Psychotherapeutische Unterstützung in der Kinderonkologie

Psychologische Unterstützung

Auf unserer Station gibt es eine Psychologin (Fr. Dr. Just), die für alle Kinder, Eltern und Geschwister unserer Station, aber auch für andere Kinder im ganzen Haus zuständig ist. Die Psychologin ist i.d. Regel bei Erstgesprächen und anderen wichtigen Gesprächen im Rahmen der Behandlung dabei und ist auch sonst Ansprechpartnerin für die Sorgen der Familien, die durch die neue Situation mit einem krebskranken Kind entstehen. Dabei bietet sie unterstützende Gespräche und Erziehungsberatung an, steht bei Krisen zur Verfügung und beantwortet Fragen, die Eltern und Kinder zur Behandlung und zum Umgang mit der Krankheit und der neuen Lebenssituation haben. Einmal wöchentlich findet eine Elterngruppe statt.

Zusätzlich berät Fr. Dr. Just über die Möglichkeit einer familienorientierten Rehabilitation nach der Behandlung und organisiert weitere soziale Hilfen im Behandlungsverlauf.

Musiktherapie

Daniel-Robin Rauch, Diplom Musiktherapeut(FH)

- findet Mittwoch, Donnerstag und Freitag nachmittag statt
- aktive Musiktherapie ( Thp. und Pat. improvisieren auf unterschiedlichsten Instrumenten.

  Musikalische Vorbildung ist nicht notwendig)
- rezeptive Musiktherapie (Anhören meist ruhiger Musik zur Entspannung)
- Klangliege zur Tiefenentspannung
Musiktherapie als Teildisziplin des psychosozialen Teams wird besonders da hilfreich sein, wo eine sprachliche Auseinandersetzung nicht oder noch nicht möglich ist.
Im Unterschied zu den sprachlich ausgerichteten Therapieformen bieten künstlerische Therapieformen dem Patienten im besonderen Maße die Möglichkeit, sich im direkten Tun auf der emotionalen-intuitiven Ebene auszudrücken und zu erfahren.
Durch die Beschäftigung mit dem nicht- bzw. vorsprachlichen Bereich haben wir es in der Musiktherapie mit einer Fülle von symbolhaften Darstellungen zu tun, die Ausdruck von innerem Erleben sind.
Gefühlsäußerungen und Verhalten des Patienten werden als Reaktion und persönlicher Ausdruck verstanden.
Es ist wichtig diese Botschaften des Patienten zu erkennen und wertungsfrei anzunehmen!
Es kann notwendig sein, diese Erfahrungen auch auf die sprachliche Ebene zurückzuführen und zu reflektieren.
Neben diesen kommunikationsfördernden Maßnahmen geht es darum, Kreativität und absichtloses Spiel im ichstärkenden Sinn zu fördern.

Musiktherapeuten arbeiten gemäß ihrer Ausbildung und ihres allgemeinen Berufbildes grundsätzlich auf psychotherapeutischer Grundlage.

Stützende und konfliktorientierte Verfahren können je nach Situation in unterschiedlicher Gewichtung von Bedeutung sein.
In der Arbeit mit dem Patienten steht der Prozess im Vordergrund und NICHT ein bestimmtes Ergebnis!
Die Musik dient dabei als Medium.

 Hauptsächlich  findet die Therapie ohne Eltern bzw. Angehörige statt. Bei Kleinkindern ist jedoch eine Gewöhnungszeit völlig normal und in Ordnung.

In Ausnahmefällen ist es  möglich,daß eine Bezugsperson  mit im Raum bleibt. Es ist dann jedoch wichtig, sich absolut ruhig zu verhalten und nicht in das Geschehen einzugreifen!
Während der Therapie soll den Eltern bzw. der Begleitperson die Möglichkeit gegeben werden, sich auszuruhen, essen zu gehen, sich zu stärken, spazieren zu gehen,etc., um sich mit erneuerter Energie dem Kind/Jugenldichen zuwenden zu können!

 

Kunsttherapie

Ruth Ostric / Kunsttherapeutin

Kunsttherapie im Kinderzentrum Mannheim wird vom Elternverein Deutsche Leukämie Forschungshilfe [DLFH] Mannheim gefördert, bei dem ich freie Mitarbeiterin bin. Kunsttherapie ist in das psychosoziale Team der pädiatrischen onkologischen Station integriert.

Kunsttherapie gehört zu den Kreativtherapien und beruht auf einem integralen Ansatz, d.h. des Zusammenwirkens von Körper, Seele und Geist.

Die Kunsttherapie wird eingesetzt, um die seelisch-geistigen Kräfte des Kindes / Jugendlichen zu mobilisieren, indem sich diese mit Farben und Formen auseinandersetzen.

Dieses künstlerische Arbeiten, ist immer als Prozess zu verstehen. Durch symbolhafte Darstellungen kann das innere Erleben nach außen projiziert werden und macht sich als ein Aspekt des momentanen seelischen Zustandes deutlich.

Das Kind / der Jugendliche kommt durch das, von mir geführte Malen oder Plastizieren in seinen eigenen Schaffensprozess und schafft sich dadurch seine eigene Welt [Insel], aus der es seine eigene Stärke erfährt und dadurch wieder Mut und Hoffnung schöpft.

Das Ergebnis dieser Arbeit entspricht oft nicht unserer Erwartungshaltung von „schön“. Vielmehr liegt die Schönheit in der Einzigartigkeit, des vom Kind / Jugendlichen selbst Geschaffenen. Trotz Krankheitsausbruch können so nonverbale Spannungen gelöst und Ängste abgebaut werden.

Durch persönliche Zuwendung und Empathie meinerseits, ist es therapeutisch entscheidend, die Botschaften des Kindes / Jugendlichen wahrzunehmen, dessen Defizite zu erkennen und unterstützend auszugleichen. Hierbei lege ich großen Wert darauf, dass wir unter keinem Zeit- und Leistungsdruck arbeiten.

Somit  mobilisiert und stärkt die Kunsttherapie die Selbstheilungskräfte des Patienten


Inhaltlich verantwortlich gemäß § 6 MDStV ist der/die jeweilige Direktor/in bzw. Leiter/in der Einrichtung.

Universitätsmedizin Mannheim
Klinikum Mannheim GmbH
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