Viele Situationen im klinischen Alltag sind deshalb so schwierig, weil sie nicht allein mit objektiven medizinischen und pflegerischen Sachurteilen zu lösen sind, sondern weil sie die moralischen Wertvorstellungen der einzelnen Beteiligten berühren. Immer dann, wenn wir den Eindruck haben, dass ein solches Wertungsproblem keiner zufälligen oder lediglich individuellen Lösung zugeführt werden darf, sondern eine rational durchdachte und über den Einzelfall hinaus weisende allgemeine Reflexion erfordert, liegt eine ethische Fragestellung vor. Ethische Fragen sind ihrer Natur nach keineswegs leicht zu beantworten. Oft kann hier aber eine fachkundige Beratung weiterhelfen. Seit dem Ende der 1990er Jahre sind deshalb an zahleichen Krankenhäusern Klinische Ethik-Komitees (KEK) entstanden, die sich als Fächer und Berufsgruppen übergreifende Beratungsgremien für schwierige, moralisch kontroverse Entscheidungen in Grenzsituationen der modernen Medizin verstehen. Ein KEK soll Hilfestellung beim Umgang mit ethischen Fragen in der Krankenversorgung bieten, und es soll diejenigen, die konfliktbehaftete Entscheidungen treffen müssen oder die davon betroffen sind, unter Berücksichtigung der ethischen, medizinischen, pflegerischen, ökonomischen und juristischen Aspekte bei der Entscheidungsfindung unterstützen.
Das im Jahre 2004 gegründete Klinische Ethik-Komitee der Klinikum Mannheim GmbH ist mit seiner Geschäftsstelle in der Ärztlichen Direktion angesiedelt und umfasst derzeit 14 Mitglieder, die aus der Ärzteschaft, dem Pflegedienst, der Klinikseelsorge, dem Psychologischen Dienst und der Verwaltung stammen. Die Aufgabenstellung des KEK beinhaltet sowohl die fallbezogene ethische Beratung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Krankenhaus, die unmittelbar in die Patientenversorgung involviert sind, als auch die Anhörung von Patienten, deren gerichtlich bestellten Betreuern, Bevollmächtigten oder Angehörigen zu konkreten ethischen Fragestellungen einschließlich der Durchführung von Ethik-Konsilen am Krankenbett. Darüber hinaus ist das KEK in die Beratung ethischer Grundsatzfragen und in die Erstellung von Leitlinien für das Krankenhaus einbezogen.
Hier noch ein wichtiger Hinweis:
Das Klinische Ethik-Komitee ist nicht für die Beurteilung von Forschungsvorhaben zuständig, die eine Beteiligung von gesunden Probanden oder Patienten einschließen. In diesem Fall wenden Sie sich bitte an die
Medizinische Ethik-Kommission II der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg.
Der im Folgenden präsentierte Ethik-Ordner bietet eine von der dazu gebildeten Arbeitsgruppe unseres Klinischen Ethik-Komitees zusammen gestellte Sammlung von Grundsätzen, Leitlinien, Broschüren und Vordrucken rund um das Thema Ethik im Krankenhausalltag. Außerdem stellen wir Ihnen das Klinische Ethik-Komitee der Klinikum Mannheim GmbH und seine Arbeitsweise vor. Die im Ethik-Ordner enthaltenen Informationen, die wir fortlaufend thematisch erweitern und inhaltlich aktualisieren werden, können und sollen die unmittelbare Beratung durch das Klinische Ethik-Komitee keinesfalls ersetzen. Sie dienen vielmehr der individuellen Vorbereitung auf ein von Ihnen angefordertes Ethik-Konsil oder zur allgemeinen Orientierung über spezielle medizinethische Fragen. Das Klinische Ethik-Komitee steht Ihnen darüber hinaus für Fortbildungen im Rahmen von abteilungsinternen Fortbildungsreihen zur Verfügung. Bei einer schwierigen Entscheidungssituation können Sie mithilfe unseres Antragsformulars ein Ethik-Konsil anfordern.
Inhaltlich verantwortlich gemäß § 6 MDStV ist der/die jeweilige Direktor/in bzw. Leiter/in der Einrichtung.
Universitätsmedizin Mannheim
Klinikum Mannheim GmbH
Universitätsklinikum
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