Molekulargenetische Untersuchungsmethoden haben sich neben mikroskopischer Zytologie (Differentialblutbild) und Zytogenetik (Chromosomenanalyse) als sensitivste Technik in der Diagnostik der Chronischen Myeloischen Leukämie (CML) etabliert. Die Diagnose „CML“ lässt sich mittels PCR aus peripherem Blut durch den Nachweis des BCR-ABL-Fusionsgens stellen, dem auf chromosomaler Ebene die typische Philadelphia-Translokation t(9;22) entspricht. Molekulares Therapiemonitoring (quantitative Bestimmung der BCR-ABL-Expression im Sinne einer minimalen Resterkrankung) und molekulare Resistenzdiagnostik bei Therapieversagen (sensitive Detektion von BCR-ABL-Mutationen) sind unter gezielter molekularer Therapie („targeted therapy“) mit Tyrosinkinaseinhibitoren zu unverzichtbaren Instrumenten der individuellen Therapiesteuerung geworden.
Das Therapieansprechen von Patienten in klinischen Studien der deutschen CML-Studiengruppe wird vom Labor der Arbeitsgruppe engmaschig überwacht. Im Jahr 2008 wurden über 5000 Patientenproben von Blut und Knochenmark aufgearbeitet und asserviert. Im Rahmen der
„European treatment and outcome study for CML“ erfüllt das Labor der Arbeitsgruppe die Funktion eines europäischen Referenzlabors und ist maßgeblich an der internationalen Standardisierung der BCR-ABL-Quantifizierung beteiligt. Im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses der Arbeitsgruppe steht weiterhin die Erforschung molekularer Mechanismen, die an der Entwicklung und Aufrechterhaltung von Resistenzen gegen die Therapie mit Tyrosinkinaseinhibitoren beteiligt sind sowie die Identifikation molekularer Marker, die eine frühe Abschätzung des Therapieerfolgs erlauben.
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