder werden mit Nähten unter Zug gesetzt, dieser kontinuierliche Zug führt zu einer Dehnung der Haut, so daß der Defekt kleiner wird. Über entsprechendes Nachspannen kann eine starke Verkleinerung von Defekten bis hin zu vollständigen Verschlüssen erreicht werden.  

Publikationen:  

Koenen W, Kurzen H, Goerdt S, Faulhaber J: Defect reduction by serial tightening of loop sutures. J Dtsch Dermatol Ges. 2007 Apr;5(4):330-331 

Koenen W, Goerdt S, Faulhaber J: Removal of the outer table of the skull for reconstruction of full thickness scalp defects with a dermal regeneration template. Dermatol Surg. In Press  

Koenen W: Schichtübergreifende Defekte mit freiliegendem Knochen – Therapeutische Optionen. In: Fortschritte der operativen Dermatologie. In press.  

Koenen W: Ästhetische Ergebnisse nach schichtübergreifenden Defekten am Schädel. Vortrag, Tagung der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie in Deutschland, Mannheim, 09.09.2006

Schildwächterlymphknoten-Entnahme (Sentinel node biopsie)

Jedes Hautareal wird von bestimmten Lymphknoten „überwacht“. Daher ist damit zu rechnen, daß bei einer Streuung von Tumorzellen über den Lymphweg, wie es für den Schwarzen Hautkrebs (Melanom) und einige andere Tumoren typisch ist, sich die Tumorzellen zuerst im zuständigen Wächter-Lymphknoten absiedeln. Ziel der Entfernung dieses Wächter-Lymphknotens ist, im Rahmen einer mikroskopischen Untersuchung Tumorzellen bzw. das Fehlen von Tumorzellen nachzuweisen. So läßt sich eine bessere Aussage zum weiteren Fortgang der Erkrankung machen, außerdem ist das Ergebnis Grundlage der Entscheidung über die weitere Therapie.

In einem ersten Schritt wird der Lymphknoten markiert, hierzu werden gewöhnlich zwei Verfahren kombiniert, um die Verlässlichkeit zu erhöhen. Einerseits wird vor der Operation ein radioaktives Material am befallenen Hautareal eingespritzt, welches sich im Wächter-Lymphknoten anreichert und nach wenigen Tagen wieder abgebaut ist. Andererseits wird direkt vor Beginn der Operation im gleichen Verfahren ein blauer Farbstoff gespritzt, der den Lymphknoten sichtbar färbt. Der Lymphknoten wird über einen kleinen Schnitt entfernt, die Operationswunde direkt verschlossen.

 

Akne inversa

Die Akne inversa ist eine chronisch verlaufende, zur Schwerbehinderung führende entzündliche Hauterkrankung, die in den haartragenden Körperfalten auftritt. Sowohl die Erforschung der Krankheitsentstehung (Pathogenese) als auch die Behandlung der Erkrankung stellen einen besonderen Schwerpunkt an unserer Klinik dar. Wir bieten eine umfassende Betreuung für die unterschiedlichen Krankheitsstadien an, die auch die operative Behandlung der betroffenen Areale einschliesst. Hierbei werden vorhandene Fistelgänge, Narbenstränge und Eiterhöhlen (Abszesse) herausgeschnitten. Unter Anwendung moderner Wundverbände heilen die entstandenen Hautdefekte je nach Größe innerhalb von 4-8 Wochen ab. Während dieser Phase ist eine enge Betreuung ganz besonders wichtig, um Wundinfektionen oder die Ausbildung von bewegungseinschränkenden Narbensträngen zu vermeiden. In der Regel dauert der stationäre Aufenthalt zwischen 5 und 10 Tagen. Die Operation selber kann in einert ausgedehnten örtlichen Betäubung (Tumeszenz-Lokalanästhesie) oder auf Wunsch in Vollnarkose stattfinden.

Mehr Info unter www.akne-inversa.de , http://akneinversa.eu und/oder http://akneinversa.aktiv-forum.com

Publikationen:  

Kurzen H; Jung EG, Hartschuh W, Moll I, Franke WW: Forms of epithelial differentiation of draining sinus in acne inversa. Br J Dermatol. 1999; 141:231-239  

Kurzen H, Schönfelder-Funcke S, Hartschuh W: Surgical treatment of Acne inversa at the University of Heidelberg. Int J Coloproct. 22(2): 76-80, 2000.  

Hana A, Frongia G, Gratchev A, Goerdt S, Kurzen H: Neue Erkenntnisse zur Pathogenese der Akne inversa. Vortrag, Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, Dresden, 27.04.2007

Kurzen H, Hana A, Zouboulis C, Marsch W, Paus R, Hartschuh W: Neue Aspekte der Pathogenese und Therapie der Akne inversa (Hidradenitis suppurativa). In: Fortschritte der operativen Dermatologie. In press.  

Hinweise für OP-Patienten

Vor einer Operation gibt es verschiedene Dinge zu bedenken und zu planen:

 

Einwilligung: Der Patient muß in den Eingriff einwilligen. Dies können nur Patienten, die einwilligungsfähig sind. Verwirrte Menschen benötigen für planbare Eingriffe die Einwilligung ihres Betreuers oder aber den Entscheid des Vormundschaftsgerichtes.

Blutverdünnende Medikamente: In wie weit Medikamente die Blutungsneigung erhöhen, und wie hoch das Blutungsrisiko eines Eingriffes ist, besprechen wir gerne in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen. Wenn blutverdünnende Medikamente abgesetzt werden müssen, kann es notwendig sein, stattdessen z.B. Heparin zu spritzen. Blutverdünnende Medikamente sind zum Beispiel: Marcumar, Aspirin, ASS, Godamed oder Togal ASS. Schmerzmittel ohne Wirkung auf die Blutgerinnung sind zum Beispiel: Paracetamol oder Ibuprofen.

Vollnarkosen: Vor Vollnarkosen müssen Nüchternheitsgrenzen eingehalten werden. Der aufklärende Narkosearzt informiert Sie, ab wann Sie nichts mehr essen, trinken und rauchen dürfen. Die Einnahme bestimmter Medikamente wie zum Beispiel Metformin (Glucophage, Mescorit, Metformin, Siofor) muß vor Vollnarkosen pausiert werden. Näheres erfahren Sie vom Narkosearzt. Halten Sie bitte eine aktuelle Verordnungsliste Ihrer Medikamente bereit!

Terminprobleme: Sollten Sie Schwierigkeiten haben, einen vereinbarten Termin einzuhalten, melden Sie sich bitte umgehend telefonisch im Callcenter (0612/383-2282) oder bei kurzfristiger Verhinderung am OP-Tag im OP (0621/383-2565).

Notfälle: Bei Notfällen erreichen Sie das Callcenter tagsüber unter Telefon 0621/383-2282. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den diensthabenden Arzt über die Station unter Telefon 0621/383-2341 oder 0621/383-2342.

 


Inhaltlich verantwortlich gemäß § 6 MDStV ist der/die jeweilige Direktor/in bzw. Leiter/in der Einrichtung.

Universitätsmedizin Mannheim
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