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Für Patient:innen

Auf dieser Seite finden Sie FAQs speziell für Patient:innen zur TTRIS-CSI. Zu den allgemeinen Patienteninformationen der Universitätsmedizin Mannheim gelangen Sie hier.

1. Was ist ein Sarkom?

Ein Sarkom ist ein bösartiger Tumor, der aus Binde- oder Stützgewebe entsteht, zum Beispiel aus Muskel-, Fett-, Gefäß- oder Knochengewebe. Sarkome unterscheiden sich deutlich von häufigeren Krebsarten wie Brust- oder Darmkrebs.

2. Bin ich mit meiner Diagnose überhaupt gemeint?

Viele Patientinnen und Patienten sind unsicher, weil im Arztbrief nicht ausdrücklich „strahleninduziertes Sarkom“ steht. Entscheidend ist, ob das Sarkom im Bereich einer früheren Strahlentherapie entstanden ist und erst viele Jahre nach der ersten Krebsbehandlung aufgetreten ist. Ob das im Einzelfall zutrifft, beurteilen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte.

3. Wie heißen strahleninduzierte Sarkome?

Der Begriff „strahleninduziertes Sarkom“ steht meist nicht wörtlich im Arztbrief. Stattdessen finden Patientinnen und Patienten häufig andere Bezeichnungen. Dazu könnten z.B. gehören:

  • Angiosarkom
  • Undifferenziertes pleomorphes Sarkom (früher oft „malignes fibröses Histiozytom“ genannt)
  • Weichteilsarkom
  • Knochensarkom (z. B. Osteosarkom)
  • Postradiogenes Sarkom
  • Sarkom nach Strahlentherapie

4. Ist das ein Rückfall meines früheren Krebses?

Nein. Ein strahleninduziertes Sarkom ist kein Rückfall (Rezidiv) des früheren Krebses.

Es handelt sich um eine neue, eigenständige Krebserkrankung, die sich vom ursprünglichen Krebs unterscheidet – auch wenn sie im gleichen Körperbereich entsteht.

Wenn ein Sarkom im Bereich einer früheren Strahlentherapie entstanden ist und erst viele Jahre nach der ersten Krebsbehandlung auftritt, könnte es sich um ein strahleninduziertes Sarkom handeln. Ob das im Einzelfall zutrifft, beurteilen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte.

5. Warum entsteht das Sarkom ausgerechnet dort, wo ich früher bestrahlt wurde?

Die Strahlentherapie war damals notwendig, um den ursprünglichen Krebs zu zerstören. In sehr seltenen Fällen können die Strahlen jedoch das Erbgut einzelner Zellen im bestrahlten Gebiet verändern. Diese Zellen können sich viele Jahre später bösartig verändern. Das ist eine seltene Spätfolge einer ansonsten sehr wirksamen Therapie. Zwischen Bestrahlung und Erkrankung liegt meist eine lange Zeitspanne, häufig 10 bis 15 Jahre, manchmal auch kürzer oder länger

6. Worum geht es in dem Projekt -TTRIS-CSI?

Das Forschungsprojekt TTRIS-CSI untersucht, welche Rolle die frühere Krebstherapie, das bestrahlte Gewebe, die Strahlendosis und mögliche erbliche Faktoren spielen. Das Ziel ist es, Risiken in Zukunft besser einschätzen zu können. Auf dieser Grundlage sollen strahleninduzierte Sarkome früher erkannt werden. Außerdem sollen Nachsorge und Beratung für Betroffene verbessert werden, damit Patientinnen und Patienten nach einer Krebsbehandlung mehr Sicherheit erhalten.

7. Wer kann an der Studie teilnehmen?

Teilnehmen können Erwachsene, die früher wegen einer Krebserkrankung bestrahlt wurden und später an einem Sarkom erkrankt sind. Dazu gehören zum Beispiel Menschen, die wegen Brustkrebs oder einer anderen Krebserkrankung eine Strahlentherapie erhalten haben. Die Teilnahme ist freiwillig. Jede Patientin und jeder Patient entscheidet selbst, ob und in welchem Umfang sie oder er teilnehmen möchte.

8. Wichtig zu wissen: Diese Studie ist keine Behandlung

Die Teilnahme an TTRIS-CSI bedeutet keine zusätzliche Therapie. Die Behandlung des Sarkoms erfolgt weiterhin ausschließlich durch Ihr behandelndes Ärzteteam. Die Studie greift nicht in laufende oder geplante Behandlungen ein. Trotzdem ist die Teilnahme von großer Bedeutung! Durch die Mitwirkung vieler Betroffener können wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Diese helfen dabei, strahleninduzierte Sarkome besser zu verstehen und die Grundlage dafür zu schaffen, dass sie in Zukunft früher erkannt, besser begleitet und gezielter behandelt werden können.

9. Was passiert im Rahmen der Studie?

Je nach Einwilligung werden Informationen zur früheren Krebserkrankung und zur damaligen Strahlentherapie ausgewertet. Bereits vorhandenes Tumorgewebe kann untersucht werden, und es besteht die Möglichkeit, eine Blutprobe zur Verfügung zu stellen. Außerdem werden Erfahrungen, Sorgen und Informationsbedürfnisse der Betroffenen erfasst.

10. Muss ich zusätzliche Untersuchungen oder Termine wahrnehmen?

In der Regel nicht. Es werden überwiegend bereits vorhandene medizinische Informationen genutzt. Zusätzliche Proben (z. B. einmalige Blutentnahme) erfolgen nur nach Aufklärung und Zustimmung.

11. Was passiert mit meinen Gewebe- und Blutproben?

Proben werden ausschließlich für Forschungszwecke verwendet, sicher aufbewahrt und geschützt. Die Nutzung erfolgt nur im Rahmen der Studie und nur mit Ihrer Einwilligung.

12. Kann ich meine Teilnahme später wieder beenden?

Ja. Die Teilnahme ist freiwillig und kann jederzeit ohne Angabe von Gründen beendet werden. Daraus entstehen Ihnen keinerlei Nachteile.

13. Wie werden meine Daten geschützt?

Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig und kann jederzeit beendet werden. Alle Daten werden vertraulich behandelt und geschützt. Ergebnisse werden nicht ohne Zustimmung weitergegeben.

14. Patientinnen und Patienten als Forschungspartner

In TTRIS-CSI sind Patientinnen und Patienten mehr als Studienteilnehmende. Sie sind wichtige Partner in der Forschung. Ihre Erfahrungen, Fragen und Rückmeldungen helfen dabei, die Erkrankung besser zu verstehen und die Forschung an den tatsächlichen Bedürfnissen der Betroffenen auszurichten. Daher ist einer der Projektpartner die Deutsche Sarkom-Stiftung. So wird sichergestellt, dass Informationen verständlich sind, Sorgen ernst genommen werden und Ergebnisse so aufbereitet werden, dass sie für Patientinnen und Patienten nachvollziehbar bleiben.

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Sarkomzentrum Mannheim