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„Ein Raum – zwei Handschriften“: Kunst trifft Akademie

Bilder, die Geschichten erzählen, Emotionen wecken und den Blick auf scheinbar Selbstverständliches verändern. Mit der Vernissage „Ein Raum – zwei Handschriften“ ist in der UMM Akademie eine neue Veranstaltungsreihe gestartet. Für zunächst einen Abend verwandelt sich der Ort des Lernens in einen Ort der Kunst, der Begegnung und des Austauschs.

Merve Ercan Ekimci (links) und Alexandra Becker stellen ihre Bilder erstmals der Öffentlichkeit vor

Zahlreiche Gäste folgen der Einladung und erleben eine Ausstellung, die nicht nur die Werke zweier Fotokünstlerinnen präsentiert, sondern auch die Vielfalt und Kreativität innerhalb der Akademie sichtbar macht.

Im Mittelpunkt des Abends stehen die Arbeiten von Alexandra Becker und Merve Ercan Ekimci. Beide arbeiten an der Akademie und teilen die Leidenschaft für Fotografie. Ihre künstlerischen Handschriften könnten allerdings kaum unterschiedlicher kaum sein.

Alexandra Becker, Leiterin der MTL-Schule, widmet sich der Makrofotografie. Mit ihrer Kamera richtet sie den Fokus auf Details, die im Alltag oft verborgen bleiben. „Ich möchte kleine Dinge sichtbar machen, die man sonst nicht sieht“, erklärt sie. „Hinter jedem meiner Bilder steckt eine Geschichte.“ Ihre Fotografien laden dazu ein, genauer hinzusehen und die farbenfrohe Schönheit im Kleinen zu entdecken.

Merve Ercan Ekimci, Lehrkraft der MTR-Schule, verfolgt dagegen einen ganz anderen fotografischen Ansatz. Ihre Bilder leben von bewusst eingesetztem Bildrauschen und leichter Unschärfe. Gerade das macht ihren besonderen Stil aus. „Meine Bilder haben häufig ein leichtes Rauschen, eine leichte Unschärfe“, sagt sie. „Es ist wichtig für mich, Momente zu finden, die wir im Alltag übersehen, obwohl wir jeden Tag daran vorbeilaufen.“ So entstehen Fotografien, die weniger auf Perfektion als auf Atmosphäre und Emotion setzen.

Für beide Künstlerinnen bedeutet die Vernissage eine echte Premiere. Neben der Ausstellung haben sie das gesamte Event eigenständig geplant und organisiert. Eine Aufgabe, die in den vergangenen Wochen viel Zeit, Engagement und auch einige schlaflose Nächte gekostet hat. „Ich war davor wirklich sehr aufgeregt und konnte kaum noch schlafen“, erzählt Alexandra Becker rückblickend und lächelt erleichtert. „Jetzt freue ich mich sehr, dass es so gut gelungen ist. Wir haben gute Arbeit geleistet und wir sind stolz auf uns.“

Auch Merve Ercan Ekimci beschreibt die Vorbereitungszeit als emotional. „Es ist das erste Mal, dass wir beide so etwas organisieren und machen. Es sind gemischte Gefühle, aber vor allem sind wir sehr stolz, dass wir innerhalb von so kurzer Zeit so ein Event aufbauen konnten und dass wir auch direkt so viele positive Reaktionen erhalten haben.“ Die Freude darüber ist den beiden Künstlerinnen an diesem Abend deutlich anzusehen.

Dass sich die Arbeit gelohnt hat, bestätigt auch Rayk Oemus-Diehl, Pflegedirektor der UMM. Besonders beeindruckt zeigt er sich vom Engagement der beiden Künstlerinnen. „Ich bin sehr zufrieden mit der Veranstaltung. Die beiden Künstlerinnen haben das alles alleine organisiert, alles selbst gemanagt“, sagt er. Und auch die ausgestellten Werke überzeugen ihn: „Kunst ist ja immer Geschmackssache, aber mir persönlich gefallen die Bilder sehr gut. Vor allem die Schwarz-Weiß-Fotografie hat es mir angetan.“

Die Vernissage ist dabei weit mehr als eine einmalige Ausstellung. Sie ist zugleich Ausdruck einer neuen Entwicklung innerhalb der Akademie. „Wir haben in den letzten Monaten in der Akademie wahnsinnig viel neu organisiert und umstrukturiert, Menschen in neue Positionen entwickelt und Verantwortung verteilt“, erklärt Rayk Oemus-Diehl. Nun gehe es darum, die Akademie stärker nach außen sichtbar zu machen. „Wir wollen zeigen, was hinter unseren Mauern passiert. Deshalb haben wir uns diese Vernissage einfallen lassen, um einerseits einen Raum zu schaffen, in dem die Künstlerinnen ihre Fotos zeigen können und gleichzeitig die Akademie sich selbst präsentieren kann.“

Während ein DJ den Abend musikalisch begleitet, Gäste bei Fingerfood und Kaltgetränken miteinander ins Gespräch kommen und immer wieder vor den Fotografien stehen bleiben, entsteht genau dieser Raum für Begegnungen. Die neue Ausstellungsfläche wird ihrem Anspruch bereits bei ihrer Premiere gerecht: Sie ist weit mehr als ein Ort, an dem Kunst präsentiert wird. Sie bringt Menschen zusammen und eröffnet neue Perspektiven.

Auch über die Stadtgrenzen hinaus stößt das Konzept auf große Begeisterung. Anja König, Leiterin der Akademie für Gesundheitsberufe Heidelberg, zeigt sich beeindruckt von der Idee, den Mitarbeitenden eine Bühne für ihre kreativen Talente zu geben. „Mich beeindruckt es total, dass Menschen, die hier arbeiten, ihre Werke, die sie außerhalb der Akademie machen, hier vorstellen“, sagt sie. Gleichzeitig betont sie die enge Zusammenarbeit der beiden Bildungseinrichtungen: „Wir sind stolz, dass wir den Weg gemeinsam mit unserer Partnerakademie aus Mannheim gehen können.“ Für die gelungene Premiere findet sie abschließend klare Worte: „Großes Kompliment, die Vernissage ist wirklich wunderschön geworden. Es sind beeindruckende Bilder und die Atmosphäre ist sehr angenehm.“

Der Einladung zur Vernissage sind zahlreiche Gäste gefolgt, ein Zeichen dafür, dass das neue Konzept bereits zum Auftakt auf großes Interesse stößt. Die Ausstellungsfläche soll künftig weit mehr sein als ein Ort, an dem Kunst gezeigt wird. Sie soll Begegnungen schaffen, den Austausch fördern und die Akademie als offenen Ort erlebbar machen. Dass dieses Vorhaben funktioniert, zeigte sich bereits am ersten Abend.

Ein weiterer Gedanke macht die Veranstaltung zusätzlich besonders: Ein Teil der Erlöse aus dem Verkauf der Fotografien kommt den sozialen Projekten Wünschewagen und Notpfote zugute. Damit verbindet die Ausstellung künstlerisches Schaffen mit gesellschaftlichem Engagement und zeigt, dass Kunst nicht nur berühren, sondern auch ganz konkret helfen kann.

Als die Musik langsam leiser wird und die letzten Gäste noch einmal durch die Ausstellung gehen, bleibt vor allem eines zurück: das Gefühl, Teil eines besonderen Abends gewesen zu sein. Die erste Vernissage der neuen Reihe hat eindrucksvoll gezeigt, wie inspirierend die Verbindung aus Kunst, Bildung und Begegnung sein kann. Und sie macht schon jetzt Lust auf die nächste Ausstellung.

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