Wirkmechanismus der Akupunktur:

Akupunktur ist ein großes Teilgebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und wird vor allem in Asien seit über 2000 Jahren erfolgreich angewandt.

Im Mittelpunkt der TCM, insbesondere der Akupunktur,  steht die Vorstellung von einer im Körper fließenden Lebensenergie, chinesisch „Qi“, auf deren Wirkung alle Lebensäußerungen beruhen. Die Lebensenergie ist in ständigem Fließen. Durch den Körper ziehen Energiebahnen, sogenannte Meridiane, auf denen diese Lebensenergie fließt. Über spezielle Punkte, sogenannte Akupunkturpunkte, die auf diesen Leitbahnen liegen, kann man die Energieflüsse beeinflussen und regulieren.

Hierbei sticht man mit sehr dünnen Nadeln durch die Haut und stimuliert die Punkte auf den Meridianen. Subjektiv führt der Einstich der Nadeln zu einem kurzzeitigen Einstichschmerz, der meist hell und oberflächlich empfunden wird. Danach empfindet man häufig eine leichte Elektrisierung, ähnlich wie ein Schlag auf den Ellbogennerven. Dieses „De-Qi-Gefühl“ wird individuell unterschiedlich wahrgenommen, z.B. als Kribbeln, Wärme, Taubheits-, Schwere- oder Druckgefühl. In seltenen Fällen wird gar nichts gespürt, obgleich eine Akupunkturwirkung vorhanden ist. Nachdem die Nadeln für einige Minuten liegen, entspannt sich der Körper. Es tritt ein Gefühl von Harmonie, Ruhe und Entspannung auf.

Für Gynäkologische Patientinnen:

Die Akupunktur kann bei vielfältigen gynäkologischen Beschwerden eingesetzt werden. Unter anderem sind hier zu nennen:

  • Schmerztherapie z.B. bei Unterbauchschmerzen oder Bruststschmerzen
  • Bei verstärkter, schmerzhafter oder unregelmäßiger
    Menstruationsblutung
  • Bei unerfülltem Kinderwunsch
  • Zur Linderung von Ödemen (Wassereinlagerungen in den Beinen)
  • Unter Chemotherapie bei Erschöpfung, Müdigkeit, Blutarmut,
    Glieder- und Kopfschmerzen und zur Entgiftung
  • Bei Inkontinenz, z.B. durch Gebärmuttersenkung 
  • Nach Entbindung, z.B. bei Milchstau, zur Förderung
    der Milchbildungund zur Rückbildung der Gebärmutter 

 

Für Schwangere:

Unabhängig von der Schwangerschaftswoche bieten wir die Akupunktur bei schwangerschaftsbedingten Beschwerden (z.B. Schwangerschaftsübelkeit, Ödeme, Sodbrennen, etc.), zur Wehenanregung bei Terminüberschreitung oder zum Versuch der Wendung bei Beckenendlage des Kindes an.

Im Rahmen der Geburtsvorbereitung führen wir die Akupunktur ab der 36. SSW 1 x wöchentlich ca. 20 – 30 Minuten  bis zum Geburtbeginn durch. Immer mehr gynäkologische Kliniken wenden die chinesische Heilmethode heute an, um Frauen dieses immer wieder einmalige Erlebnis "Geburt" zu erleichtern. Hierbei sei zu erwähnen, dass die geburtsvorbereitende Akupunktur keine therapeutische Wirkung, sondern vorbereitende bzw. prophylaktische Wirkung hat. Sie ist also keine Garantie für eine normal verlaufende Geburt. Anhand verschiedener internationaler Multicenter-Studien konnte aber gezeigt werden, dass sich die Geburt durchschnittlich von ca. 12 auf 7 Stunden verkürzt, wenn die Gebärende ab der 36. Schwangerschaftswoche 1 mal wöchentlich akupunktiert wurde. Durch die geburtsvorbereitende Akupunktur wird zum einen die Wehentätigkeit koordiniert und angeregt und zum anderen die Reifung des Muttermundes verbessert. Zu guter Letzt hat die geburtsvorbereitende Akupunktur auch einen positiven Einfluss auf die Psyche und die innere Harmonie