Die Präventionsforschung an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg gehört mit dem Projekt „HealthScience4All: Gemeinsam Gesundheit machen“ zu den 25 Projekten bundesweit – und zu den vier Projekten an der Universität Heidelberg – die im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2026 – Medizin der Zukunft vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert werden. Das Projekt wurde aus rund 400 eingereichten Anträgen ausgewählt und erhält für einen Zeitraum von neun Monaten eine Förderung in Höhe von rund 86.000 Euro.
Das Projekt „HealthScience4All: Gemeinsam Gesundheit machen“ wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, Ungleichheiten in der Gesundheitsforschung abzubauen. Oft orientieren sich Studien an wohlhabenden Gruppen und schließen andere aus. Dies führt dazu, dass Gesundheitsmaßnahmen auf Bevölkerungsgruppen zugeschnitten werden, die ohnehin schon überproportional stark von der Wissenschaft profitieren.
„HealthScience4All“ ist am Zentrum für Präventivmedizin und Digitale Gesundheit (CPD) der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg angesiedelt und geht der Frage nach, wie Gesundheits- und Präventionsforschung zugänglicher und inklusiver gestaltet werden kann. Prävention umfasst alle Maßnahmen, die darauf abzielen, gesundheitsförderndes Verhalten zu fördern und Krankheiten vorzubeugen; dies macht inklusive Präventions- und Gesundheitsförderungsforschung unerlässlich, um gesundheitliche Ergebnisse gerecht zu gestalten. Um dies zu erreichen, verfolgt das Projekt „HealthScience4All“ einen dialogorientierten Ansatz: Es wird nicht an Menschen geforscht, sondern gemeinsam mit ihnen.
„Gesundheitliche Chancengleichheit beginnt damit, die Perspektiven der Menschen ernst zu nehmen und sie aktiv in Forschung und Kommunikation einzubeziehen“, erklärt Professorin Dr. Vera Araújo-Soares, Projektleiterin und Leiterin der Abteilung für „Prävention kardiovaskulärer und metabolischer Erkrankungen“ am CPD. „Wir möchten verstehen, welche Gesundheitsthemen die Menschen in ihrem Alltag beschäftigen, welche Hürden einer Beteiligung an Präventionsforschung entgegenstehen und wie Forschung verständlicher, zugänglicher und relevanter gestaltet werden kann.“
Forschung dort, wo die Menschen sind
Im Mittelpunkt des Projekts stehen die Lebensrealitäten der Bewohnerinnen und Bewohner zweier Stadtteile Mannheims. „Die Communitys, die von bestimmten Problemen am stärksten betroffen sind, sollten den Diskurs und die zu stellenden Fragen bestimmen – und die Früchte der Arbeit ernten“, verdeutlicht Raenhha Dhami, Mitglied des Projektteams. „Gemeinsam wollen wir Gesundheits- und Präventionsprobleme sowie Hindernisse und Förderfaktoren für eine Teilnahme an der Forschung erkennen und Lösungen entwickeln.“
Für die Umsetzung arbeitet das Team gemeinsam mit lokalen Akteurinnen und Akteuren, die in den Stadtvierteln tätig sind und dazu beitragen, das Projekt vor Ort zu unterstützen: der Gesundheitstreffpunkt Mannheim e. V., das Mannheimer Quartiermanagement MaQa e. V. sowie das Jugend- und Gesundheitsamt Mannheim.
Zum Einsatz kommt dabei auch die „Mobile Forschungseinheit“ des CPD, ein ausgebauter E-Transporter, der Forschung und Wissenschaft auf die Straße bringt und damit dorthin, wo Menschen leben, sich treffen oder auch arbeiten.
Gemeinsam entwickelte Lösungen
Die Ergebnisse werden in einem Leitfaden zusammengestellt, der gemeinsam mit den Teilnehmenden erarbeitet und öffentlich zugänglich gemacht wird. Unter dem Motto „Gemeinsam Gesundheit machen“ wird er Forschenden und Organisationen praktische Empfehlungen an die Hand geben, wie Präventionsforschung und Gesundheitskommunikation gerechter und zugänglicher gestaltet werden können. Die Erfahrungen und Perspektiven der Teilnehmenden werden außerdem in gemeinsam entwickelten Comics umgesetzt und in einem Zine veröffentlicht.
Ziel des Projekts ist es, neue Formate der Wissenschaftskommunikation zu entwickeln, die gezielt auf die Bedürfnisse bisher wenig erreichter Zielgruppen zugeschnitten sind. „Die Erkenntnisse, die wir dabei gewinnen, sollen dazu beitragen, Forschung stärker an den Lebensrealitäten der Menschen auszurichten und langfristig gerechtere Gesundheitschancen zu schaffen“, ergänzt Dr. Kristina Hoffmann, Mitglied des Projektteams.
Weitere Informationen im Internet:
Website des Zentrums für Präventivmedizin und Digitale Gesundheit
Pressemitteilung mit Hintergründen zur Förderung und einem Überblick über die insgesamt vier geförderten Wissenschaftskommunikationsprojekte am UKHD sowie den Medizinischen Fakultäten Heidelberg und Mannheim.
Website des Wissenschaftsjahrs 2026
Alle 25 Förderprojekte im Überblick
Kontakt
Dr. Kristina Hoffmann
Leitung Gesundheitsförderung im Quartier
Universitätsmedizin Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
kristina.hoffmann@medma.uni-heidelberg.de
Abbinder Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft
Gesundheit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein gutes Leben. Im Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft steht die Frage im Fokus, wie Forschende mit ihren Ideen und Lösungen schon heute die Medizin von morgen formen. Wie lassen sich in Zukunft Krankheiten diagnostizieren? Welche Ideen gibt es für die medizinische Versorgung? Wird KI die Medikamentenentwicklung revolutionieren? Wie können innovative Technologien Pflege unterstützen, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren? Wie lassen sich Präventionsstrategien verbessern, sodass wir seltener und weniger schwer erkranken? Ein besonderer Fokus im Wissenschaftsjahr liegt auf geschlechtersensibler Forschung, denn bis heute fehlt für viele Krankheiten die Datengrundlage für eine geschlechtsspezifische Behandlung und Versorgung. Dies gilt ganz besonders für Erkrankungen und Gesundheitsthemen, die gerade Frauen betreffen, darunter Endometriose oder Wechseljahre.
Das Wissenschaftsjahr ist die größte bundesweite Plattform für disziplinübergreifende Kommunikation aktueller Forschungsthemen, an der sich pro Jahr 400 bis 800 Forschungsinstitute, Universitäten, Verbände, Vereine, Unternehmen und Stiftungen mit bis zu 1.000 Veranstaltungen und Aktionen beteiligen. Dazu gehören ein bundesweiter Hochschulwettbewerb, Formate wie SchulKinoWochen, MINTmachtage und die MS Wissenschaft, ein Ausstellungsschiff, das von Mai bis September bis zu 30 Städte in Deutschland anfährt. Die Wissenschaftsjahre werden seit dem Jahr 2000 ausgerufen und sind eine Initiative des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD).
Das ganze Jahr über lädt das Wissenschaftsjahr mit Veranstaltungen, Projekten und Aktionen dazu ein, Einblicke in die aktuelle Medizinforschung zu gewinnen und in den Austausch mit Wissenschaft, Wirtschaft, Medien, Politik und Gesellschaft zu kommen. Auch Social Media-Formate, monatliche Challenges und prominente Botschafterinnen und Botschafter werden das Wissenschaftsjahr 2026 intensiv begleiten.