Die Impedanz-Messung in der Speiseröhre ist ein Diagnoseverfahren bei der Refluxkrankheit oder refluxbedingten Erkrankungen (wie z. B. Aspirations-Asthma). In Ergänzung zu anderen Verfahren, z. B. der pH-Metrie (wieviel Säure ist in der Speiseröhre?) oder der Ösophagus-Manometrie (wie verhalten sich Drücke und Entspannung in der Speiseröhre?), können mit der "intraluminalen Impedanz-Messung" vom Magen in die Speiseröhre zurückfließende Inhalte jeder Art festgestellt werden. Dies eröffnet neue diagnostische Wege zum Beispiel bei solchen Refluxpatienten, bei denen der Reflux entweder nur schwach sauer ist oder überhaupt keine Säure enthält ("pH-unabhängige Reflux-Erkennung").
Grundlagen (Messtechnik): Das grundlegende Prinzip der Impedanzmessung ist die Tatsache, daß ein Flüssigkeitsbolus ("größerer Bissen") im Ösophagus eine Impedanzänderung hervorruft. Mit der Impedanz wird die elektrische Leitfähigkeit eines Organs und seines Inhaltes gemessen. Hierfür wird an zwei Elektroden eines Katheters eine geringe Spannung angelegt und der resultierende Strom gemessen. Die Impedanz ist umgekehrt proportional zur elektrischen Leitfähigkeit von Organinhalt und Organdurchmesser. Da die Leitfähigkeit verschiedener Medien unterschiedlich hoch ist - die elektrische Leitfähigkeit von Luft z. B. annähernd null, die Leitfähigkeit eines Flüssigkeitsbolus dagegen relativ hoch -, sinkt die Impedanz während der Passage eines Flüssigkeitsbolus. Da an dem Katheter mehrere Elektroden in unterschiedlicher Höhe platziert sind, können zudem die Richtung des Transportes und die Höhe gemessen werden, bis zu der ein Reflux steigt (sog. Mehrkanal- oder multiple Messung). Da es bei der neuen Technik nicht auf den Säuregrad des Refluats ankommt, kann also sowohl saurer als auch nicht-saurer Reflux sicher erkannt werden.
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