Gewalt und Gewaltprävention in Kliniken und niedergelassenen Praxen
08.05.2026 | 12:00 - 16:00 Uhr
Thementag an der UMM
GEWALT UND GEWALTPRÄVENTION IN KLINIKEN UND NIEDERGELASSENEN PRAXEN – Schützen, Vorbeugen, Handeln
Gewalt gegenüber Beschäftigten im Gesundheitswesen nimmt seit Jahren zu – sowohl in stationären Kliniken als auch im ambulanten Bereich. Aktuelle Erhebungen zeigen ein alarmierendes Bild: Viele Beschäftigte im Gesundheitswesen berichten von wiederkehrenden verbalen Übergriffen (z. B. Beschimpfungen, Demütigungen, Bedrohungen), aber auch von körperlicher Gewalt im Arbeitsalltag.
Ziel des interdisziplinären Thementages ist die Thematik aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, Ursachen und Erscheinungsformen von Gewalt darzustellen und konkrete Ansätze für Prävention, Intervention und Handlungssicherheit im Arbeitsalltag zu vermitteln. Praxiserprobte Konzepte und umsetzbare Strategien zum Schutz der Beschäftigten sowie organisatorische und räumlich sinnvolle Maßnahmen werden von den Referenten anschaulich vorgestellt.
Mehr über die Beauftragte für Chancengleichheit erfahren Sie hier.
Ort
Der Thementag findet als hybride Veranstaltung an der UMM Mannheim statt, d.h. eine Teilnahme vor Ort (Haus 19, Hörsaal 6) als auch online möglich. Die Teilnahme ist kostenlos.
Zugangslink für die online-Teilnahme
https://t1p.de/gleichstellungszuschauer
Anmeldung für Präsenzteilnehmer
Mitarbeiter und Auszubildende des Universitätsklinikums und externe Personen melden sich bitte bei Fr. K. Gumbel-Imhof an: Chancengleichheit@umm.de
Angehörige und Studierende der Medizinischen Fakultät Mannheim und externe Personen melden sich bitte bei Fr. Dr. A. Titze an: Gleichstellungsbuero@medma.uni-heidelberg.de
Programm
12:00 Uhr
Begrüßung:
Prof. Dr. Susanne Saußele
Gleichstellungsbeauftragte der Medizinischen Fakultät Mannheim und Oberärztin am Universitätsklinikum
Katrin Gumbel-Imhof
Beauftragte für Chancengleichheit, Universitätsklinikum Mannheim
Einführung und Moderation:
Dr. Anja Titze
Referentin für Gleichstellungsfragen, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
12:15 Uhr
Prävention mit System: Das Konzept des Klinikum Leverkusens gegen Gewalt im Klinikalltag
Jessica Alica Odenthal, Prof. Dr. Marc Busche
Koordinierungsgruppe #sicherimDienst (Polizei NRW), Trainer*innen für Gewaltprävention (Polizei Recklinghausen), Deeskalationstrainer*innen (Unfallkasse, Ärztekammer)
13:30 Uhr Pause
13:45 Uhr
Sicherheit im Arbeitsalltag – Gewaltprävention in Kliniken und niedergelassenen Praxen aus polizeilicher Sicht
Knut Krakow
Polizeipräsidium Mannheim
14:30 Uhr
Zwischen Versorgung und Risiko: Gewaltsame Übergriffe auf medizinisches und pflegerisches Personal an der UMM
Dr. Dr. Tina Kaffenberger
Integriertes Notfallzentrum INZ, Universitätsklinikum Mannheim
Andrea Dalmer
Betriebliche Sozialberatung
15:00 Uhr Pause
15:15 Uhr
Handlungssicher bleiben: Deeskalationsstrategien und Transfer in den Arbeitsalltag
Wolfgang Bitz
Deeskalationstrainer, Universitätsklinikum Heidelberg
16:00 Uhr Schlussbemerkung und Ausblick
Ein Thementag zum Schutz des medizinischen und pflegerischen Personals
Beleidigungen, Drohungen, sexualisierte Übergriffe und körperliche Gewalt – was viele nicht für möglich halten, ist für zahlreiche Pflegerinnen und Pfleger sowie für medizinisches Personal längst Alltag. Gewalt gegenüber Beschäftigten im Gesundheitswesen nimmt seit Jahren zu – sowohl in stationären Kliniken als auch im ambulanten Bereich, insbesondere in niedergelassenen Praxen.
Betroffen sind Pflegerinnen und Pfleger, Ärztinnen und Ärzte, medizinische Fachangestellte sowie therapeutisch Tätige – Menschen, die täglich Verantwortung für die Versorgung und das Wohlergehen anderer übernehmen. Häufig zeigen sich Übergriffe in Bereichen mit hoher Akutdynamik und Erwartungsdruck, etwa in Notaufnahmen, auf geriatrischen Stationen und in stark frequentierten Praxen und Behandlungsbereichen.
