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Gastroenterologie

Hirn-Darm-Mikrobiota-Interaktionen bei CED

Die Arbeitsgruppe untersucht verschiedene Aspekte von Hirn-Darm-Mikrobiota-Interaktionen bei CED zur Charakterisierung von Endophänotypen extraintestinaler Symptome wie Fatigue, Depression, Angst und viszeraler Sensitivität. Ziel der Analysen ist u.a. die Detektion möglicher Biomarker (z.B. neural, metabolisch oder Mikrobiota-assoziiert) für diese Symptome, um langfristig die ganzheitliche Behandlung der Patientinnen und Patienten und damit ihre Lebensqualität zu verbessern. Im Rahmen der DFG-geförderten "INFLAMIND"-Studie werden Patient:innen mit M. Crohn in verschiedenen Krankheitsstadien hinsichtlich ihrer Hirnstruktur- und funktion sowie der Zusammensetzung der Immunzellen und der Darmmikrobiota untersucht.

Klinische Kooperationseinheit Healthy Metabolism

Metabolische und kardiovaskuläre Volkserkrankungen sind eng verknüpft und von größter gesundheitspolitischer Bedeutung. Mittlerweile wird in Deutschland eine Erkrankungsrate von mehr als 20 % bei der erwachsenen Bevölkerung angenommen, was mehr als 10 Mio. Betroffenen entspricht. Für die dringend notwendige Absenkung der gesundheitlichen Folgen der Fettleber und der hohen Sterblichkeit sind weitere Anstrengungen und bessere Präventionsansätze essentiell. Ziel der Klinischen Kooperationseinheit (KKE) Healthy Metabolism ist deshalb eine Bündelung der medizinischen und technologischen Kompetenzen an der Medizinischen Fakultät Mannheim zur weiteren Verbesserung der Prävention in der Hepatologie. Dem Schwerpunkt der Prävention hat sich die Medizin in Mannheim insbesondere mit dem Zentrum für Präventivmedizin und Digitale Gesundheit (CPD) und dem European Center for Angioscience (ECAS) schon lange verschrieben. Gemeinsam getragen von der II. Medizinischen und der Chirurgischen Klinik soll mit dem klinischen Pendant der KKE Healthy Metabolism eine erfolgreiche Übertragung der Wissenschaft in die medizinische Anwendung und Routine umgesetzt werden. Über telemedizinische und digitalmedizinische Versorgungsstrukturen wird dies auch in den ländlichen Bereich ausgedehnt werden.

Deutsches Netzwerk für Personalisierte Medizin – Inflammation (DNPM-I)

Das Netzwerk für Personalisierte Medizin - Inflammation baut auf den Strukturen des Zentrums für Personalisierte Medizin auf. Mit dieser Erweiterung sollen nun auch chronisch entzündliche Erkrankungen mit in die personalisierte Medizin aufgenommen werden. Mittels gemeinsamer Entzündungsboards an den verschiedenen Standorten in Baden-Württemberg soll der Bogen von der Individualierung der Krankenversorgung hin zur translationalen und Versorgungsforschung gespannt werden. In der ersten Phase werden die Krankheitsbilder aus der Gastroenterologie, Dermatologie und Rheumatologie zusammengeführt. In einer weitere Phase sollen dann weitere Fachdisziplinen, z.B. Neurologie, nachfolgen. Für den Standort Mannheim liegt die Leitung des Zentrums bei Prof. Ebert.

Leitlinienarbeit

Die II. Med. Klinik war und ist an der Entstehung der aktuell gültige Fassung der S3-Leitlinien zur Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn (Dr. A. Thomann als Collaborator), der S3 Leitlinie Pankreatitis (Dr. M. Hirth als Collaborator) sowie der S2k Leitlinie Autoimmune Lebererkrankungen (Prof. Dr. Dr. A. Teufel als Collaboartor) der deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen beteiligt:

Studienzentrum der II. Medizinischen Klinik

Das Kompetenzzentrum und Studienzentrum der II. Medizinischen Klinik führt seit vielen Jahren zahlreiche nationale und internationale Studien durch, um unseren Patienten einen Zugang zu modernen und wirksamen Therapien anzubieten.

Im Bereich der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen zielen die neuen zielgerichteten Therapien auf eine langandauernde klinische und endoskopische Remission. Dabei werden einerseits neue, optimierte Medikamente gegen bereits etablierte Zielstrukturen (z.B. TNF oder IL-23 (DUET-CD, DUET-UC, Fuzion Studie) eingesetzt, um die Wirksamkeit zu erhöhen oder die Nebenwirkungen zu senken. Andererseits werden Medikamente gegen gänzlich neue Ziele getestet (Toll-like-Rezeptor 9 (CSUC-01/21 Studie), sphingosine 1-phosphate receptor-1 (AMUC Studie)).

Als weitere Studien zu Erkrankungen mit inflammatorischen/immunologischen Hintergrund führen wir zum einen die CEC-4/CEL Studie bei Patienten mit Zöliakie, bei der ein oral verabreichter Inhibitor der Transglutaminase 2 eingesetzt wird. Dieser verhindert die Bildung von desaminiertem Gluten und die ersten Schritte der Gluten-induzierten T-Zell-Aktivierung. Zum anderen rekrutieren wir Patienten mit primär sklerosierender Cholangitis für die SPRING Studie. Bei dieser Studie soll die Sicherheit und Wirksamkeit von CM-101, einem Antikörper gegen das Chemokin CCL24, bewertet werden. Dieses Chemokin fördert das Zell-trafficking und reguliert entzündliche und fibrotische Aktivitäten.

