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Arbeitsgruppe Vaskuläres Tumormikromilieu

In den letzten 100 Jahren ist es der Medizin gelungen, dass nur noch sehr wenige Tumorpatientinnen und -patienten an dem Primarius selber versterben. Trotzdem stellen Krebserkrankung - nach kardiovaskulären Erkrankungen - die zweithäufigste Todesursache in Deutschland dar. Dies liegt bei den soliden Tumoren insbesondere an der Metastasenbildung, der Absiedlung von Tochtergeschwulsten.

Ziel der Arbeitsgruppe ist es den Prozess der Metastasenbildung besser zu verstehen und mit einem besseren Verständnis, neue Therapieansätze zu etablieren. Der Fokus liegt hierbei auf dem Tumormikromilieu.

Unser Forschungsschwerpunkt:
Das den Tumor umgebende Gefäßnetz

Seit einigen Jahren rückt neben den Tumorzellen auch das sie umgebende Gewebe in den Fokus des wissenschaftlichen Interesses. Dieses so genannte Tumormikromilieu lässt sich grob in drei große Gruppen unterteilen: 1.) Fibroblasten/ extrazelluläre Matrix, 2.) das Immunsystem und 3.) das Gefäßsystem. Alle drei Komponenten wurden in den letzten Jahren von der Arbeitsgruppe Vaskuläres Tumormikromilieu untersucht (siehe Abbildung 1).

Vaskuläres Tumormikromilieu

Während die Bedeutung des Immunsystems für Tumorwachstum bereits relativ gut verstanden ist und translational mit der Einführung der Immuncheckpoint-Inhibitoren das Verständnis auch therapeutisch umgesetzt werden konnte, ist die Bedeutung des Gefäßnetzes weiterhin nur unzureichend charakterisiert. Dabei ist das Gefäßnetz bei unterschiedlichen Prozessen des Tumorprogresses wichtig: Gefäßneubildung (Neoangiogenese) ist für das Wachstum eines Tumors größer als ein Millimeter Durchmesser notwendig. Gleichzeitig geht man davon aus, dass die meisten metastatischen Zellen über das Gefäßnetz oder die Lymphbahnen abgesiedelt werden. Zusätzlich stellt das Gefäßnetz, bestehend aus Endothelzellen, eine Barriere dar, die die körpereigenen Abwehrzellen (beispielweise Makrophagen oder T-Zellen) und Botenstoffe überwinden müssen, um Tumorzellen bekämpfen zu können. Diese Barriere gilt es jedoch auch für Tumorzell-sezernierte Stoffe zu überwinden, und somit das Gewebe (beispielsweise Lungengewebe, Lebergewebe) für die Absiedlungen der Tumorzellen „vorzubereiten“.

Bei allen diesen Vorgängen stellt VEGF („vascular endothelial growth factor“) ein Schlüsselmolekül dar und mit Bevacizumab ist bereits ein Antikörper fest etablierter Therapiebestandteil in der Onkologie bei bestimmten Tumorentitäten. Bei anderen Tumorentitäten ist der Benefit einer Bevacizumabtherapie überschaubarer. Man darf vermuten, dass weitere Faktoren hier wichtig sind.

Angiopoietine

Neben VEGF konzentrieren sich viele Arbeitsgruppen auf die Erforschung der Bedeutung der Angiopoietine bzw. der ihnen ähnlichen Proteine (Angiopoietin-like Proteine). Angiopoietin-2 und Angiopoietin-like 4 sind in unterschiedlichen Tumorentitäten für die Metastasierung essentiell. Wie sich dies genau therapeutisch Nutzen lässt, untersucht gerade die Arbeitsgruppe.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Unsere Arbeitsgruppe ist Mitglied im European Center for AngioScience (ECAS) und arbeitet eng zusammen mit den Arbeitsgruppen von Herrn Prof. Dr. H.G. Augustin (Angiolab) am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

Kontextspalte

Ärztliche Leitung

Prof. Dr. med. Moritz Felcht

Prof. Dr. med. Moritz Felcht

Geschäftsführender Oberarzt

Leiter der operativen
Dermatologie

Facharzt für Haut- und
Geschlechtskrankheiten
Allergologie