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Was kann ich tun, um mein Kind vor einer (Lungen-) Erkrankung zu schützen?

Vorbeugung in der Schwangerschaft

Bislang sind keine Maßnahmen bekannt, mit denen sich die Entstehung einer Zwerchfellhernie in der Schwangerschaft vermeiden ließe.

Schwerwiegende Infekte vermeiden

Wenn Sie Ihr Kind zu Hause haben, sollten Sie darauf achten, dass gerade in der Anfangsphase (erstes Lebensjahr) keine schwerwiegenden Infekte auftreten. Da die Kinder eine kleinere Lunge haben, fällt ihnen das Atmen bei Verschleimung deutlich schwerer.

Wenn Sie eine angestrengte Atmung beobachten (Verschlechterung der Trichterbrust, Einziehungen zwischen den Rippen, ein Weiten der Nasenflügel beim Einatmen, ein bläuliches Munddreieck, Verschlechterung des Trinkverhaltens mit geringerer Trinkmenge wegen Erschöpfung, häufigen Pausen), sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Dieser sollte die Sauerstoffsättigung im Blut messen (Pulsoxymetrie) und ggf. Blut abnehmen. Es kann eine stationäre Behandlung mit Sauerstoffvorlage und Antibiotika notwendig werden.

RSV-Impfung

Eine schwerwiegende virale Infektion, durch die es auch bei ansonsten gesunden Säuglingen zum Lungenversagen kommen kann, ist die RSV-Infektion. Sie tritt in den nass-kalten Wintermonaten auf und wird von Menschen übertragen. Erwachsene haben häufig nur einen gering ausgeprägten Infekt der oberen Luftwege, Säuglinge können durch den fehlenden Immunschutz lebensbedrohlich erkranken. Kinder mit angeborener Zwerchfellhernie sind aufgrund der Lungenunterentwicklung (Lungenhypoplasie) besonders gefährdet. Wir empfehlen daher, im ersten Lebensjahr in den Wintermonaten die RSV-Impfung (Synagis®) durchführen zu lassen. Da es sich um einen Passiv-Impfstoff handelt, muss diese Impfung ziemlich genau alle vier Wochen verabreicht werden.

Verdauung regulieren

Kinder, die nur eine geringe Trinkmenge schaffen, neigen häufig zur Verstopfung (Obstipation), die wiederum ein schlechteres Ess- und Trinkverhalten bedingen kann. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen und ein zu kräftiges Pressen zu verhindern, sollte gegebenenfalls eine medikamentös unterstützte Stuhlregulierung erfolgen. Hier gibt es unterschiedliche Behandlungsansätze.

Generell wirken Medikamente auf Milchsäurebasis eher blähend, was dann wiederum Probleme machen kann. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Movicol junior® gemacht, das mehr Flüssigkeit im Darminhalt bindet und damit ein zu starkes Eindicken verhindert. Die richtige Dosis muss individuell gefunden werden und ist von Kind zu Kind verschieden. Es empfiehlt sich eine konsequente Therapie über mehrere Wochen und ein langsames Ausschleichen! Die Gabe von z. B. MCT-Öl macht zum einen den Stuhl weicher und dient zum anderen der Kalorienanreicherung, sodass Kinder mit Zwerchfellhernie doppelt profitieren.

Physiotherapeutische & ergotherapeutische Behandlung

Eine physiotherapeutische Behandlung ist sinnvoll, solange sie die Kinder fördert aber nicht überfordert. Insbesondere die Atemmechanik, die Trichterbrust und – im weiteren Wachstum – die Skoliose können hierdurch positiv beeinflusst werden. Wichtig ist, dass Sie die Übungen regelmäßig auch zu Hause durchführen. Wenn Ihr Kind hierdurch allerdings gestresst wird, tun Sie ihm keinen Gefallen!

Kinder nach ECMO-Therapie profitieren u. U. von einer gezielten ergotherapeutischen Behandlung und Förderung.


Kontextspalte

Ärztliche Leitung

Lucas Wessel

Prof. Dr. dr. h.c. Lucas M. Wessel

Direktor der
Kinderchirurgischen Klinik

Thomas Schaible

Prof. Dr. med. Thomas Schaible

Direktor der
Klinik für Neonatologie

Katrin Zahn

Katrin Zahn (FEAPU)

Oberärztin