In der hiesigen Chirurgischen Universitätsklinik werden sämtliche operativ zugängliche endokrinen Organe therapiert. Zur Indikationsstellung und Nachbehandlung ist eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem zuweisenden Kollegen bzw. Endokrinologen von entscheidender Bedeutung da fast jede endokrinologische Erkrankung im Kontext mit dem betroffenen Patienten eine sehr spezielle Konstellation aufweist.
Neben den „klassischen“ endokrinen Organen Schilddrüse, Nebenschilddrüse und Nebenniere richtet sich unser Schwerpunkt auch auf die seltenen endokrinen Tumore des gastro-enteropankreatischen Systems wie Karzinoid, Gastrinom, Insulinom, Vipom und Glukagenom – vor allen Dingen in Zusammenhang mit den multiplen endokrinen Neoplasien ( MEN I,  IIa,  IIb ).

  • Schildrüse
    • Regeleingriff stellt die subtotale Resektion (ein oder beidseitig) dar. Bei Malignitätsverdacht oder entsprechend knotigem Lokalbefund erfolgt die totale Thyroidektomie.
      Die Darstellung der Nn. recurrentes. incl. Neuromonitoring ist obligater Standard.
  • Nebenschildrüse
    • beim primären und sekundärem Hyperparathyroidismus wird intraoperativ
      der Parathormonschnelltest angewandt der 20 min nach Resektion des Adenoms bzw. der hyperplastischen Epithelkörperchen ein zuverlässiges Kontrollinstrument auf Vollständigkeit darstellt. Der Eingriff wird zunehmend minimal invasiv videoassestiert incl. einer hier entwickelten Methode des fluoreszierenden Epithelkörperchens  zur erleichterten Lokalisation durchgeführt
  • Nebenniere
    • die offene Resektion der Nebenniere ist mittlerweise ein sehr seltener Eingriff,
      fast alle Eingriffe werden entweder retroperitonoskopisch  ( = minimal invasiver Zugang über die Flanke rein extraperitoneal ) oder laparoskopisch transperitoneal durchgeführt. Auch maligne Befunde geringer Größenausdehnung können so reseziert werden.


Die Tumore des gastroenteropankreatischen Systems werden je nach Lokalisation nach onkologischen Kriterien incl. der Lymphadenektomie therapiert. Dabei stellt  insbesondere das Gastrinom bei häufig multizentrischem Auftreten hohe Ansprüche an die Radikalität der Resektion so dass im Regelfall das sog. Gastrinomdreieck, die Region in der die meisten Gastrinome zu finden sind, mittels der Whippel`schen OP saniert wird.


Inhaltlich verantwortlich gemäß § 6 MDStV ist der/die jeweilige Direktor/in bzw. Leiter/in der Einrichtung.

Universitätsmedizin Mannheim
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