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Krankheitsbilder

Bei Enddarmerkrankungen können vielfältige Ursachen vorliegen, die Beschwerden sind oft uncharakteristisch. Lästiges Nässen (feuchter After) und Jucken, Wundsein, sowie Brennen beim Stuhlgang, Schmerzen und Blutungen, Druck im Damm und das Gefühl unvollständiger Stuhlentleerung, gelegentlich ein permanenter Stuhldrang sind die häufigsten Hinweise auf eine Erkrankung. Die Beschwerden wechseln, teils heftig und wieder nachlassend.

Problematisch ist bei Hämorrhoidalleiden, dass ihre Auswirkungen zwar durch Analtampons oder Salben vorrübergehend gelindert werden können, die Hämorrhoiden selbst jedoch ohne spezielle Behandlungsmaßnahmen nicht wieder verschwinden, sondern an Größe zunehmen und somit zu immer ausgedehnteren Beschwerden führen.

Ein häufiges Problem: der "Innere Vorfall" – hier rutscht der Mastdarm in den Afterkanal hinein, gleichzeitig treten Beckenboden und After zu weit nach unten. Dabei kann Darmschleim austreten und die Afterhaut reizen. Äußerst unangenehm sind dabei Druck und Stuhldrang im Enddarm, wobei Pressen auf der Toilette den Vorfall noch verstärkt und in der Folge eine zunehmende Inkontinenz bedingen kann.

Enddarm-Leiden, insbesondere »echte« Hämorrhoiden sind außerordentlich weit verbreitet. Hinzu kommen Abszesse und Fisteln, innere und äußere Vorfälle, Fissuren (»Afterrisse«), Thrombosen (»äußere Hämorrhoiden«), Hautleiden sowie eine Reihe seltener Krankheiten, wie funktionelle Darmstörungen, chronische Entzündungen und gutartige Geschwülste (Polypen), aber auch bösartige (Darmkrebs).  

Hier haben wir für Sie eine Übersicht über die häufigsten Enddarm-Erkrankungen zusammengestellt. Zur Beschreibung klicken Sie bitte auf den jeweiligen Namen:

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind krankhaft vergrößerte Schwellposter am Übergang vom Mastdarm zum Afterkanal. Sie bleiben oft lange Zeit unentdeckt, sind aber die häufigste Ursache von Afterjucken, Entzündungen, Blutungen oder Stuhlverschmutzung der Wäsche. In diesem Fall spricht man von einem Hämorrhoidal-Leiden.

Meist hilft eine mehrmalige Verödung (Sklerosierung) oder das Abbinden mit kleinen Gummiringen (Ligatur). Bringt dies keinen Erfolg bzw. ist das Hämorrhoidalleiden zu weit fortgeschritten, muss dies operativ saniert werden.

Analfistel

Analfisteln sind Eitergänge zwischen dem Analkanal und der Afterumgebung; sie bleiben meist zurück, wenn ein Abszess eröffnet oder ausgeräumt wurde. 

Aus der äußeren Fistelöffnung sondert sich - oft schmerzhaft - immer wieder eitriges Sekret ab, es kann dabei immer wieder zu neuen Abszessen und damit zu weiterführenden Zerstörungen der Schließmuskulatur kommen.

Nur eine fachgerechte Operation beseitigt das Fistelleiden

Analfissur

Bei einer Analfissur (Afterriss) treten während und nach der Stuhlentleerung heftige Schmerzen auf, die über Stunden anhalten können.

Zu Beginn kann eine solche Fissur mit Analtampons und speziellen Cremes ausheilen. Wird der Riss jedoch chronisch, so besteht die Gefahr einer Fistelbildung mit teilweiser Zerstörung des Schließmuskels. Eine chronische Analfissur muss deshalb in der Regel operiert werden.

Tumore/Polypen

Tumore und Polypen am After oder im Enddarm sind in der Regel zunächst gutartig.

Im Zweifel jedoch müssen sie entfernt und mikroskopisch untersucht werden. Nur so lassen sich möglicherweise lebensbedrohliche Entwicklungen verhindern.

