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Ratgeber für die Zeit nach einer bariatrischen OP

Sie haben sich für eine bariatrische Operation entschieden und fragen sich vielleicht, wie die ersten Wochen nach dem Eingriff verlaufen werden. Wir möchten hier einige häufige Fragen beantworten, die von unseren Patienten immer wieder gestellt werden.

Natürlich hängt Ihre Genesung nach der Operation von vielen Faktoren ab, unter anderem von dem angewandten Operationsverfahren, unsere Empfehlungen bündeln die jahrelange Erfahrung in der bariatrischen Chirurgie an der Universitätsklinik Mannheim.

Schmerzen, Wundheilung nach OP

Habe ich Schmerzen nach der OP?

Bis zu 24 Stunden nach der Operation können Sie Schmerzen im Bereich der Schulter und der Brustregion haben, die OP-Wunden und die Bauchdecke werden sich einige Tage unangenehm anfühlen. Wir möchten Sie schnell wieder mobilisieren und verabreichen Ihnen in ausreichendem Maß Schmerzmittel.

Wenn Sie nach Ihrer Entlassung ungewöhnlich starke Schmerzen haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit unserem Bariatrischen Zentrum auf (Telefon werktags 9-15 Uhr: 0621 383 2209) oder Sie stellen sich bitte in der Zentralen Notaufnahme vor.

Bluten die Wunden?

Nach 2 bis 3 Tagen sollten die OP-Wunden getrocknet sein, davor ist Nässen oder leichtes Bluten ganz normal. Bitte melden Sie sich in unserem Bariatrischen Zentrum (Telefon werktags 9-15 Uhr: 0621 383 2209) oder stellen Sie sich in der Zentralen Notaufnahme vor, sofern die Wunden auch nach einer Woche stark nässen, eitriges Sekret absondern oder stark bluten.

Wird mir übel?

Abhängig von der Art des durchgeführten Eingriffs, können unsere Patienten über eine anfängliche Übelkeit klagen, die sich jedoch mit entsprechenden Medikamenten lindern lässt. Falls Sie regelmäßig erbrechen müssen, nehmen Sie bitte Kontakt mit unserem Bariatrischen Zentrum auf (Telefon werktags 9-15 Uhr: 0621 383 2209) oder stellen Sie sich in der Zentralen Notaufnahme vor.


Komplikationen nach OP

Wenn ich zu früh feste Nahrung esse?

Sie erhalten von uns Empfehlungen, wie Sie sich vor und nach der Adipositas-OP ernähren sollten. Aufnahme von fester Nahrung in den ersten Tagen nach der Operation können zu ernsthaften Komplikationen führen. Daher bitten wir Sie unsere Anweisungen bezüglich des Kostaufbaus nach dem Eingriff zu befolgen und bei Fragen sich immer direkt an uns zu wenden.

Wenn ich Fieber bekomme?

Fieber kann ein Anzeichen für Entzündungen sein, so dass Sie sich bitte, um Komplikationen zu vermeiden bzw. diese frühzeitig zu erkennen und behandeln lassen zu können, rasch in unserem Bariatrischen Zentrum melden (Telefon werktags 9-15 Uhr: 0621 383 2209) oder in die Zentrale Notaufnahme begeben.


Medikamente nach OP

Muss ich Medikamente nehmen?

Wir empfehlen allen Patienten zur Senkung der Säureproduktion im (Rest-)Magen die Einnahme eines Protonenpumpenhemmers, z.B. Pantoprazol 40 mg, p.o. 1x tgl. für 6 Monate postoperativ.

Welche Medikamente muss ich meiden?

Nach der Operation können Sie die meisten Medikamente bedenkenlos weiter einnehmen. Wir empfehlen lediglich, keine Nicht-steroidalen Schmerzmittel einzunehmen (z.B. Ibuprofen, Voltaren), da diese zu Magenschleimhautentzündungen führen können. Sollten diese Medikamente notwendig sein, empfehlen wir eine gleichzeitige Einnahme von Protonenpumpenhemmern (z.B. Pantoprazol) sowie ein möglichst frühzeitiges Wiederabsetzen der Nicht-steroidalen Schmerzmittel.

Soll ich Nahrungsergänzungsmittel/Vitamine nehmen?

Die lebenslange Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen nach der bariatrischen OP ist sehr wichtig und zentraler Bestandteil der Nachsorge. Sollte die Einnahme der im Folgenden genannten Supplemente nicht erfolgen, drohen schwere Mangelzustände, welche zum Beispiel Seh- und Konzentrationsstörungen oder auch Osteoporose (Ausdünnung der Knochenstruktur mit erhöhtem Knochenbruchrisiko) zur Folge haben können. In jedem Fall empfehlen wir:

  • Gabe von Calciumcitrat 500 mg p.o. 2x tgl.
  •  Einnahme eines Multivitaminpräparats p.o. 1x tgl. nach/zum Essen (die ideale Zusammensetzung für bariatrische Patienten enthalten die Präparate folgender Hersteller: FitForMe, Bariatric Advantage ®, Celebrate ®
  • Vitamin B12 1000-3000µg intramuskulär alle 3-6 Monate (alternativ 1000µg p.o. 1x tgl.)

