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Entwicklungsfördernde Betreuung

Der Bundesverband Das frühgeborene Kind e.v. konnte in den letzten Jahren durch seine Arbeit erhebliche Fortschritte in der Betreuung von Frühgeborenen und ihrer Eltern feststellen, die auch durch die Umsetzung neuester Forschungsergebnisse im Bereich der Frühgeborenenversorgung erreicht wurden.

Experten haben Leitsätze und Voraussetzungen für eine entwicklungsfördernde Betreuung formuliert. In unserer Klinik werden Sie mit Ihrem Kind nach den aktuellen medizinischen und pflegerischen Standards und unter Berücksichtigung dieser Leitsätze betreut.

Leitsatz 1

Autonomie der Eltern

Die Autonomie der Eltern und ihre Verantwortlichkeit für ihr Kind bleiben gewahrt. Die Eltern werden von Anfang an vollständig, für sie verständlich und respektvoll informiert sowie in Behandlungsentscheidungen einbezogen.

Leitsatz 2

Integrative Versorgung

Eltern und Kind sind als Einheit zu betrachten, die auch nach der Geburt nicht getrennt wird. Die integrative Versorgung gewährleistet ein Maximum an Kontinuität und beinhaltet eine gemeinsame pränatale, perinatale und postnatale Betreuung durch ein interdisziplinäres Team. Geburtshilfe und Neugeborenen-Intensivstation befinden sich in räumlicher Nachbarschaft.

Leitsatz 3

Stressreduktion für Kind und Familie

Die Früh- und Neugeborenenstation ist gut zugänglich und vermittelt eine einladende und vertrauensvolle Atmosphäre. Sie bietet der Familie und dem betreuenden Personal ausreichend Platz, hält angemessene Rückzugsmöglichkeiten bereit und wird den Bedürfnissen des Kindes gerecht.

Leitsatz 4

Entwicklungsfördernde Behandlung

Eine entwicklungsfördernde Behandlung richtet sich nach den Bedürfnissen des Kindes aus und unterstützt seine Fähigkeiten zur Selbstregulation. Stress und Schmerzen werden – so weit wie möglich – vermieden. Es werden primär nicht-invasive Techniken eingesetzt und intensivmedizinische Interventionen auf das Notwendige reduziert. Die Koordination und Minimierung von Handlungen ermöglichen dem Kind ausreichende Ruhephasen. Die Stärken jedes Kindes werden durch angepasste sensorische Stimulation gefördert. Der kurz- und langfristige Nutzen jeder therapeutischen Maßnahme ist für das einzelne Kind zu überdenken.

Leitsatz 5

Ernährung

Muttermilch ist die optimale Ernährung für Frühgeborene und kranke Neugeborene. Saugen und Schlucken stellen eine positive Erfahrung und gleichzeitig Entwicklungsaufgabe dar. Deshalb wird auch bei intravenöser und/oder Sondenernährung das Kind an die Brust angelegt bzw. oral stimuliert. Die Mutter wird beim Stillen unterstützt. Ziel ist die ausschließliche Ernährung an der Brust.

Leitsatz 7

Eltern-Kind-Interaktion

Ein gelungener Beziehungsaufbau zwischen Eltern und Kind ist eine wesentliche Voraussetzung für die weitere Entwicklung des Kindes und kann spätere Interaktions- und Regulationsstörungen vermeiden helfen. Der Kontakt zwischen Kind und Familie ist zeitlich unbegrenzt möglich.

Leitsatz 8

Psychosoziale Betreuung der Familie

Jedes Mitglied des Stationsteams hat die Aufgabe, die ganze Familie zu unterstützen. Eine professionelle psychosoziale und psychologische Begleitung der Familie ist ein wesentlicher Bestandteil der neonatologischen Behandlung, die alle Eltern in Anspruch nehmen können.

Leitsatz 9

Struktur und Organisation des Teams

Die kind- und familienzentrierte Betreuung ist Grundlage der Stationsphilosophie. Die Struktur und Organisation der Station, die Teamgestaltung, Qualifikation und Fortbildung aller Teammitglieder sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit sind darauf ausgerichtet.

Leitsatz 10

Nachsorge

Die neonatologische Betreuung reicht über die Entlassung des Kindes hinaus. Dies beinhaltet die Entlassungsvorbereitung, die weitere Betreuung im häuslichen Umfeld mit dem Angebot von Hausbesuchen und die Vernetzung mit bestehenden ambulanten Institutionen. Jedes Frühgeborene und kranke Neugeborene hat Anspruch auf entwicklungsneurologische und -psychologische Nachuntersuchungen und entwicklungsfördernde Therapien.


Die vollständigen Leitsätze können Sie hier nachlesen.

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