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Forschung zur Interaktion von Neutrophilen Extrazellulären Fallen (NETs) und Makrophagen
Die Arbeitsgruppe erforscht den Einfluss des innaten Immunsystems auf entzündliche Prozesse des neonatalen Darmes (nekrotisierende Enterokolitis), des kindlichen Darmes (v. a. Morbus Hirschsprung) sowie des Peritoneums (v.a. Wundheilung, Adhäsionen). Im Zentrum steht die Interaktion von Neutrophilen Extrazellulären Fallen (NETs) und Makrophagen.
Wir untersuchen in den DFG-geförderten Projekten, inwieweit diese Zellpopulationen an der intestinalen und peritonealen Inflammation beteiligt sind – und welche therapeutischen Optionen sich durch gezielte Immunmodulation eröffnen.
Die Rolle von Immunzellen bei der ECMO-assoziierten Immunothrombose
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt, gefördert durch die Schwiete-Stiftung, liegt auf der Rolle von Immunzellen bei der ECMO-assoziierten Immunothrombose.
Die extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) ist ein lebensrettendes Verfahren für Neugeborene und Kinder mit schwerem Lungen- oder Herzversagen, birgt jedoch ein erhebliches Risiko für thrombotische und hämorrhagische Komplikationen. In Zusammenarbeit mit der Neonatologie erforschen wir, wie die Interaktion von Neutrophilen und Makrophagen mit den extrakorporalen Oberflächen zu einer überschießenden Immunaktivierung führt. Extrazelluläre DNA-Strukturen (sogenannte Fallen) bilden dabei ein prothrombotisches Gerüst, an dem Thrombozyten und Gerinnungsfaktoren adhärieren – und tragen so wesentlich zur Entstehung der Immunothrombose bei. Unser Ziel ist die Identifikation von Ansätzen zur gezielten Hemmung dieses Prozesses.
Die Rolle der Inflammation bei Entstehung, Progression und Metastasierung embryonaler Tumoren
Eine weitere Arbeitsgruppe widmet sich der Rolle der Inflammation bei Entstehung, Progression und Metastasierung embryonaler Tumoren – insbesondere des Neuroblastoms, Nephroblastoms und Hepatoblastoms.Wir untersuchen, wie Neutrophile und Makrophagen das Tumormikromilieu (TME) modulieren und dadurch Tumorwachstum sowie Metastasierung begünstigen oder hemmen können.
Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Interaktion dieser innaten Immunzellen mit CAR-T-Zell-basierten Therapieansätzen: Inwieweit beeinflusst das inflammatorische Milieu die Effektivität von CAR-T-Zellen – und lässt sich durch gezielte Modulation des TME das therapeutische Ansprechen verbessern?
Morbus Hirschsprung Organoid Biobank
Organoide sind ein nützliches Instrument für die personalisierte Medizin und stellen den Avatar des Patienten dar. In der Klinik für Kinderchirurgie bauen wir eine lebende Organoid-Biobank auf, die sowohl für grundlagenwissenschaftliche Zwecke als auch für klinische Projekte genutzt werden soll. Ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf dem Einfluss angeborener Immunzellen auf die intestinale Inflammation – insbesondere im Zusammenhang mit der Hirschsprung-assoziierten Enterokolitis (HAEC) und der Pathogenese der Erkrankung.
Die Fragen, an denen wir derzeit arbeiten, sind:
- Wie beeinflussen angeborene Immunzellen die Entstehung der Inflammation bei Morbus Hirschsprung?
- Welche Rolle spielen sie bei der Entwicklung der Hirschsprung-assoziierten Enterokolitis (HAEC)?
- Welchen Beitrag leisten sie zur Pathogenese der Erkrankung – und lassen sich daraus neue therapeutische Strategien ableiten?
Darüber hinaus konzentrieren wir uns darauf, wie sich das Transkriptom auf Einzelzellbasis zwischen Kontrollgewebe und Organoiden von Patienten mit Morbus Hirschsprung verändert. Diese Analyse wird eine neue, detaillierte Sicht auf die zellulären Veränderungen bei der Erkrankung ermöglichen und möglicherweise den Weg für neue therapeutische Ansätze ebnen.