Leitender Oberarzt Prof. Dr. S. W. Schneider
Oberärztin PD Fr. Dr. W. Ludwig-Peitsch
Termine: dienstags Vormittag nach Terminvereinbarung
Autoimmunerkrankungen entstehen, wenn das Immunsystem des menschlichen Körpers Strukturen des eigenen Organismus als fremd ansieht und Abwehrreaktionen einleitet. Durch Vermittlung von Autoantikörpern bzw. bestimmter weißer Blutkörperchen (Lymphozyten) werden in der Folge komplexe Krankheitsbilder in Gang gesetzt, die vielfach auch andere Organe (Niere, Magen-Darm-Trakt, Gelenke, u. a.) befallen. Die Autoimmunsprechstunde der Klinik für Dermatologie widmet sich der kompetenten Diagnostik und Therapie von Autoimmunerkrankungen der Haut.
Zu den die Haut betreffenden Autoimmunerkrankungen zählen die sogenannten Kollagenosen (Sklerodermie, Lupus erythematodes, Dermatomyositis, Mischkollagenosen), die sich darüber hinaus auch an anderen Organsystemen manifestieren können. Ein Schwerpunkt der Autoimmunsprechstunde bildet die Beschäftigung mit den blasenbildenden Autoimmunerkrankungen der Haut. Zu diesen Krankheitsbildern, die durch in der Blutbahn zirkulierende Autoantikörper hervorgerufen werden, gehören der Pemphigus vulgaris, das bullöse Pemphigoid, das Schleimhautpemphigoid, die lineare IgA-Dermatose und die Epidermolysis bullosa acquisita. Diese Erkrankungen, die sich an Haut und/oder Schleimhäuten manifestieren, zeichnen sich durch Spalten innerhalb der oberen Hautschichten aus, die sich schließlich mit Flüssigkeit füllen und dann als Blasen wahrgenommen werden. Weiterhin werden in der Autoimmunsprechstunde Patienten mit Gefäßentzündungen, sogenannten Vaskulitis-Erkrankungen, betreut, denen meist Ablagerungen von Antikörper-Antigenkomplexen in den Gefäßwänden zugrunde liegen.
Vor der Entscheidung über das therapeutische Vorgehen ist zunächst eine sorgfältige Einordnung der Erkrankung notwendig. Neben Hautbiopsien untersucht man vor allem das Serum betroffener Patienten, in dem sich häufig zirkulierende Autoantikörper nachweisen lassen. Da neben der Haut nicht selten auch innere Organsysteme betroffen sein können, ist in vielen Fällen eine Konsultation anderer am Universitätsklinikum vertretener Disziplinen (z. B. Innere Medizin, Neurologie, Augenheilkunde, Radiologie) erforderlich.
Zu den eingesetzten therapeutischen Verfahren zählt die Verabreichung entzündungsmodulierender (Dapson, Hydroxychloroquin), immunsuppressiver (Kortikosteroide, Azathioprin, Mycophenolat Mofetil, u. a.) oder immunmodulierender Medikamente (z. B. Immunglobuline (IvIg)). Auch innovative Therapiekonzepte wie der Einsatz sogenannter Biologicals (z. B. Rituximab (Mabthera)) werden angeboten.
Inhaltlich verantwortlich gemäß § 6 MDStV ist der/die jeweilige Direktor/in bzw. Leiter/in der Einrichtung.
Universitätsmedizin Mannheim
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