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Patienteninformationen


Klinischer Hintergrund

Darmkrebs stellt geschlechterübergreifend die häufigste Krebserkrankung dar. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung ist die Erkrankung in vielen Fällen gut heilbar. Allerdings hat rund ein Viertel der Patienten schon zum Zeitpunkt der Diagnose Metastasen im Körper. Ein weiteres Fünftel entwickelt solche Tochtergeschwulste im Verlauf der Erkrankung.

Antikörper gegen Krebs

In diesen Fällen sind personalisierte sogenannte zielgerichtete Therapeutika das Mittel der Wahl. Spezielle Antikörper erkennen und attackieren die Tumorzellen über spezifisch in diesen Zellen veränderte Moleküle. So lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten und mögliche Nebenwirkungen reduzieren. Weil sich aber Tumorzellen ständig verändern bzw. unter Therapie resistente Tochterzellen selektioniert werden, muss vor und während der Therapie der Tumor kontinuierlich untersucht werden. Auf diese Weise lässt sich eine Resistenzentwicklung und damit ein Therapieversagen frühzeitig erkennen, so dass genügend Zeit bleibt, um auf andere Arzneimittel auszuweichen. Hierfür war bisher eine Gewebeprobe (Biopsie) notwendig, die aus dem oft schlecht zugänglichen Primärtumor oder seiner Metastasen invasiv entnommen werden muss, was ein zusätzliches Risiko für den Patienten darstellt.

Diese belastende Prozedur kann für Patienten der UMM entfallen: Dank des neuartigen Testsystems OncoBEAM™ genügt jetzt eine einfache Blutentnahme, um den sogenannten Mutationsstatus von metastasierten Darmtumoren zu bestimmen. Somit kann sowohl die Eignung für bestimmte Therapeutika als auch eine Verlaufskontrolle unter Therapie sehr sicher, einfach und schnell durchgeführt werden. Das Institut für Klinische Chemie (IKC) hat dabei in mehrjährigen Testreihen das neu entwickelte Diagnoseverfahren gemeinsam mit Kollegen anderer Universitäten validiert und zur Anwendungsreife gebracht. Seit Sommer 2016 kommt es an der UMM im Regelbetrieb zum Einsatz.

Tumor-DNA im Blut (ctDNA)

Aus Krebsgeschwulsten gelangen ständig winzige Mengen von Tumor-DNA (ctDNA) ins Blut des Patienten. OncoBEAM spürt diese Erbinformation in der Blutprobe auf und prüft, ob bestimmte Gene des Tumors eine von 34 klinisch relevanten Mutationen aufweisen. Mit den Mannheimer Forschungsergebnissen konnte die Empfindlichkeit des Testverfahrens so eingestellt werden, dass es optimal vorhersagt, ob ein Patient auf die personalisierte Antikörpertherapie anspricht oder nicht.

„Mit OncoBEAM finden wir schnell und zuverlässig heraus, ob der Tumor eines Patienten mit speziellen Antikörpern gegen den so genannten EGF-Rezeptor (Epidermal Growth Factor) behandelt werden kann“, erläutert Professor Dr. med. Michael Neumaier, Direktor des IKC, und ergänzt: „Nach unserer Erfahrung ist das bei etwa der Hälfte der metastasierten Dickdarmtumoren der Fall, weil ihre Gene für den EGF-Rezeptor nicht verändert sind. Die andere Hälfte der Patienten leidet an Tumoren mit einer Mutation, durch die diese Mittel nicht mehr wirken.“

„Das neue Laborverfahren ist für unsere Patienten so wichtig, weil es im Lauf einer Antikörpertherapie nahezu unweigerlich zu Resistenzen kommt“, berichtet Professor Dr. med. Ralf-Dieter Hofheinz, Leiter des Tagestherapiezentrums der UMM, und betont: „Je schneller wir diese Resistenzen entdecken und die Behandlung anpassen, desto größer sind die Überlebenschancen unserer Patienten.“

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Molekulargenetisches Labor und onkologische Diagnostik


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