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Strukturelle und funktionelle MR-Bildgebung bei Marklagerläsionen

CorpusCallosumBezugnehmend auf frühere klinische Arbeiten über gesunde ältere Personen mit bildmorphologischem Nachweis von Marklagerläsionen und in Anknüpfung an die auch in unserer Klinik erhobenen Daten aus der LaDIS Studie, die unter anderem auch eine Affektion des Corpus callosum nachwiesen, versuchten wir, das bestehende Wissen um weitere strukturelle und funktionelle Bildgebungsdaten zu ergänzen.

In einer ersten Studie untersuchten wir an einer Gruppe gesunder älterer Probanden, welchen Einfluss altersabhängige Marklagerläsionen auf die strukturelle Integrität des zerebralen Netzwerks ausüben. Hierfür setzten wir DTI zur Darstellung der Faserverbindungen und eine Ausmessung des Corpus callosum ein.

Die Ganggeschwindigkeit (r = -0,409; p = 0,018) und die Einbeinstandzeit (r = -0,389; p = 0,025) korrelierten negativ mit dem Volumen der Marklagerläsionen. Der TBSS Gruppenvergleich wies signifikant reduzierte FA Werte mehrerer großer Faserzüge nach. Dies schloss folgende Strukturen ein: das Corpus callosum (mit den Regionen CC1, CC2, CC4, CC5, unter Aussparung von CC3) den inferioren longitudinalen Faszikel, den inferioren fronto-okzipitalen Faszikel und den superioren longitudinalen Faszikel.

In einer zweiten Studie untersuchten wir an einer weiteren Gruppe gesunder älterer Probanden, welchen Einfluss altersabhängige Marklagerläsionen auf die funktionelle Integrität des zerebralen Netzwerks ausüben. In drei aufeinander aufbauenden fMRT Paradigmen mit steigender Komplexität legten wir den Schwerpunkt auf Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis.

Wir fanden deutliche Veränderungen der Hirnaktivität mit zunehmender Komplexität der Aufgabe. Probanden mit geringen WML wiesen eine Vielzahl an Aktivierungsunterschieden zwischen den verschiedenen Aufgaben auf: einen Signalanstieg parallel zur Schwierigkeit, eine Rekrutierung zusätzlicher kortikaler Areale und einen Signalabfall in anderen Arealen (Cingulum, rechte Insula, Hippocampus). Demgegenüber konnten wir bei Probanden mit ausgeprägten WML nur geringfügige aufgabenabhängige Aktivierungsunterschiede beobachten.

Publikationen

  • Griebe M, Amann M, Hirsch JG, Achtnichts L, Hennerici MG, Gass A, Szabo K. Reduced functional reserve in patients with age-related white matter changes: a preliminary FMRI study of working memory. PLoS One. 2014 Aug 13;9(8):e103359.
  • Griebe M, Förster A, Wessa M, Rossmanith C, Bäzner H, Sauer T, Zohsel K, Blahak C, King AV, Linke J, Hennerici MG, Gass A, Szabo K. Loss of callosal fibre integrity in healthy elderly with age-related white matter changes. J Neurol. 2011 Aug;258(8):1451-9

Kontextspalte

Prof. Dr. med. Kristina Szabo

Prof. Dr. med. Kristina Szabo

Leitende Oberärztin

Martin Griebe

PD Dr. med. Martin Griebe

wissenschaftlicher Mitarbeiter

Ebert, Anne

Dr. rer. nat. Anne Ebert

Klinische Neuropsychologin (GNP)