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Supportive Therapie

Transfusion von Erythrozytenkonzentraten
und Eisenüberladung

Trotz einiger Fortschritte in den krankheitsspezifischen Behandlungskonzepten bleibt die Mehrheit der MDS-Patienten bis auf weiteres auf regelmäßige Transfusionen von Erythrozytenkonzentraten (EK) angewiesen.

Neben dem unbestreitbar positiven Einfluss der EK-Gabe auf das subjektive Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit der meisten Patienten besteht gerade für die Patienten mit Niedrigrisiko-MDS durch wiederholte EK-Gaben über einen längeren Zeitraum ein deutlich erhöhtes Risiko für eine transfusionsbedingte Eisenüberladung des Organismus (sogenannte sekundäre Hämochromatose).

Eisenüberladung

Der zentrale und für seine Funktion wichtigste Bestandteil des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) ist das für den Sauerstofftransport notwendige „Häm-Molekül”, welches wiederum aus Molekülen besteht, die von einem zentralen Eisenatom „zusammen gehalten” werden. Für gewöhnlich erhalten Patienten zwei EK substituiert.

Mit jedem Beutel, der gegeben wird, erhält der Patient ca. 250 mg Eisen transfundiert. Das Problem dabei ist, dass der menschliche Organismus keine Möglichkeit hat, Eisen in nennenswerten Mengen aus dem Körper zu eliminieren. Das heißt, dass Patienten, die regelmäßig transfundiert werden, früher oder später eine Eisenüberladung entwickeln.

Eisenüberladung vorbeugen

Um Organschädigungen durch eine Eisenüberladung vorzubeugen, muss das Eisen aus dem Organismus eliminiert werden. Dies geschieht mit Medikamenten, die in der Lage sind, Eisenmoleküle zu binden und über den Urin oder den Stuhl auszuscheiden.

In Deutschland sind zurzeit drei verschiedene „Eisenchelatoren” zur Behandlung der Eisenüberladung zugelassen: Deferioxamin (Desferal®), Deferasirox (Exjade®) und Deferipron (Ferriprox®).

Desferal

Desferal ist das Medikament der ersten Wahl zur Therapie der Eisenüberladung. Es ist in der Lage, das überflüssige Eisen aus dem Körper zu entfernen. Der Nachteil liegt vor allem in seiner Applikation: Desferal muss kontinuierlich über eine Pumpe unter die Haut (subkutan: „s.c.”) gegeben werden, um konstante und ausreichende Spiegel aufrecht zu erhalten. Für viele Patienten wird dies als eine große Belastung empfunden und führt nicht selten zum Therapieabbruch.

Exjade

Exjade ist ein Medikament in Tablettenform. Es wird ein einem Glas mit Wasser oder Saft oder ähnlichem aufgelöst und einmal am Tag eingenommen, was zu einer deutlich höheren Zufriedenheit mit der Therapie bei Patienten führt und deshalb eine konsequente Therapie ermöglicht.

Ferriprox

Ferriprox kann zwar ebenfalls in Form einer Tablette eingenommen werden. Aufgrund der teils schwerwiegenden Nebenwirkungen wird es nur sehr zurückhaltend eingesetzt.

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