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Urindiagnostik


Bereichsprofil

Die Urinuntersuchung erlaubt im klinischen Alltag auf schnelle Weise Rückschlüsse auf eine Erkrankung des Stoffwechsels, der Niere oder der Harnwege zu treffen. Im Institut für Klinische Chemie werden verschiedene Untersuchungen zur Beurteilung des Urinstatus durchgeführt.


Analysespektrum

  • Teststreifen: voll automatisierte Ausimpfung und Bewertung

  • Urinsedimentmikroskopie CCD-Kamera gestützt mittels Bilderkennung und manueller Befundvalidation

  • Urinsedimentmikroskopie im Phasenkontrastmikroskop bei Spezialfragestellungen

  • Quantifizierung von Urinproteinen (siehe klinische Chemie)

  • Urinproteinanalyse und Befundung

  • Katecholaminbestimmung

  • Immunfixation im Urin

  • Toxikologische Gruppentests aus Urin mittels Enzymimmunoassays


Teststreifen

Die Teststreifen werden als semi-quantitativer Screening Test für die Diagnostik renaler, urologischer und metabolischer Erkrankungen verwendet. Bestimmung des pH Werts und des spezifischen Gewichts werden in Bereichen zwischen 5 und 9, und 1000 und 1060 numerisch ausgewiesen. Die weiteren Teststreifenparameter werden in Ordinalskala berichtet, siehe Tabelle.


Mikroskopische Harnuntersuchung

Das Sediment einer frischen 10 ml Urinprobe wird mittels Phasenkontrastmikroskopie durchgemustert. Diese Untersuchung beurteilt Anwesenheit und Morphologie von Erythrozyten und Leukozyten im Urin sowie geformter Urinbestandteile wie Zylinder und Kristalle.


Urinproteinanalyse

Die Urinproteinanalyse ist eine Systemdiagnostik zur Beurteilung von Nierenfunktionsstörungen auf unterschiedlichen Ebenen und erlaubt daneben die Diagnostik verschiedener Erkrankungen außerhalb des Nieren- und Urinsystems (zum Beispiel Bence-Jones Proteinurie; siehe auch spezielle Proteinanalytik).


Klinische Anwendung: Nierenstörungen

Marker für Nierenfunktionsstörungen und Ausmaß deren pathologischen Erhöhung im Urin. Beispiel einer Mischproteinurie mit tubulärer und nicht selektiver glomerulärer Komponente bei Patienten mit primärer chronischer interstitieller Nephropathie mit sekundären glomerulären Schaden, Nephrosklerosis, Hypertonie. 

Clinica Chimica Acta 297 (2000) 261–273.


Wichtige präanalytische Hinweise und technische Anmerkungen

Urinproben sind instabil und erfordern in Abhängigkeit vom durchzuführenden Test eine schnelle Bearbeitung.

Für die Untersuchung auf Urinzylinder sollte die Probe für die Mikroskopie nicht älter als 20 Minuten sein, dies gilt auch für zelluläre Bestandteile.

Die Untersuchung auf freie Leichtketten sollte aus dem Spontanurin und dem 24-h-Sammelurin erfolgen.

Für die Untersuchung von Katecholaminen im 24-h-Sammelurin ist auf ausreichende Ansäuerung der Probe mit konzentrierter Salzsäure sowie auf Lichtschutz zu achten.

Urinproteinanalysen während einer Zystitis oder Harnwegsinfekt sind nicht verwertbar.

Kontextspalte

Bereichsleitung

Mathis Römer
Telefon 0621/383-2033
E-Mail


Stellvertretende Bereichsleitung

Dr. rer. nat. Stefanie Nittka
Telefon 0621/383-3922
E-Mail


Bereichsleitende MTA

Ute Quick (Urinanalytik)
Telefon 0621/383-2544

Stellvertretung
Gabriele Gredel
Telefon 0621/383-2626