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Pressemitteilung

31.07.2020

INTEGRATE-PAIN – Transatlantischer Dialog zur Stärkung der Schmerzforschung

Zwei starke Akteure mit einem gemeinsamen Ziel: die US-amerikanische NIH-HEAL-InitiativeSM und das europäische IMI-PainCare-Konsortium im Kampf gegen den Schmerz

Akute und chronische Schmerzen stellen für Betroffene eine enorme Belastung und für die Gesundheitssysteme eine große Herausforderung dar", sagt Professor Dr. Rolf-Detlef Treede. Der Schmerzforscher leitet die Abteilung Neurophysiologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Ferner koordiniert er das Konsortium IMI-PainCare, ein Verbund von 40 renommierten Schmerzexperten, vorwiegend aus (insgesamt 12) europäischen Ländern.

IMI-PainCare wird im Rahmen der größten öffentlich-privaten Partnerschaft für Gesundheitsforschung weltweit durchgeführt, der Innovative Medicine Initiative (IMI). Neben Hochschulen sind an dem internationalen Konsortium auch kleine und mittelgroße Unternehmen, Schmerzgesellschaften, Patientenorganisationen und die pharmazeutische Industrie beteiligt. Gemeinsam forschen sie mit Hochdruck an mehreren Fronten, um Lücken in der Versorgung von Schmerzpatienten zu schließen, denn viele Patienten leiden an Schmerzen, weil herkömmliche Therapien ihren Schmerz nicht ausreichend zu lindern vermögen.

Dies gilt für Patienten in den europäischen Ländern genauso wie in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die USA sind außerdem besonders von der Problematik der Opioid-Abhängigkeit durch den Einsatz von Opioid-Schmerzmitteln betroffen, mit steigenden Zahlen von Drogenabhängigen und Todesfällen, bekannt als die Opioid-Krise oder -Epidemie.

Die NIH-HEAL-InitiativeSM (Helping to End Addiction Long-termSM Initiative) des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums (NIH, National Institutes of Health) ist eine behördenübergreifende Initiative. Sie fördert Hunderte von wissenschaftlichen Projekten, um die nationale Opioid-Krise im Bereich der öffentlichen Gesundheit einzudämmen. Ein Teil der Projekte dient dazu, die Behandlung von Opioid-Missbrauch und -Abhängigkeit zu verbessern. Andere befassen sich damit, die Mechanismen des Schmerzes besser zu verstehen und neue, nicht süchtig machende Behandlungsoptionen zu erforschen.

Die beiden Organisationen, das IMI-PainCare-Konsortium und die NIH-HEAL-Initiative, sind zwar durch den Atlantischen Ozean getrennt, sie verfolgen aber einen vergleichbaren Ansatz und das gleiche Ziel: die Versorgung von Schmerzpatienten zu verbessern. Die Synergien, die sich daraus in der präklinischen und klinischen Forschung ergeben, wollen die Schmerzforscher nutzen. Sie haben dafür INTEGRATE-PAIN gegründet, die "Transatlantische Schwerpunktgruppe von IMI und NIH zur Erforschung des Schmerzes und Translation in die Schmerztherapie" ("IMI-NIH Transatlantic Emphasis Group on Research And Translation-to-care Efforts for Pain").

"Von dem transatlantischen Bündnis versprechen wir uns viel", sagt Treede. "Allein der Austausch zwischen den Wissenschaftlern, aber auch die Harmonisierung von Standards sowie die Infrastrukturen, die hier und dort vorgehalten werden, werden die Schmerzforschung voranbringen. Nicht zu vergessen ist auch die geplante Koordinierung der Datenerhebung, die die statistische Aussagekraft der Dateninterpretation künftiger Metaanalysen verbessern wird."

Im Rahmen des World Congress on Pain 2020 der International Association for the Study of Pain (IASP), der vom 4. bis 8. August in Amsterdam stattfinden sollte, hatte INTEGRATE-PAIN gemeinsame Sitzungen geplant. Wie so viele andere Veranstaltungen auch, werden diese nun am 5. und 6. August virtuell stattfinden.

Dabei werden sich die Experten beider Organisationen damit auseinandersetzen, wie sie die Schmerzforschung gemeinsam voranbringen können und an welchen Punkten die transatlantische Zusammenarbeit von besonderem Nutzen sein kann. Die Ergebnisse werden sie in einem Whitepaper zusammenfassen, das der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

INTEGRATE-PAIN
virtuelle Tagung der transatlantischen Schwerpunktgruppe am 5. und 6. August 2020

IMI-PainCare
Weitere Informationen über IMI-PainCare unter www.imi-paincare.eu
Dieses Projekt hat eine Förderung von der Innovative Medicines Initiative 2 (IMI2) im Rahmen des Fördervertrags Nr. 777500 erhalten. IMI2 wird vom Europäischen Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 und von der European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA) unterstützt. www.imi.europa.eu
Die hier dargestellten Aussagen und Meinungen geben die Meinung des Autors wieder, und weder IMI noch die Europäische Union, EFPIA oder assoziierte Partner sind für die Verwendung der darin enthaltenen Informationen verantwortlich.

NIH-HEAL
Weitere Informationen über die NIH-HEAL-Initiative unter heal.nih.gov

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