
OA PD Dr. med. J. Saur
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Der Bereich Pneumologie besteht aus dem nicht-invasiven Funktionsbereich, der Bronchoskopie im Rahmen der zentralen, interdisziplinären Endoskopie des Hauses, einer Station mit 14 Betten (Station 1-53) sowie Betten im Patientenhaus. Schwerpunktmäßig werden hier Patienten mit allen Arten von Atemwegserkrankungen betreut. Als häufige Krankheitsbilder sind chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen (COPD), Lungenentzündungen und Krebserkrankungen zu nennen. Ein Interessensschwerpunkt liegt in der Diagnostik und Therapie der Sarkoidose, einer eher seltenen und deshalb meist übersehenen Erkrankung, die zumeist die Lunge befällt. Hierzu wurde am 03. Dezember 2009 eine Regionalgruppe innerhalb des Sarkoidose-Netzwerk e.V. gegründet.
Weiterhin übernimmt der Bereich die konsiliarische Betreuung pneumologischer Patienten der Gesamtklinik und die Betreuung der nicht-invasiv beatmeten Patienten der medizinischen und neurologischen Kliniken.
Die in der Abteilung durchgeführten Maßnahmen sind im Folgenden einzeln dargestellt.
Spirometrie
Die Spirometrie ('Kleine Lungenfunktion') ist die einfachste Messung atemabhängiger Lungenvolumina. Zu dieser Untersuchung muss nach den Anweisungen einer Assistentin über ein Mundstück in ein Mess-System geatmet werden. Die Nase wird dabei mit einer Nasenklemme verschlossen. Die Messung wird im Sitzen oder Stehen durchgeführt und dauert nur wenige Minute. Wichtig ist, dass Sie bei der Spirometrie aktiv mitarbeiten. Die wichtigsten Funktionsgrößen, die bei der Spirometrie gemessen werden sind:
Bodyplethysmographie
Die Bodyplethysmographie dient der Bestimmung der Leistungsfähigkeit von Lunge und Bronchialsystem (= Atemwege) durch Messung der Luftmenge in der Lunge bei verschiedenen Atemlagen und beim Atemvorgang. Weiterhin wird durch Messung der Weite des Bronchialsystems eine evtl. Behinderung der Luftströmung während des Atemvorganges festgestellt. In der Messkammer werden bei normaler und etwas beschleunigter Atmung sowie beim tiefen Ein- und Ausatmen die Atemvorgänge durch verschiedene Messfühler erfasst, mittels Computer berechnet und mit geschlechts- und altersbezogenen Normwerten verglichen. Auf diese Weise können wir Einschränkungen insbesondere der Luftmenge in der Lunge sowie der Atemströmung spontan und gegebenenfalls auch nach Provokationstestung bemerken und einer geeigneten Behandlung zuführen. Die Messung ist für Sie ohne Strahlen- oder Druckbelastung und sehr aussagefähig. Sie ist aber auch von Ihrer Mitarbeit abhängig.
TLCO-Messung
Hierbei wird gemessen, welche Menge eines Gases (CO) aus der Lunge ins Blut gelangt. Mit Hilfe der Diffusionsmessung (CO-Transferfaktor) lässt sich feststellen, ob die Sauerstoffaufnahme durch die Lunge in das Blut normal oder erschwert ist. Sie atmen dabei ein Luftgemisch aus einem speziellen Gerät ein und halten 10 Sekunden die Luft an. Aus der Veränderung in der Ausatemluft können Rückschlüsse auf die Sauerstoffaufnahme gezogen werden. Die Untersuchung ist ohne Belastung.
Bronchialer Provokationstest (Metacholin-Test)
Um zu überprüfen, ob ein überempfindliches Bronchialsystem vorliegt, erfolgt eine Lungenfunktion vor und nach Inhalation einer Luftmischung mit Metacholin. Beim Gesunden wird durch die Inhalation keine Reaktion hervorgerufen. Bei Patienten mit Asthma bronchiale oder empfindlichem Bronchialsystem kommt es zu einem Anstieg des Atemwegswiderstandes durch Verengung der Atemwege. Ggf. können sich leichte Atembeschwerden einstellen, die sich aber spontan oder nach Gabe von Bronchospasmolytika wieder zurückbilden.
