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Pressemitteilung

"Digital Hepatology Hub"

Digitales Hepatologie-Zentrum mit dem Potenzial, die Versorgungsqualität von Leberkranken in Kolumbien zu revolutionieren

Erste hepatologische Versorgung von mehr als 100 Patienten durch die Kolleginnen und Kollegen des Digital Hepatology Hubs in Leticia, Kolumbien: Prof. Dr. Dr. Andreas Teufel, Mannheim, Prof. Dr. Maria Cristina Navas, Medellin, Florian Graz, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, Dr. Jimmy Daza, Mannheim, Dr. Tatiana Chavarria, Medellin, Dr. Sara Tamayo Zapata, Medellin, Prof. Dr. Milena Alcazar, Medellin (v.l.n.r).

Mobile Ultraschalluntersuchung der Leber im Rahmen des Digital Hepatology Hub Projekts

Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und die Universität von Antioquien, Medellin, Kolumbien starten im Dezember gemeinsam mit dem Aufbau eines „Digital Hepatology Hub“ (DHH). Das digitale Hepatologie-Zentrum verspricht, die Versorgungsqualität von Leberkranken in Kolumbien, insbesondere in gefährdeten und unterversorgten Bevölkerungsgruppen, deutlich zu verbessern. Es dient als klinisches Entscheidungsunterstützungssystem (sog. Clinical Decision Support System, CDSS) bei Lebererkrankungen und soll schließlich zu einer wichtigen Plattform der Gesundheitsinformationstechnologie in Lateinamerika ausgebaut werden.

Das auf zwei Jahre ausgelegte Projekt wird mit insgesamt 300.000 Euro durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert und sowohl durch das Förderprogramm Klinikpartnerschaften der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) als auch durch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt.

In fünf Arbeitspaketen sind die Aufgaben aus den Bereichen akademische Forschung, Ausbildung, klinische Medizin und Technologieimplementierung gebündelt. Es gilt, Telekonsultationen von Experten mit Ärzten vor Ort zu etablieren und eine Medizininformatikumgebung für den Datenaustausch zwischen den Ärzten der Primärversorgung und regionalen Krankenhäusern einzurichten.

Eine digitale Forschungsumgebung mit einer strukturierten Dokumentation unter Verwendung einheitlicher Datenmodelle soll eine systematische Analyse mehrerer Datenbanken ermöglichen und damit die Möglichkeit schaffen, über internationale Kooperationsinitiativen Studien zu Lebererkrankungen an großen Patientenkohorten durchzuführen. Die Entwicklung von klinischen Entscheidungsunterstützungen gehört ebenso zu den Arbeitspaketen, wie die Multimedia-Plattform durch Bildungsinitiativen zu erweitern, die der Aufklärung von Patienten und Gesundheitsdienstleistern dienen.

„Der Digital Hepatology Hub verspricht einen Gewinn für beide Projektpartner: Eine digitale hepatologische Versorgung von stark unterversorgten Regionen wie etwa der Amazonasregion verbessert zum einen die medizinische Versorgung vor Ort, sie dient aber gleichzeitig dazu, digitale Technologien zu etablieren, die auch in Deutschland zukunftsträchtig sind“, erläutert Professor Dr. Dr. med. Andreas Teufel, Leiter der Sektionen Hepatologie und Klinische Bioinformatik an der II. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim, der das Projekt mit initiiert hat.

Darüber hinaus kann der Austausch von epidemiologischen und klinischen Daten dazu beitragen, die medizinische Forschung und Gesundheitsversorgung nicht nur in Kolumbien, sondern auch in Deutschland und weiteren Ländern zu verbessern. Und nicht zuletzt kann die im Rahmen des „Digital Hepatology Hub“ entwickelte digitale Infrastruktur als Blaupause für Gesundheitssysteme weltweit dienen und grenzüberschreitende Telemedizin-Kooperationen von Deutschland aus erleichtern.