Kompetenzzentrum für Pankreaserkrankungen der DGAV

Seit 1. April 2011 ist die Chirurgische Klinik der UMM das erste zertifizierte Kompetenzzentrum für Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen in der Rhein-Neckar-Region. Zusammen mit den Partnerkliniken und –instituten, wie Gastroenterologie, Onkologie, Radiologie, Strahlentherapie und Pathologie, ist es neben Stuttgart das einzige offiziell zertifizierte Pankreas-Kompetenzzentrum in Südwestdeutschland.

In Kompetenzzentren für chirurgische Erkrankungen des Pankreas wird das gesamte Spektrum der Diagnostik, der konservativen und operativen Therapien der Bauspeicheldrüsen abgedeckt. Die langjährige Erfahrung der Chirurgischen Klinik, vertreten durch Prof. Dr. Stefan Post (Klinikdirektor) und Prof. Dr. Marco Niedergethmann (Geschäftsführender Oberarzt), die hohe klinische und wissenschaftliche Expertise unseres interdisziplinären Teams sind ein Garant für eine optimale Behandlung unserer Patienten in einem menschlichen und fürsorglichen Umfeld.

Das Pankreaskompetenzzentrum der UMM zählt mit seinen erfahrenen Ärzten und Spezialisten zu den international profiliertesten Behandlungszentren für gut- und bösartige Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Durch die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit bietet die UMM seit über 30 Jahren Patienten mit Pankreaserkrankungen eine bestmögliche und individuell abgestimmte Therapie auf der Basis des aktuellen wissenschaftlichen Standes.

Pankreaskarzinom

  • Chirurgische Therapie des Pankreaskarzinoms seit Beginn der 70er Jahre Schwerpunkt der Chirurgischen Klinik (pyloruserhaltende partielle Pankreatikoduodenektomie, Pankreaslinksresektion, totale Pankreatektomie)
  • große Expertise, mehr als 2500 Pankreasresektionen seit 1972
  • Zentrum für adjuvante & palliative Studienprotokolle (z.B. CONKO 001 Studie;  JAMA 2007;297(3):267-77).
  • Wichtige internationale Beiträge zur Verbesserung der chirurgischen Therapie, Minimierung der perioperativen Morbidität und Prognoseverbesserung durch adjuvante Therapiekonzepte ( Langenbecks Arch Surg. 2006;391(3):195-202;  Br J Cancer. 2007;97(10):1432-40;  JAMA 2007;297(3):267-77; Eur J Surg. 2002;168(12):707-12)
  • Deutliche Reduktion postoperativer Pankreasfisteln durch Einsatz der Pankreato-Gastrostomie bei "Risiko-Pankreata" ("weiches" Pankreas mit kleinem Hauptgang)
  • präoperative Evaluation von "Risiko-Pankreata" mittels MRT
    ( J Gastrointest Surg 2008)
Pankreato-Gastrostomie: Ventralseitig eröffneter Magen mit Pankreasrest.
Magnetresonanztomographie (MRCP) eines multifokalen Hauptgang-IPMN.
Multifokales IPMN: Pylorus- und milzerhaltende Pankreatektomie

Zystische Pankreastumore

  • Jährlich wachsenden Zahl zystischer Neoplasien (IPMN: intraduktal-papillär muzinöse Neoplasie; SCN: serös cystische Neoplasie; MCN: muzinös cystische Neoplasie)
  • Differenzierte interdisziplinäre Therapiefestlegung (Resektion vs. Kontrolle) und Planung der adäquaten chirurgischen Therapie (Resektionsausmaß, ggf. Milzerhalt)
  • Die HPB Gruppe hat hierzu entscheidende wissenschaftliche Arbeit geleistet [ World J Surg. 2008 Oct;32(10):2253-60].
CT: Chronisch-kalzifizierende Kopf-Pankreatitis
Duodenumerhaltende Pankreaskopfresektion nach Frey

Chronische Pankreatitis

  • Differenzierte interdisziplinäre Planung der Therapie (Endoskopie / Chirurgie) „aus einer Hand“
  • Die chirurgische Therapie der chronischen Pankreatitis hat in den letzten Jahren gegenüber endoskopischen Verfahren an Bedeutung gewonnen [ N Engl J Med 2007;356:676-84].
  • Endoskopische Therapie (Stent) ist für die Patienten häufig nur eine vorübergehende Maßnahme
  • Pankreaskopf oft "Schrittmacher" der Erkrankung (z.B. Gangstenosen)
  • Langfristig günstige Ergebnisse (v.a. Schmerzfreiheit) lassen sich allein durch die chirurgische Therapie erzielen (duodenumerhaltende Pankreaskopfresektion, pyloruserhaltende Pankreaskopfresektion, milzerhaltende Pankreaslinksresektion)
  • Diagnostik und Therapie von Patienten mit hereditärer- oder Autoimmunpankreatitis (z.B. Mutationen im PRSS1-, SPINK-1-, CFTR-Gen, IgG,...)

Hepatozelluläres Karzinom (HCC)

  • kontinuierlicher Anstieg der Inzidenz (wachsende Zahl von Patienten mit chron. Hepatitis C-Virusinfektion)
  • Bei ausreichender Leberfunktion wird die R0-Resektion angestrebt
  • Ist eine Resektion nicht möglich, kann unter Schonung der verbleibenden Leberfunktion eine Radiofrequenzablation (RFA) bzw. eine Alkoholinstallation (PEI) in unserer Klinik erfolgen
  • Interdisziplinär können den nicht-rektablen Patienten auch die transarterielle Chemoembolisation ( TACE) und seit Anfang 2008 die selektive interne Radiotherapie ( SIRT) angeboten werden
3-D-Operationsplanung: Errechnung der Resektions- und Restlebervolumina

Resektion von kolorektalen Lebermetastasen

  • Über 150 Resektionen in den letzten 4 Jahren 
  • Im Literaturvergleich sehr gute Ergebnisse (>80% R0 Quote, Letalität < 2%, >80% ohne Bluttransfusion)
  • Resektionen auch bei hoher Ko-Morbidität möglich (50% ASA III und IV)
  • Erhöhung der R0-Rate durch Verbesserte OP-Planung (3-D-Planung /3-D-CT), bilobäre bzw. >4 Metastasen – Resektionen, multiviszerale / kombinierte Resektion (RFA)

Benigne Raumforderungen der Leber

  • Leberabszesse, Echinokokkuszyten,  Leberzysten, Fokal Noduläre Hyperplasien (FNH), Adenome, Hämangiome
  • Interdisziplinäre Therapieempfehlung durch chirurgisch-gastroenterologische HPB-Sprechstunde

Chirurgie der Gallenwege

  • Differenzierte Therapie von extrahepatischen Gallengangstumoren (Klatskin-Tumore) kurativ und palliativ
  • Enge Zusammenarbeit mit der  Chirurgischen Endoskopie

Cholezystolithiasis

  • Laparoskopische Chirurgie Schwerpunkt der Klinik (MIC)
  • Eingriffe auch an Risikopatienten (Leberzirrhose, Schwangerschaft,…)
  • Zusammen mit  Chirurgischer Endoskopie schnellst mögliche Behandlung bei kombinierter Choledocho- und Cholezystolithiasis (lap. CE + ERCP)
  • Therapie der biliären Pankreatitis „aus einer Hand“

Der informierte Patient


Inhaltlich verantwortlich gemäß § 6 MDStV ist der/die jeweilige Direktor/in bzw. Leiter/in der Einrichtung.

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