Allgemeines

Der/die medizinisch-technische Assistent/in (Labor) arbeitet überwiegend im Bereich der medizinischen Diagnostik (Krankheitserkennung) und Therapie (Krankheitsbehandlung). Damit gehört der/die MTA (Labor) zu den medizinischen Fachpersonen, die in die Patientenversorgung eingebunden sind. MTAs arbeiten in verschiedenen Labors und erstellen nach ärztlicher Anordnung aus Körperflüssigkeiten, Ausscheidungen und Gewebe eigenverantwortlich und selbständig Untersuchungsergebnisse.

Die Untersuchungen werden mit Hilfe von vielfältigen manuellen Analysentechniken und zum Teil aufwändigen Methoden an modernen Messgeräten und Großgeräten durchgeführt. Die Labortechniken erfordern von den MTAs gleichbleibende Sorgfalt und technisches Verständnis sowie das dazu benötigte naturwissenschaftliche Hintergrundwissen, um Fehler zu erkennen, neue Methoden anzuwenden, Konzentrationen zu berechnen und vieles andere mehr.

Der/die medizinisch-technische Assistent/in (Labor) arbeitet in vier grossen Fachgebieten

Klinische Chemie

Bestimmung von Enzymen, Proteinen, Substraten, Metaboliten, Hormonen und Medikamenten aus Körperflüssigkeiten wie Blutserum, Liquor (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit), Urin oder Magensaft.

Histologie/Cytologie

Verarbeitung von Gewebeproben oder Organen zu hauchdünnen Gewebeschnitten im Rahmen der Krebsdiagnostik. Verschiedene Färbemethoden stellen die Gewebsstrukturen unter dem Mikroskop kontrastreich dar. Mit speziellen histochemischen Nachweismethoden lassen sich biochemische Aktivitäten in Zellen mikroskopisch sichtbar machen.

  • Immunhistologie
    Antigene Komponenten werden durch ganz spezifische Antikörper genau lokalisieren und typisieren.
  • Cytologie
    Zellabstriche zur Krebsvorsorgeuntersuchung werden gefärbt und mikroskopisch begutachtet.

Hämatologie

  • Morphologie
    Durch mikroskopische und automatische Zählmethoden und Färbetechniken wird die Anzahl und Zusammensetzung der Blutzellen im Knochenmark und Blut ermittelt. Veränderungen in der Verteilung, Form, Gestalt und Aussehen der Zellen geben Hinweise für eine Erkrankung. Befinden sich Zellen im Blut, die normalerweise nur im Knochenmark vorkommen, kann dies ein Hinweis auf eine Blutkrankheit sein.
  • Immunhämatologie
    Blutgruppenbestimmungen sowie weitere Untersuchungen für die Bluttransfusion auf der Basis der Antigen-Antikörperreaktionen.
  • Hämostaseologie
    Untersuchungen im Ablauf der Blutstillung und Blutgerinnung.

Mikrobiologie / Serologie

  • Bakteriologie
    Anzüchtung, Isolierung und Identifizierung von Bakterien und anschliessender Prüfung ihrer Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika.
  • Infektionsserologie
    Bestimmung der Immunantwort auf Krankheitserreger oder auf Impfungen.
  • Virologie
    Nachweis von Viren durch Zellkulturen oder mit Hilfe gentechnologischer Methoden.
  • Parasitologie
    Mikroskopischer Nachweis von Parasiten oder deren Vermehrungsformen.
  • Mykologie
    Anzüchtung und mikroskopische Identifizierung von Pilzen.

Ausbildung

Die MTA-Schule Labor verfügt über 100 Ausbildungsplätze in drei Kursen. Die Ausbildung beginnt am 1. Oktober, dauert drei Jahre und wird mit einer staatlichen Prüfung unter Vorsitz des Regierungspräsidiums Karlsruhe abgeschlossen.

Ausbildungsgebühren werden zurzeit nicht erhoben.

Arbeitsmöglichkeiten

Nach erfolgreichem Abschluss finden MTAs vielseitige Möglichkeiten in

  • Routinelabors der Kliniken, Krankenhäuser und Laborgemeinschaften
  • Forschungslaboratorien der Kliniken und Industrie
  • der Biotechnologie

Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung tragen Sie die Berufsbezeichnung medizinisch-technische Assistentin (Labor) bzw. medizinisch-technischer Assistent (Labor).

Darüber hinaus stehen Ihnen nach zweijähriger Berufspraxis folgende Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten offen

  • zur/zum leitenden MTA
  • zum/zur Fachassistenten/in für eines der vier Fachgebiete
  • zur Lehrkraft an einer MTA-Schule
  • Hochschulstudium der Diplom-Medizin-Pädagogik

Inhaltlich verantwortlich gemäß § 6 MDStV ist der/die jeweilige Direktor/in bzw. Leiter/in der Einrichtung.

Universitätsmedizin Mannheim
Klinikum Mannheim GmbH
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