Gewalt im Gesundheitswesen: Alltag für Pflege- und Medizinpersonal
Aktuelle Erhebungen zeigen ein alarmierendes Bild: Viele Beschäftigte im Gesundheitswesen berichten von wiederkehrenden verbalen Übergriffen (z. B. Beschimpfungen, Demütigungen, Bedrohungen) und auch von körperlicher Gewalt im Arbeitsalltag.
Viele dieser Vorfälle bleiben aus Angst oder Unsicherheit unbeachtet oder werden bagatellisiert – mit gravierenden Folgen: psychische Belastungen, zunehmende Krankheitsausfälle, Fluktuation und ein wachsender Rückzug aus patientennahen Tätigkeiten.
Gewalt gegen medizinisches und pflegerisches Personal ist kein isoliertes Phänomen. Sie entsteht im Spannungsfeld eines überlasteten Gesundheitssystems, zunehmender gesellschaftlicher Aggression und wachsender Erwartungen an die Versorgungsleistung – oft ohne ausreichende personelle und strukturelle Ressourcen.
Insbesondere Pflegerinnen und Pfleger sowie Ärztinnen und Ärzte sind die Ersten, die mit emotional aufgeladenen Situationen, Eskalationen oder enttäuschten Erwartungen konfrontiert werden – häufig ohne ausreichende Schulung, Schutzstruktur oder Rückhalt.
Der Thementag an der UMM
Der interdisziplinäre Thementag „Gewalt und Gewaltprävention in Kliniken und niedergelassenen Praxen – Schützen, Vorbeugen, Handeln“ stellt das medizinische und pflegerische Personal in den Mittelpunkt. Ziel ist es, die Thematik aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, Ursachen und Erscheinungsformen von Gewalt einzuordnen und konkrete Ansätze für Prävention, Intervention und Handlungssicherheit im Arbeitsalltag zu vermitteln.
Breiter Wissenstransfer: Schutz, Prävention, Handlungssicherheit
Im Fokus stehen praxiserprobte Konzepte und umsetzbare Strategien: Wie können Beschäftigte besser geschützt werden? Welche organisatorischen und räumlichen Maßnahmen sind sinnvoll? Und welche Unterstützungs- und Kooperationsmöglichkeiten bestehen – innerhalb der Einrichtung und mit externen Partnern?
Prof. Dr. Marc Busche, Chefarzt der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie am Klinikum Leverkusen, und Jessica Alica Odenthal, Leiterin des Betrieblichen Gesundheitsmanagements am Klinikum Leverkusen, werden ein Konzept zum Umgang mit und zur Prävention von Gewalt präsentieren, das mittlerweile bundesweit Schule macht. Ziel ist es, Personal und Räume in Kliniken vorzubereiten, um auf gewaltsame Übergriffe zu reagieren oder diesen vorzubeugen.
Dr. Dr. Tina Kaffenberger berichtet von ihrem Alltag im Integrierten Notfallzentrum INZ des Universitätsklinikums Mannheim. Sie wird vermitteln, in welchem Ausmaß Gewaltübergriffe in der ärztlichen Versorgung auftreten, welche Situationen besonders häufig sind und welche Maßnahmen sich in der Praxis bewährt haben.
Andrea Dalmer, Betriebliche Sozialberatung des Universitätsklinikums Mannheim, wird ergänzen, wie sich Gewalterfahrungen bei Beschäftigten auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit auswirken und welche Unterstützung in Form von Wiedereingliederungsmaßnahmen angezeigt sind.
Schließlich wird der Deeskalationstrainer Wolfgang Bitz Strategien und Handlungsmöglichkeiten vorstellen, die am Universitätsklinikum Heidelberg implementiert werden.
Zielgruppe des Thementages
Am Thementag können alle interessierten Personen teilnehmen. Sehr zu empfehlen ist die Teilnahme Ärztinnen und Ärzten, Pflegerinnen und Pflegern, Therapeutinnen und Therapeuten, Pflegeschülerinnen und Pflegeschülern, Studierenden, Leitungspersonal sowie Arbeitsschutz- und Sicherheitsbeauftragten.
Besonders angesprochen sind Führungskräfte, Praxisleitungen und Klinikträgerinnen und Klinikträger, die Verantwortung für sichere Arbeitsbedingungen tragen.
Dieser Thementag ist notwendig
Diese Veranstaltung greift ein hochaktuelles Thema auf: Gewalt darf kein fester Bestandteil des Berufsalltags im Gesundheitswesen sein. Wer Menschen versorgt, verdient Respekt, Schutz und Rückhalt.
Der Thementag will Bewusstsein schaffen, Handlungssicherheit fördern und zeigen: Gewalt ist kein Schicksal – sie ist ein Risiko, dem mit konkreten Maßnahmen begegnet werden kann.
- Arbeitssicherheit ist Pflicht!
- Pflege- und Medizinberufe brauchen Schutz.
- Prävention ist möglich – und notwendig.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Veranstalter
Das Gleichstellungsbüro der Medizinischen Fakultät Mannheim in Kooperation mit der Beauftragten für Chancengleichheit des Universitätsklinikums Mannheim.