Zusätzliche Vitamin-Substitutionen können nötig werden. Aus diesem Grund erfolgen regelmäßige Laborkontrollen durch den Hausarzt oder Endokrinologen. Die Vitamineinnahme wird dann an die Ergebnisse der Labordiagnostik angepasst. Detaillierte Empfehlungen hinsichtlich der notwendigen Supplementierungen nach bariatrischer OP enthält auch die aktuelle deutsche S3-Leitlinie: Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen, auf die Sie online kostenlos Zugriff haben.


Aktivitäten nach OP

Wann kann ich arbeiten?

Der Zeitpunkt, wann Sie in Ihren beruflichen Alltag zurückkehren können, ist sehr individuell und hängt stark von Ihrer Tätigkeit ab. Als Faustregel gilt, dass auf das Tragen von Lasten über 10 kg für einen Zeitraum von 6 Wochen verzichtet werden sollte.

Worauf muss ich bei Sport/Bewegung achten?

Auch nach der Operation bleiben Bewegung und körperliche Aktivität notwendig und sollten langsam gesteigert werden. Starten können Sie ca. 2 Wochen nach der Operation. Zu diesem Zeitpunkt können Sie z.B. folgende Aktivitäten ausüben: Fahrradfahren, Nordic Walking, Zumba, Schwimmen (sobald die Wunden verheilt sind).

Wann kann ich Duschen?

Ab dem ersten Tag nach der Operation können Sie mit wasserabweisenden Pflastern duschen. Wichtig ist, dass nach dem Duschen die Wunden vorsichtig und sorgfältig getrocknet werden.

Ein Vollbad können Sie nach abgeschlossener Wundheilung, etwa zwei Wochen nach dem Eingriff, nehmen.

Wann kann ich Sex haben?

Wenn Sie sich wohl fühlen, können Sie etwa 7 Tage nach Ihrer Entlassung wieder Sex haben. 

Spricht etwas gegen Schwangerschaft?

Wir empfehlen Ihnen, eine Schwangerschaft auf etwa 2 Jahre nach der Operation zu verschieben, bis sich Ihr Gewicht reduziert und stabilisiert hat. In dieser Phase der Gewichtsabnahme kann der Mangel an Vitaminen und Spurenelementen gefährlich für die Entwicklung Ihres Kindes sein.

Bitte berücksichtigen Sie, dass durch eine veränderte Darmpassage die Wirkung einer Antibaby-Pille nicht garantiert werden kann.


Ernährung nach OP

Worauf muss ich achten?

Ihre Nahrungsmenge wird langfristig eingeschränkt sein. Initial sind die Nahrungsmengen allerdings noch deutlich kleiner und werden langfristig ca. einer Senioren-/Kinderportion entsprechen. Dementsprechend sollten Sie mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag einplanen.

Trinken empfehlen wir spätestens 30 min vor oder frühestens 30 min nach einer Mahlzeit. Während der Nahrungsaufnahme sollten Sie keine Flüssigkeit zu sich nehmen: Für die Ernährungszusammensetzung können Sie sich an der Ernährungspyramide orientieren, wichtig ist vor allem die ausreichende Proteinaufnahme. Nach der Operation sollten sie lebenslang Vitamine und Spurenelemente substituieren. Hierfür gibt es mehrere Kombinationspräparate, z.B. FitForMe, Bariatric Advantage ®, Celebrate ®.

Ernährungspyramide

Was darf ich essen und trinken?

  • OP-Tag: Sie dürfen bereits Kräutertee und stilles Wasser trinken.
  • Postoperativer Tag 1 bis 14 Tage nach OP: weiterhin Kräutertee und stilles Wasser (keine Trinkmengenbeschränkung; nach 4 Tagen sollten Sie in der Lage sein, über den Tag verteilt etwa 1,5 Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen), zudem Suppe und Proteindrinks, d.h. Flüssigkost.
  • Ab 14 Tage nach OP bis 4 Wochen nach OP: weiterhin Kräutertee und stilles Wasser (keine Trinkmengenbeschränkung), zudem Breikost.
  • Ab 4 Wochen nach OP: Normalkost.

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    Ansprechpartner

    PD Dr. med. Mirko Otto

    PD Dr. med. Mirko Otto

    Sektionsleiter der Chirurgie des oberen Gastrointestinaltraktes mit dem Schwerpunkt Bariatrie

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    Dr. med. Georgi Vassilev

    Dr. med. Georgi Vassilev

    stv. Leitung

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    Selbsthilfe

    Die Adipositas Selbsthilfegruppe am Universitätsklinikum Mannheim trifft sich jeden 3. Montag im Monat jeweils um 19:00 Uhr. Weitere Informationen erfahren Sie hier oder über den Adipositasverband.



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    DGAV Referenzzentrum Adipositaschirurgie

    Infomaterial

    Über die Ursachen der Adipositas finden Sie hier einen interessanten Film.