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Pressemitteilung

30.09.2019

Dr. Theresa Bunse mit Herbert-Fischer-Preis für Neuroimmunologie ausgezeichnet

Preisträgerin erforscht Tumore des Zentralnervensystems an DKFZ und UMM

Dr. rer. nat. Theresa Bunse erforscht als Postdoktorandin in den Laboren von Professor Dr. med. Michael Platten, in der Neurologischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), Gliome. Für ihre aktuellen Arbeiten ist sie am 10. September von der Deutschen Gesellschaft für Immunologie bei der gemeinsamen Fachtagung mit der Italienischen Gesellschaft für Klinische Immunologie und Allergologie mit dem Herbert-Fischer-Preis für Neuroimmunologie ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert.

Gliome sind Tumore des Zentralnervensystems (ZNS). Sie gehören zu den bösartigsten Krebserkrankungen bei Erwachsenen. Bisher sind die Behandlungsmöglichkeiten dieser Krebserkrankung begrenzt und die Überlebensraten der Patienten entsprechend gering. Im Mittelpunkt der Arbeit von Dr. Bunse steht einerseits die Erforschung der Mechanismen, wie Gliome vom Immunsystem erkannt werden und andererseits die Mechanismen, wie diese Tumore Immunangriffen entgehen. Das Verständnis dieser Mechanismen ist entscheidend, um therapeutisch eine effektivere Reaktion des Immunsystems hervorzurufen und damit zu erreichen, dass die Tumorzellen vernichtet werden.

In ihrer Arbeit charakterisierte Theresa Bunse ein neues Tumorantigen, genannt IDH1R132H, das in Tumorzellen einer Gruppe von Gliomen vorkommt. Antigene sind Stoffe, die von Antikörpern oder bestimmten Zellen des Immunsystems als fremd erkannt werden können. Dr. Bunse nutzte die Immunantwort gegen dieses tumorspezifische Antigen, um einen neuartigen Impfstoff zu entwickeln, der Gliompatienten in Zukunft Hoffnung geben könnte.

Eine erste klinische Studie dazu wurde bereits durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden von Dr. Theresa Bunse mit einer geteilten Erstautorenschaft im Fachmagazin Nature (Schumacher, Bunse et al., 2014) veröffentlicht.

In einem zweiten wegweisenden Artikel, der in Nature Medicine (Bunse, Pusch, Bunse et al., 2018) veröffentlicht wurde, charakterisierte Dr. Bunse einen neuartigen Mechanismus, mit dem Gliomzellen eine Immunantwort gegen sich verhindern, indem sie einen Metaboliten (ein Zwischenprodukt in einem meist biochemischen Stoffwechselweg), der als 2-HG bezeichnet wird, absondern. Die Erkenntnisse aus der Arbeit von Dr. Bunse sind von großer Bedeutung, da darauf aufbauend neue Strategien zur Verbesserung der tumorspezifischen Immunität und Behandlung von Tumorpatienten entwickelt werden können.

Herbert-Fischer-Preis für Neuroimmunologie
Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie e.V. (DGfI) vergibt an ihre Mitglieder einmal jährlich den Herbert-Fischer-Preis für Neuroimmunologie. Der Preis wird an Doktoranden und Junior-Postdoktoranden für im deutschsprachigen Raum durchgeführte Arbeiten auf dem Gebiet der Neuroimmunologie verliehen. Der Preis erinnert an den ehemaligen Direktor (1961-1981) des Max-Planck-Institutes für Immunbiologie. Herbert Fischer war ein Pionier auf dem Gebiet der Systemimmunologie. Stifter des Preises ist die Rosa Laura und Hartmut Wekerle Stiftung.

Die Preisträgerin Dr. rer. nat. Theresa Bunse

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