Gut 75 Jahre ist es her, da erfüllte sich für die Mannheimer ein lang gehegter Wunsch: Unterbrochen vom Ersten Weltkrieg, war am Neckarufer ein neues, großzügiges Krankenhaus entstanden.
Zunächst wurde 1922 das Hauptgebäude des Klinikums seiner Bestimmung übergeben. Im Jahr 1924 war dann auch die übrige Bebauung auf dem weitläufigen Areal fertig gestellt. Hier eine kleine Übersicht über die Geschichte des Klinikums und über die Geschichte seiner Vorläufer.
In Mannheim wurde ein "Nothaus" gegründet. Dort kamen Menschen unter, die arm, fremd oder eben auch krank waren.
Die Stadt betrieb ein kleines Spital im Innenstadtquadrat R 5. Anders als das Nothaus verdient es schon die Bezeichnung Krankenhaus.
Aus diesem Jahr ist ein Bestand von rund 330 Betten überliefert. Das Haus verfügte inzwischen über Stationen für Innere Medizin, Chirurgie, Wöchnerinnen, Säuglinge, Krätze- und Geschlechtskranke.
Da die Patientenzahl in dem zwischenzeitlich erweiterten Krankenhaus stetig zunahm, setzte sich die Überlegung durch, einen Neubau außerhalb der Quadrate zu errichten.
Vor allem aufgrund der Initiative von Stadtbaudirektor Richard Perrey und dem Ärztlichen Direktor Franz Volhard wurde mit dem Neubau am Neckarufer begonnen. Der Erste Weltkrieg verzögerte die Bauarbeiten im Neckarpark aber erheblich.
Oberbürgermeister Theodor Kutzer übergab das Hauptgebäude der Krankenanstalten seiner Bestimmung. Es war (und ist) etwa 440 Meter lang und dominiert bis heute die Szenerie am Neckarufer. Als Vorbild für den Grundriss dienten den Planern barocke Schlossanlagen.
Zu diesem Zeitpunkt wurden die Randgebäude in Betrieb genommen. Die Baumaßnahmen für die Krankenversorgung waren damit vorläufig abgeschlossen.
Das zuvor durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg stark beschädigte Gebäude vereinte nach Reparaturmaßnahmen wieder alle Abteilungen am Theodor-Kutzer-Ufer.
Um dem Bedarf an weiteren internistischen Betten gerecht zu werden, wurde die III. Medizinische Klinik gegründet, die gut ein Jahr später in einem Neubau auf dem Waldhof untergebracht wurde.
Mit der Ansiedlung einer medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg wurde am Klinikum der Grundstein für dessen universitäre Entwicklung gelegt.
Als erste große Erweiterung entstand hinter dem Hauptgebäude das heutige Haus 2 mit seinen Operationssälen.
Die Pläne für einen kompletten Neubau des Städtischen Krankenhauses nahe Feudenheim wurden verworfen.
Die Küche nahm ihr neues Wirtschaftsgebäude mit Casino in Betrieb.
Der "Neubau West" (Haus 1) wurde seiner Bestimmung übergeben. Auf dem Dach dieses Gebäudes befindet sich der Landeplatz für die Rettungshubschrauber.
Am Neckarufer wurde die Tiefgarage gebaut, um drängende Parkplatzprobleme zu lösen.
Dank umfassender Baumaßnahmen gelang es, einen ehemaligen Weltkriegsbunker in helle, freundliche Räume für die Radiologie zu verwandeln.
Der Neubau Ost wurde errichtet. Auf diese Weise bekam die Innere Medizin dringend benötigte neue und moderne Räumlichkeiten für die Krankenversorgung.
Eine weitere bauliche Erweiterung, diesmal auf dem westlichen Teil des Areals, sorgte dafür, dass die Orthopädische Klinik (seit 1972 auf dem Lindenhof), wieder an das Theodor-Kutzer-Ufer umziehen konnte.
Das Klinikum firmiert fortan als gemeinnützige GmbH, alleiniger Gesellschafter ist die Stadt Mannheim.
Die Weiterentwicklung von Forschung und Lehre wurde durch einen neuen Rahmenvertrag gesichert, die Bezeichnung "Universitätsklinikum" ist seither Bestandteil des Namens.
Baubeginn für zwei weitere bedeutende Bauvorhaben: Zum einen werden die Pläne für ein multifunktionales Forschungszentrum in die Tat umgesetzt werden. Und zum anderen geht es um die Errichtung eines neuen Gebäudes für die Kinderklinik, die Kinderchirurgie und die Urologie.
Die Bezeichnung "Universitätsklinikum" ist nach einer Gesetzesänderung rechtlich verbrieft. Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel übergibt bei einem Festakt im Mannheimer Schloss eine entsprechende Urkunde an den damaligen Geschäftsführer der Klinikum Mannheim gGmbH, Wolfgang Pföhler.
Der Medizinhistoriker Prof. Dr. Axel W. Bauer hat die Entwicklung des Mannheimer Universitätsklinikums in einem Buch nachgezeichnet. Das Buch wurde am 80. Jahrestag der Eröffnung der damaligen Städtischen Krankenanstalten Mannheim vorgestellt.
Der Neubau Kinderzentrum/Urologie wird fertiggestellt. Die Stationen und Einrichtungen der Universitäts-Kinderklinik, die bisher im Klinikgebäude Grenadierstraße und auf dem Klinikgelände am Theodor-Kutzer-Ufer untergebracht waren, beziehen gemeinsam mit der Kinderchirurgie das neue Kinderzentrum. Zeitgleich werden die Einrichtungen der Urologischen Universitätsklinik im neuen Haus 28 untergebracht.
Die Mannheimer Fakultät für Klinische Medizin wird zur Vollfakultät und nennt sich seit Oktober 2006 Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg.
Zeitgleich startet der neue Modellstudiengang "Mannheimer Reformiertes Curriculum für Medizin", kurz MaReCuM. Als bundesweit einziger Studiengang bietet MaReCum die Möglichkeit, sich schon während der umfangreichen medizinischen Ausbildung an der Universität frühzeitig für bestimmte Schwerpunkte zu qualifizieren.
Der Neubau der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie wurde nach zweijähriger Bauzeit in Betrieb genommen. Damit gehören auch die letzten Patientenzimmer in einem Altbau der Vergangenheit an.
Zum Ende des Jahres beschreitet das Universitätsklinikum mit der Eröffnung des Patientenhauses neue Wege in der Unterbringung und Versorgung von Krankenhauspatienten.
Hohe Ansprüche in der Krankenversorgung, in der Forschung und in der Lehre – dafür steht als Dachmarke des Klinikums und der Fakultät die Universitätsmedizin Mannheim
Universitär.
Modern.
Mittendrin.
Inhaltlich verantwortlich gemäß § 6 MDStV ist Klaus Wingen.
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