Blutgasanalyse
Bei dieser Untersuchung wird die Fähigkeit der Lunge zu ausreichender Sauerstoffaufnahme geprüft. Gleichzeitig werden das Kohlendioxid, der PH-Wert und der Hb-Wert bestimmt. Zuerst wird das Ohrläppchen mit einer durchblutungsfördernden Salbe, die etwas brennt, eingerieben. Nach ca. 8-10 Minuten wird es dann mit einer kleinen Lanzette angeritzt. Das austretende Blut wird in einer Kapillare zur Messung der Parameter gesammelt.
Spiroergometrie
Bei der Spiroergometrie erfolgt eine umfassende Untersuchung der Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge. Dabei werden Sie stufenweise und definiert belastet. Auf einem Fahrrad muss eine bestimmte Leistung erbracht werden, dafür wird ein gewisser Widerstand eingestellt, gegen den Sie treten müssen. Vor der Untersuchung werden EKG-Elektroden auf Ihrer Brust angebracht, über die ein EKG aufgezeichnet wird. Um den Oberarm wird eine Blutdruckmanschette zur Messung des Blutdruckes gelegt. Aus Ihrem Ohrläppchen wird Blut für die Blutgasanalyse entnommen.
Sind alle Vorbereitungen getroffen, erfolgt nach einer kurzen, belastungsfreien "Eingewöhnungsphase" auf dem Fahrrad oder Laufband in der Regel eine mehrstufige Belastung für jeweils etwa drei bis fünf Minuten. Vor, während und nach der Belastung wird Blut für die Blutgasanalyse entnommen, Blutdruck und Puls werden gemessen und das EKG wird aufgezeichnet. Zusätzlich atmen Sie durch ein Maske mit Mundstück in ein Meßsystem und es werden verschiedene Atemvolumen bestimmt, außerdem kann dieses System die Sauerstoffaufnahme und die Kohlendioxidabgabe ermitteln. Die ganze Untersuchung dauert maximal 30 Minuten.
Die wichtigsten Größen, die sich neben anderen aus den gemessenen Werten berechnen lassen, sind die maximale Sauerstoffaufnahme und die Dauerleistungsgrenze. Die Untersuchung wird im wesentlichen aus folgenden Gründen durchgeführt:
Bronchoskopie
Als Bronchoskopie wird die Spiegelung der Atemwege (Bronchien) bezeichnet. Der Begriff Lungenspiegelung wird auch verwandt, ist aber irreführend, da nicht das Lungengewebe selbst, sondern nur die Bronchien betrachtet werden können. Bei der Bronchoskopie wird ein dünner (ca. 3 bis 6 mm Durchmesser), flexibler (biegsamer) Schlauch (das Bronchoskop) entweder über ein Nasenloch oder den Mund in die Luftröhre und von dort weiter in die Aufzweigungen der Bronchien in örtlicher Betäubung eingeführt. Während der Bronchoskopie kann der Arzt die Bronchien betrachten. Das Bronchoskop besteht aus einem optischen System, das Licht in die Bronchien leitet und ein Bild aus den Bronchien zurückschickt, Spül- und Absaugvorrichtungen, einem Instrumentier- oder Arbeitskanal und Steuereinrichtungen zum Führen des Bronchoskops in den Bronchien. Durch den Arbeitskanal können Instrumente, etwa kleine Zangen zur Probenentnahme, in das Bronchialsystem eingebracht werden. An das Bronchoskop kann eine Videokamera angeschlossen werden, so dass die Bilder auf einen Bildschirm übertragen und aufgenommen werden können.
Den bei der Unteruchung oft auftretenden Hustenreiz kann der Arzt durch die örtliche Betäubung und die Gabe geeigneter Medikament vor der Bronchoskopie sehr gut ausschalten. Die flexiblen Bronchoskope sind so dünn (etwa 6 mm Durchmesser bei einem Durchmesser der Luftröhre von ca. 15 mm), dass die Atmung wenig beeinträchtigt wird.
