Der Gesamtkomplex der Hernienerkrankung hat ein beträchtliche sozioökonomisches Ausmaß erreicht; dabei sind die in der Literatur angegebenen Zahlen über Inzidenz und Rezidivhäufigkeit nach erfolgter operativer Versorgung fast durchweg sehr optimistisch dargestellt. Das korrekt indizierte und operativ korrekt durchgeführte Verfahren wird auch heute noch in seinem Schwierigkeitsgrad unterschätzt, es hat jedoch einen ganz erheblichen Einfluss auf die zukünftige Lebensqualität ihres Patienten!
Die Sektion Hernienchirurgie behandelt sämtliche Formen der auftretenden Hernienmöglichkeiten mit einer genau abgestimmten Art der operativen Versorgung.

In alphabetischer Reihenfolge sind Hernien mit einer kurzen Erklärung der möglichen operativen Versorgung aufgeführt:

Epigastrische Hernien:
Direktnaht, Netzherniotomie, laparoskopisches IPOM

Laparastoma:
Netzherniotomie (ev. in Kombination mit Ramirez)

Leistenhernien:
Shouldice, Lichtenstein, TEP, TAPP

Nabelhernien:
Direktnaht, Netzherniotomie, laparoskopisches IPOM

Narbenhernien:
Netzherniotomie, lap. IPOM, OP n. Ramirez

Obturatorhernien:
Netzherniotomie

Schenkelhernien:
Nyhus, TEP

Kurzerläuterung der OP-Verfahren:

  • Direktnaht:
    • fortlaufende Naht mit nicht resorbierbarem Fadenmaterial
IPOM Versorgung
intraoperative laparoskopische Bilder
  • Lap. IPOM:
    • laparoskopische Bruchsackresektion mit laparoskopischer Netzfixierung direkt auf das Peritoneum (Indikation besonders bei Adipositas per magna)
  • Lichtenstein:
    • offene Bruchsackresektion mit Netzfixierung an das Leistenband
  • Netzherniotomie:
    • offene Bruchsackresektion mit (im Regelfall) Netzlage unter M. rectus abdominis (= sublay Position)
  • Nyhus:
    • offene Netzpositionierung praeperitoneal
  • Ramirez:
    • Verschiebeplastik der Bauchwand zwischen M.obliquus und internus, ev. in Kombination mit Netzplastik
  • Shouldice:
    • offenes Verfahren ohne Kunstoffnetz, die gedoppelte Fascia transversalis wird an das Leistenband genäht
  • TAPP:
    • laparoskopische, transperitoneale Netzpositionierung praeperitoneal
TEP beidseits intra-
und postoperativ
  • TEP:
    • minimal-invasive, komplett extraperitoneale Netzpositionierung praeperitoneal

Thema Kunstoffnetze:

  • Der überwiegende Teil der von uns benutzten Netze besteht aus leichtgewichtigem Polypropylen ( 30 – 40 gr/m² ).
    Polyester oder Polytetraflourethylen (ePTFE  = Gore®) wird aus Gründen der Bindegewebseinbettung und des Schrumpfungsverhaltens nicht benutzt.
Polypropylennetz

Inhaltlich verantwortlich gemäß § 6 MDStV ist der/die jeweilige Direktor/in bzw. Leiter/in der Einrichtung.

Universitätsmedizin Mannheim
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