Kinderproktologie

Enddarmleiden trete nicht allein im mittleren und höheren Lebensalter auf - nein: bereits Säuglinge und Kinder können betroffen sein.

Die Probleme reichen von angeborenen Fehlbildungen über kindliche Fisteln bis zu kinderspezifischen Stuhl-Entleerungsstörungen.

Das Erkennen und Behandeln solcher Probleme bedürfen eines besonders hohen Maßes an Einfühlungsvermögen und Zeit. Herr Prof. Dr. Dieter Bussen steht mit seinem großen Erfahrungsschatz in seiner Privatsprechstunde hierfür zur Verfügung.

Stuhlinkontinenz

Stuhlinkontinenz ist eine Störung des Afterverschlusses, die dazu führt, dass die Stuhlentleerung nicht mehr exakt kontrolliert werden kann oder Darmgase ungewollt entweichen. Erste Anzeichen können Nässen in der Afterumgebung und verschmutzte Wäsche sein.

Der erfahrene Enddarmspezialist kann die komplizierten Ursachen der Verschlussstörung aufklären und lindern oder auch beheben. Gerade hier verhindern frühzeitige, fachkundige Diagnose und Behandlung Schäden, die sonst die Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigen.

Mit After- und Beckenboden-Übungen können Sie dieser unangenehmen Folge eines nicht mehr intakten Schließmuskels vorbeugen.

Beckenbodensenkung

Nachteilige Folge unseres aufrechten Gangs ist die ungewöhnliche Belastung unseres Beckenbodens. Fettsucht und Geburten, aber auch ungünstige sportliche Aktivitäten, vor allem aber falsches Stuhlverhalten schädigen die muskulären und bindegewebigen Halteapparate des Beckenbodens.

Daraus folgen nicht selten mangelnde Wind- und Stuhlkontrolle, z.B. undichter After mit verschmutzer Wäsche. Bei den betroffenen Patienten sind neben einer sorgfältigen Erhebung der genauen Beschwerden oft weitere Untersuchungen erforderlich, um diese Beschwerden zu lindern.

Entleerungsstörungen

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass man einmal täglich Stuhlgang haben sollte. Laut Definition der WHO (Welt-Gesundheits-Organisation) ist als normal zu bezeichnen, wenn man alle 3 Tage bis hin zu dreimal täglich Stuhlgang hat.

Entleerungsstörungen sind eine besondere Form der Verstopfung und können die Folge von Enddarmveränderungen sein, z. B. eines (gutartigen) inneren Mastdarmvorfalls. Aber erst nach sorgfältiger Untersuchung ist eine zielgerichtete Behandlung angezeigt und möglich.

Reizdarm

Der Wechsel von Verstopfung und Durchfall ohne erkennbare Ursache - oft verbunden mit Bauchschmerzen - weist auf einen so genannten Reizdarm hin. Nicht selten spielen Stress und Aufregung eine Rolle bei diesem ansonsten harmlosen, oft aber lästigen Leiden: "Der Darm ist der Spiegel der Seele".

Vor der endgültigen Diagnose Reizdarm muss allerdings unbedingt eine ernsthafte Erkrankung ausgeschlossen werden, unter anderem durch eine Darmspiegelung.

Colitis ulcerosa/Morbus Crohn

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen zeigen außerordentlich komplexe und sehr wechselvolle Krankheitsbilder. Deshalb gehören sie in die Hand eines Fachmannes.

Hier ist zunächst der Gastroenterologe gefordert, der nach der sorgfältigen Diagnostik die gezielte - und differenzierte - medikamentöse Therapie bestimmt.

Bei Komplikationen an Dünn- Dick- und Enddarm allerdings bestimmt der chirurgische Kolo-Proktologe das weitere Vorgehen.

Kontextspalte

Deutsches End- und Dickdarm-Zentrum
Exzellenzzentrum für chirurgische Koloproktologie

Kontakt

Notfälle

Bei akuten und dringenden Notfällen außerhalb der Sprechzeit können Sie sich an unsere Chirurgische Klinik wenden:

0621/383-2333 Station 1-51
0621/383-2197 Ärztliche Hotline

Oder Sie wenden sich an den ärztlichen Notdienst:

(+49)-116117 (keine Vorwahl)