Eine Übersicht über die aktuell bei uns laufenden Studien finden Sie unter:

Ernährungsambulanz und zeritfiziertes Ernährungszentrum

Das interdisziplinäre Team der Ernährungsambulanz gewährleistet die tägliche ambulante und stationäre Patientenversorgung. Ein Schwerpunkt liegt in der Versorgung von Patienten mit Mangelernährung bei unterschiedlichen Erkrankungen, wie zum Beispiel bei onkologischen Diagnosen oder CED, sowie prä- und postoperativen Patienten mit Erstellung vonTherapieplänen und gegebenenfalls Organisation der ambulanten Versorgung.

In der täglichen Routine erfolgt außerdem die Erfassung des Ernährungszustandes u.a. durch Body-Impedanz-Analyse, Aufklärung über die verschiedenen Stufen der Ernährungstherapie (normale Mischkost energiereich und /oder nährstoffmodifiziert, Trinknahrung, Sondenernährung, parenterale Ernährung), Organisation der Anlage von Ernährungssonden, sowie Betreuung von Patienten mit jeder Art von Ernährungssonde (PEG, Jejunostomie, Nasensonden), Organisation der Weiterbetreuung von Sondenpatienten, sowie eine Ernährungsmedizinische Komplexbehandlung.

Die Ernährungsambulanz ist zertifiziert im Sinne des Qualitätszertifikat Ernährungsmedizin (DAEM/DGEM/BDEM).

IBD Organoid Biobank

Organoide sind ein nützliches Instrument für die personalisierte Medizin und stellen den Avatar des Patienten dar.

Angesichts ihrer weiten Verbreitung ist es überraschend, dass dieses Instrument bei CED nicht häufig eingesetzt wird. Deshalb bauen wir in der II. Medizinischen Klinik eine lebende Organoid-Biobank auf, die sowohl für grundlagenwissenschaftliche Zwecke als auch für klinische Projekte genutzt werden soll.

Die Fragen, an denen wir derzeit arbeiten, sind:

  • Wie verändert sich die zelluläre Zusammensetzung in IBD-Organoiden?
  • Welche Zellen regenerieren den Darm bei IBD?
  • Können wir die metabolische Neuverdrahtung bei IBD nutzen, um alternative therapeutische Strategien zu finden, die zu einer verstärkten Geweberegeneration führen?

Darüber hinaus konzentrieren wir uns darauf, wie sich das Transkriptom auf Einzelzellbasis zwischen normalen und IBD-Organoiden verändert. Diese Analyse wird eine neue, detaillierte Sicht auf die Veränderungen des Einzelzelltranskriptoms bei IBD ermöglichen und möglicherweise den Weg für neue therapeutische Ansätze ebnen. 

Autoimmune Pankreatitis, IgG4, Mikrobiom

Der Fokus der Arbeitsgruppe liegt im Wesentlichen auf der Durchführung von klinischen Studien zu zwei Krankheitsentitäten:

1) Die autoimmune Pankreatitis stellt eine seltene inflammatorische Erkrankung dar, über deren Verlauf und Pathomechanismus bisher nur wenig bekannt ist. Es wird untersucht, welchen Einfluss die so genannte "gut-brain" Achse zu dieser Erkrankung beiträgt (Inflamind-Pancreas-Studie). Ziel der Studie ist es, herauszufinden, welcher Zusammenhang zwischen dem intestinale Mikrobiom, lokaler und systemischer Inflammation, Veränderungen der Signalverarbeitung im ZNS und der Schmerzverarbeitung bei Patienten mit dieser seltenen inflammatorischen Erkrankung besteht.

2) Zudem werden klinische Studien durchgeführt, die zu einem verbesserten Monitoring von Patienten mit chronische Pankreatitis führen (PESPA trial und ARFI-Studie).

TRAIN-IBD-Initiative (Translational Research And Innovation Network - Inflammatory Bowel Disease) Baden-Württemberg

In den letzten Jahren entstand eine enge Kooperation mit den CED-Hochschulambulanzen der 5 Baden-Württembergischen Universitätsklinika in Form der Initiative "TRAIN-IBD" (Translational Research And Innovation Network - IBD).

Aus dieser Kooperation sind bereits mehrere multizentrische Beobachtungsstudien durchgeführt und publiziert worden, zudem wird eine multizentrische, harmonisiert charakterisierte CED-Kohorte aufgebaut

Immunonkologie / Immuntherapie onkologischer Erkrankungen

Immunonkologische Therapiestudien, wie z.B. die RAMONA-Studie, werden an der II. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) entwickelt und gemeinsam mit über 30 Zentren in Deutschland durchgeführt.

In der RAMONA-Studie wurden ältere Patient:innen mit fortgeschrittenen Ösophaguskarzinom behandelt. Dazu wurde eine Kombinationsimmuntherapie aus zwei Checkpoint-Inhibitoren: dem PD-1-Antikörper Nivolumab und dem CTLA4-Antikörper Ipilimumab verabreicht. Bis dahin war diskutiert worden, ob die besonders empfindliche Population älterer Patienten überhaupt Checkpoint-Inhibitoren verträgt. Die Studie beschreibt nun erstmals die Sicherheit und Wirksamkeit von Checkpoint-Inhibitoren in dieser Gruppe.

Die Gesamtüberlebenszeit unter der Kombinationstherapie war signifikant höher im Vergleich zu einer historischen Kontrollgruppe, die eine Standard-Chemotherapie erhalten hatte. Die Ergebnisse wurden in Lancet Healthy Longevity publiziert. Derzeit werden Nachfolgekonzepte entwickelt, um einerseits die immunonkologischen Therapieansätze zu verbessern und andererseits Biomarker für die Therapieprädiktion zu entwickeln. 

Second-line therapy with nivolumab plus ipilimumab for older patients with oesophageal squamous cell cancer (RAMONA): a multicentre, open-label phase 2 trial

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