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Forschungsziel

Das Gesamtziel des Vorhabens TTRIS-CSI ist die systematische Untersuchung molekularer und klinischer Co-Faktoren des strahleninduzierten Sarkoms (radiation-induced sarcoma, RIS) als seltene, aber schwerwiegende Spätfolge bei Langzeitüberlebenden von Krebserkrankungen.
 

Wir gehen davon aus, dass die Entstehung von RIS nicht monokausal ist, sondern durch ein komplexes Zusammenspiel genetischer Prädispositionen, molekularbiologischer Mechanismen und therapiebedingter Einflussgrößen, insbesondere strahlentherapeutischer Parameter, bestimmt wird.

Im Rahmen eines multidisziplinären Verbundprojekts, das Expertisen aus Humangenetik, Molekularbiologie, Strahlentherapie, Epidemiologie, Bioinformatik und Versorgungsforschung bündelt, soll auf Basis eines umfassenden, prospektiv erhobenen RIS-Datensatzes ein multifaktorielles Risikomodell entwickelt werden. Dieser Datensatz umfasst klinische Informationen, detaillierte strahlenbiologische Parameter, molekulargenetische Profile einschließlich Whole Genome Sequencing sowie strukturierte Familienanamnesen. Die Integration dieser Daten ermöglicht die Entwicklung und Validierung eines polygenen Risikoscores (PRS), der mit strahlenbiologischen und klinischen Faktoren verknüpft wird, um Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren und die Entscheidungsfindung in der Strahlentherapie zu unterstützen.

Darüber hinaus verfolgt das Projekt das Ziel, strahlentherapeutische Einflussgrößen zu definieren, die die Entstehung von RIS begünstigen, und diese Erkenntnisse in Empfehlungen für künftige Therapieprotokolle zu überführen. Ergänzend wird die epidemiologische Dimension durch Analysen bevölkerungsweiter Registerdaten adressiert, die eine externe Validierung der Ergebnisse ermöglichen. Schließlich werden in einem eigenen Arbeitspaket die psychosozialen Bedürfnisse von RIS-Betroffenen und ihren Familien systematisch erfasst, um patientenzentrierte Kommunikations- und Nachsorgekonzepte zu entwickeln und so die Translation der Forschungsergebnisse in die Versorgung sicherzustellen.

Bezug zum Förderprogramm

Das Vorhaben unterstützt unmittelbar die Zielsetzungen des BMBF/BMFTR zur „Förderung der Erforschung molekularer Ursachen sowie der tertiären Prävention von Langzeit- und Spätfolgen nach Krebs“. Es adressiert eine seltene, schwerwiegende Spätfolge – das strahleninduzierte Sarkom (RIS) – und trägt damit zur Stärkung der Präzisionsonkologie bei therapieassoziierten Zweittumoren bei.

Durch die Entwicklung und Validierung eines multifaktoriellen Risikomodells werden molekulare, genetische und strahlenbiologische Faktoren integriert, um eine verbesserte Risikostratifizierung zu ermöglichen. Parallel werden die psychosozialen Bedürfnisse von Betroffenen systematisch erfasst, sodass individualisierte Therapiewahl, risikoadaptierte Nachsorgeprogramme und patientenzentrierte Präventionsstrategien entwickelt werden können. Damit leistet das Projekt einen direkten Beitrag zur Umsetzung der Förderziele: der Aufklärung molekularer Ursachen, der Entwicklung innovativer Konzepte für die tertiäre Prävention von Spätfolgen sowie der nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität von Langzeitüberlebenden nach Krebs.