Sie befinden sich hier

Inhalt

Ein außergewöhnliches Jahr

Die gemeinsame und aufeinander abgestimmte Weiterentwicklung des Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät ist die Kernaufgabe des Verwaltungsrats der Universitätsmedizin Mannheim (UMM). Seine Mitglieder erläutern die wichtigsten Entwicklungen des vergangenen Jahres.

Im Oktober 2020 haben die Universitätsklinika und deren Medizinische Fakultäten in Heidelberg und Mannheim gemeinsam mit Wissenschaftseinrichtungen der Rhein-Neckar-Region ein Strategiekonzept für eine Heidelberg Mannheim Health & Life Science Alliance vorgelegt. Herzstück des geplanten Gesundheitsnetzwerks ist die Zusammenführung der beiden Universitätsklinika, bei der das Land Baden-Württemberg Träger des Universitätsklinikums Mannheim werden soll. Ist das eine Reaktion auf die Folgen der Corona-Pandemie?

Bergmann: Ganz klar: Nein! Natürlich reichen die Freihaltepauschalen und sonstigen Kompensationszahlungen nicht aus, um die enormen Einnahmeausfälle und Mehrkosten durch Corona auszugleichen. Das verschärft die finanzielle Situation weiter – aber mit Unterstützung des Landes und der Stadt Mannheim können wir diese kurzfristige negative Entwicklung bewältigen. Das Konzept der Heidelberg Mannheim Health & Life Science Alliance ist dagegen langfristig angelegt und schafft völlig neue Perspektiven und Chancen für die Zukunft der Gesundheitsversorgung und der Gesundheitswirtschaft in der Region.

Welche sind das?

Professor Hennes: In der Region Mannheim-Heidelberg gibt es hervorragende Krankenversorger, medizinische Forschungseinrichtungen und Gesundheitsunternehmen aller Größenordnungen. Daraus wollen wir mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg ein Gravitationszentrum schaffen, das Innovationen und Wachstum im Life Science-Bereich anzieht. In diesem Innovationsökosystem wird eine neue Leitindustrie für das Land entstehen, die eine Gesundheitsversorgung auf Spitzenniveau und hochattraktive Arbeitsplätze sichert. Dabei werden sich die Standorte Mannheim und Heidelberg durch komplementäre Schwerpunktsetzungen ergänzen.

In der Heidelberg Mannheim Health & Life Science Alliance sollen auch die beiden Fakultäten nach einer Übergangszeit zu einer Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg zusammengeführt werden. Ist das im Sinne der eigenständigen Fakultät in Mannheim?

Professor Goerdt: Wir haben uns engagiert in die Entwicklung des Strategiekonzepts eingebracht und unterstützen die Vision eines nationalen und internationalen Champions der Medizin am Neckar aus voller Überzeugung. Die Forschungsschwerpunkte unserer Fakultät sind in der Gesamtstrategie sehr gut abgebildet. Für die Zukunft des Standorts als Ort hochkarätiger Forschung, herausragender Lehre und universitärer Maximalversorgung in allen Fachabteilungen müssen dabei auch im Rahmen eines Ausbaus der Fakultät in einem besonderen Ausmaß vorab die richtigen Weichen gestellt werden. Nur unter diesen Rahmenbedingungen wird der künftige Campus Mannheim den für die Entwicklung der „Charité am Neckar“ zwingend erforderlichen, entscheidenden Beitrag leisten können.

Ein Jahr im Zeichen von Corona. Wie hat sich das auf die Medizinische Fakultät ausgewirkt?

Professor Neumaier: Am stärksten waren sicher unsere Studierenden betroffen. Wir haben aber in kürzester Zeit die Lehre weitgehend auf digitale Formate umstellen können. Die hervorragenden Ergebnisse unserer Studierenden in den bundesweit einheitlichen Prüfungen zeigen, dass es uns gelungen ist, ein gutes Lehrangebot aufrechtzuerhalten. Auch in der Forschung gab es keine Einbrüche, vielmehr konnten wir den Forschungsoutput mit 2 Mio. Euro gewichteten Mehreinnahmen im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich steigern. Zudem haben wir die Weiterentwicklung der Fakultät unvermindert betrieben und beispielsweise den Planungswettbewerb für den Neubau von Forschungs- und Lehrgebäuden abgeschlossen.

* Dieser Artikel stammt aus dem Jahresbericht 2020.

Der Verwaltungsrat der Universitätsmedizin Mannheim im Hörsaal 01, in dem die Coronavirus Taskforce der UMM tagt (v. l. n. r.): Professor Dr. med. Michael Neumaier (Prodekan), Professor Dr. med. Hans-Jürgen Hennes (Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor Universitätsklinikum), Professor Dr. med. Sergij Goerdt (Dekan Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg) und Freddy Bergmann (Geschäftsführer Universitätsklinikum).

Kontextspalte