Sie befinden sich hier

Inhalt

Cochlea-Implantat und Hör-Rehabilitation

Wenn Hörgeräte nicht mehr ausreichen, kommt das Cochlea-Implantat (CI) als Hörprothese in Frage. Mit einem CI wird mittels einer in das Innenohr implantierten Elektrode der Hörnerv direkt elektrisch angeregt und ein Höreindruck erzeugt. Hören und Verstehen mit einem CI müssen jedoch erst wieder erlernt werden.

Das Cochlea-Implantat (CI)

Ein CI besteht aus dem außen getragenen Sprachprozessor (2) mit Sendespule (3) und Energieversorgung und dem eigentlichen Implantat mit Empfangsspule (4), Stimulator und Elektrode (5). In einer ca. 90-minütigen Operation werden Empfangsspule und Stimulator hinter dem Ohr implantiert und die Elektrode (5) in das Innenohr (Cochlea) eingesetzt.

Durch die Aufbereitung der Hörinformation im Sprachprozessor wird ein elektrisches Erregungsmuster im Hörnerv (6) erzeugt, welches dem natürlichen Signal in vieler Hinsicht ähnlich ist. Besonders nach dem Spracherwerb ertaubte Menschen erzielen mit einem CI ein gutes Sprachverständnis und auch bei frühzeitig implantierten Kleinkindern entwickelt sich häufig ein weitgehend normales Hör-Verstehen .

Bimodale Versorgung

Eine besondere Herausforderung stellt die Versorgung hochgradig schwerhöriger Patienten mit einer Kombination von CI auf dem einen und Hörgerät auf dem anderen Ohr dar (bimodale Versorgung), da die unterschiedlich aufbereitete Schallinformation in den Hörzentren des Gehirns wieder zu einem gehörten Objekt integriert werden muss.

Untersuchung der Hör-Rehabilitation

Wir untersuchen, welche Voraussetzungen für das bimodale Hören geschaffen werden müssen und wie man es trainieren kann. Hierfür messen wir die Antwort des Gehirns im EEG. Besonders interessiert uns die Anpassung der Hör- und Sprachgebiete an die neue Hörsituation.

Die vom CI ausgehenden elektrischen Signale (CI-Artefakte) überlagern sich jedoch dem eigentlichen EEG, so dass sie zunächst entfernt werden müssen. Wir entwickeln neue Methoden zur automatisierten Entfernung dieser CI-Artefakte.

 

A: Vergleich der EEG-Messung vor und nach der automatisierten Entfernung des CI-Artefaktes. B/C: Bei Versorgung mit CI auf dem einen und Hörgerät auf dem anderen Ohr, dem bimodalen Hören, kommt es im Zeitbereich der N100 zu stärkerer Hirnaktivität im Vergleich zur einseitigen Versorgung mit CI. C: Die Quellenlokalisation zeigt, dass der Hörkortex beim bimodalen Hören stärker aktiviert wird (rote Markierung).

Doktoranden

Katja Hoffmann

Sarah K. Schmidt

Kooperationspartner

Advanced Bionics

Kontextspalte

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Tobias Balkenhol

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Dr. med. Jerome Servais 

Oberarzt

 

Dr. rer. nat. Elisabeth Wallhäußer-Franke

Leiterin Otoneurologie