Spezielle Untersuchungen und Therapien während der Bronchoskopie
Die Lungenbläschen (Alveolen) werden dabei mit Flüssigkeit gespült und diese hinterher im Labor analysiert. Dadurch können entzündliche Erkrankungen durch Bakterien und Viren aber Erkrankungen wie Sarkoidose oder Lungenfibrosen genauer untersucht werden.
Hierbei wird während der Bronchoskopie ein Ultraschallbild von dem Gewebe hinter der Schleimhaut erzeugt. So kann man z.B. Lymphknoten beurteilen oder unklare Veränderungen der Schleimhaut bis in die Tiefe verfolgen. Mithilfe des Ultraschalls lassen sich auch unter Sicht Proben aus z.B. verdächtigen Lymphknoten entnehmen.
Verengungen der Bronchien bei Tumoren können durch Abtragung mittels Laser erweitert werden, so dass das Atmen wieder leichter fällt.
Eine weitere Therapiemöglichkeit bei Verengung durch Tumoren ist das einlegen eines Metallgitters (Stent), welches die Atemwege offen hält.
Bei einer COPD kommt es zur Überblähung der Lungenbläschen, welche dadurch zerstört werden. Um die Überblähung zu verringern, kann man ein Ventil einsetzen. Dieses lässt wie bei einem Reifen nur Luft in eine Richtung fließen. Luft kann damit aus den Lungenbläschen herausströmen, aber nicht hinein.
Schlafapnoescreening
Diese Untersuchung ist speziell für Patienten gedacht, die in der Nacht zum Schnarchen neigen oder unter Atemstillständen leiden. Besonders wichtig ist sie, wenn sich zusätzlich tagsüber Müdigkeit und Leistungseinbruch bemerkbar machen. Die nächtliche Überwachung liefert Daten über Atmung, Sauerstoffwerte, Herzfrequenz, Schnarchgeräusche in den jeweiligen Körperlagen. Die Untersuchung findet in gewohnter Umgebung (auf der Station/ zu Hause) statt, dazu wird das Gerät mit den verschiedenen Elektroden und eine ausführliche Anleitung mitgegeben, das am nächsten Tag wieder abgegeben wird. Das Screening lässt eine Aussage zu, ob ein Patient weiter in einem Schlaflabor abgeklärt werden muss.
Langzeit-Blutdruck
Die Langzeitblutdruckmessung ist eine Untersuchung zur Erfassung des individuellen Blutdruckverlaufs über 24 Stunden. Sie dient zum einen zur Erkennung eines behandlungsbedürftigen Bluthochdrucks, zum anderen zur Überprüfung und Optimierung einer bereits bestehenden Blutdrucktherapie. Die Untersuchung selbst ist vollkommen schmerzlos: Die Messung erfolgt durch ein kleines batteriebetriebenes Gerät, welches am Körper wie ein Walkman an einem Gürtel befestigt wird. Dieses Gerät ist über einen Schlauch mit einer Spezialblutdruckmanschette verbunden, welche im Allgemeinen am linken Oberarm befestigt wird. Der Blutdruck wird über 24 Stunden aufzeichnet und zwar tagsüber alle 20 Minuten und nachts alle 30 Minuten. Sämtliche Messungen werden gespeichert und am folgenden Tag zur weiteren Auswertung in einen Computer eingelesen. Zusätzlich wird bei den Messungen auch die Herzfrequenz erfasst. Falls eine Messung aus technischen Gründen (z.B. Anspannen des Armes) nicht gelingt, versucht das Gerät kurze Zeit später erneut eine Messung zu erhalten. Sie sollte während der Aufzeichnungsphase Ihre gewöhnlichen Lebensgewohnheiten soweit möglich beibehalten. Am nächsten Tag wird das Gerät wieder in der Lungenfunktionsambulanz abgegeben und die Aufzeichnung per Computer ausgewertet.
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