Allgemeines zu Venenerkrankungen

Die Venen transportieren sauerstoffarmes Blut aus den körperfernen Regionen (Kopf, Arme, Bauch-und Beckenorgane und Beine) zum rechten Herz zurück. Von hier gelangt es in die Lunge, wird dort mit Sauerstoff angereichert und anschließend wieder über das linke Herz dem Körperkreislauf zugeführt.

3 unterschiedliche Venen können erkranken:

1.  Erweiterung oberflächlicher Venen (Varikosis)
2.  Erkrankung des tiefen Venensystems (Akute Phlebothrombose)
3.  Klappenerkrankung der tiefen Venen ( Leitveneninsuffizienz und PTS)

Varikosis

Da der venöse Blutstrom zum Herzen nur durch passive Tranportmechanismen wie Muskelpumpe und Sogwirkung des Herzens erfolgt, befinden sich in sämtlichen oberflächlichen Venen sogenannte Venenklappen, die wie Ventile wirken und  ein Absacken des Blutes verhindern sollen.
In der Leiste mündet das Blut von den oberflächlichen Venen (Haut) in die tiefen Venen. Eine Schädigung der Klappen führt dazu, dass Blut aus den tiefen Venen in die oberflächlichen zurückfließen kann. Die oberflächliche Vene kann dem Druck über längere Zeit nicht mehr standhalten und erweitert sich.

Viele Menschen leiden an einer Varikosis, haben aber außer dem kosmetischen Aspekt keinerlei Beschwerden. Wenn ein Krampfaderleiden jedoch über längere Zeit unbehandelt besteht, kann es zur Entzündung der Venenwand (Phlebitis) oder sogar zur lokalen Thrombose (Varikothrombose) kommen. Dies ist zwar nicht gefährlich, aber schmerzhaft. Eine Varikothrombose wird dann gefährlich, wenn sie die Einmündung ins tiefe Venensystem betrifft. Hier kann sie unter Umständen eine Lungenembolie auslösen. In dieser Situation ist die Operation empfohlen.
Ziel der Behandlung der unkomplizierten Varikosis ist die Beseitigung der erweiterten Vene. Diese erfolgt durch die operative Entfernung der erkrankten und nutzlos gewordenen Vene bzw. des Venenabschnittes (Venenstripping).

Akute Phlebothrombose

Unter einer akuten Phlebothrombose versteht man eine Thrombose im tiefen Venensystem. Sie kann sowohl auf den Unterschenkel beschränkt sein, aber auch das tiefe Venensysten, die Beckenetage und im Einzelfall sogar die untere Hohlvene betreffen.
In der Regel werden Thrombosen unterhalb der Leiste konservativ mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten und elastischer Kompression  behandelt. Dadurch soll ein Fortschreiten der Thrombose sowie eine folgenschwere Lungenembolie verhindert werden. Eine tiefe Venenthrombose (Becken- oder Hohlvene) kann insbesondere bei jüngeren Patienten auch operativ beseitigt werden. Hierzu wird ein Ballonkatheter durch die Thrombose geschoben und nach Aufblasen des Ballons der Thrombus nach außen ausgeleitet.
Eine Vene, die aufgrund einer Thrombose komplett verschlossen war,  kann sich nach einiger Zeit durch körpereigene Auflösung des Thrombus wieder selbst öffnen. Allerdings sind durch die Thrombose die Venenklappen zerstört. Man spricht jetzt medizinisch von einer Leitveneninsuffizienz und dem daraus resultierenden postthrombotischen Syndrom(PTS).

Leitveneninsuffizienz und PTS

Bei Leitveneninsuffizienz wird das Blut aufgrund der zerstörten Venenklappen von den Venen nicht mehr vollständig zum Herzen transportiert. Beim postthrombotischem Syndrom (PTS, nach einer Thromboe , Syndrom  bedeutet, dass bei einer Krankheit auch Beschwerden bestehen) entstehenVerfärbungen und  Geschwüre am Unterschenkel.
Die Behandlung des PTS besteht in der straffen elastischen Kompression. Trotzdem ist in vielen Fällen das Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris) nicht mehr zu verhindern. Gelingt dies nicht besteht chirurgisch die Möglichkeit, durch eine Hauttransplantation den Hautdefekt zu decken und somit zu heilen.


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