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Stammzelltherapie bei zerebrovaskulären Erkrankungen

A – Mit Stammzellen behandelte Ratten (schwarze Linie) zeigen im Verhaltenstest (RotaRod-Test) gegenüber unbehandelte Ratten (hellgraue Linie) ein verbessertes motorisches Verhalten. B – Immunhistochemisch gefärbte BrdU-positive Zellen im Rattenhirn (braun) verweisen auf eine vermehrte Proliferation von neuronalen Progenitorzellen. C – Immunhistochemisch angefärbte humane Mitochondrien (braun) verweisen auf den humanen Ursprung von neuronalen Progenitorzellen

Zerebrovaskuläre Erkrankungen wie Schlaganfall, intrazerebrale Blutungen oder vaskuläre Demenz sind eine wichtige und häufige Ursache für Morbidität und Mortalität in den heutigen Industrienationen. Nachdem die rtPa-Lysetherapie in den ersten Stunden nach akuten Gefäßverschlüssen im Gehirn seit einigen Jahren möglich ist, liegt ein Schwerpunkt der aktuellen Forschung daher in der Förderung von Regeneration und Wiederaufbau geschädigten Gewebes.

Hoffnung auf eine solche Therapie gibt die Beobachtung, dass nach Schädigung von Hirnarealen neuronale Progenitorzellen aktiviert werden, welche sich zu ausdifferenzierten neuronalen Zellen weiterentwickeln. Dies wirkt sich neuroprotektiv und wachstumsstimulierend auf die geschädigten Hirnareale aus. Die Idee liegt daher nahe, durch Gabe von Stammzellen die zerstörten Zellen zu ersetzen. Verschiedenste Stammzellpopulationen (Neuronale, Mesenchymale, aus Teratomen gewonnene etc.) wurden bislang getestet und Parameter wie ihr Überleben, ihre Differenzierung oder ihr Einfluss auf das funktionelle Defizit untersucht.

Frühe Ergebnisse aus unserer Forschung zeigen, dass bei mit Stammzellen behandelten Tieren eine deutlich verbesserte Wiederherstellung der motorischen Fähigkeiten erreicht werden konnte (Fatar et al. 2008). Auch konnte eine verstärkte Zellproliferation in den Hirnen der Tiere beobachtet werden. Diese ersten Daten lassen vermuten, dass Stammzellen in der Lage sind, eine Regeneration von geschädigtem Gewebe anzuregen.

Publikationen

  • ,,Lipoaspirate-derived adult mesenchymal stem cells improve functional outcome during intracerebral hemorrhage by proliferation of endogenous progenitor cells stem cells in intracerebral hemorrhages.” Fatar M, Stroick M, Griebe M, Marwedel I, Kern S, Bieback K, Giesel FL, Zechmann C, Kreisel S, Vollmar F, Alonso A, Back W, Meairs S, Hennerici MG. Neurosci Lett. 2008 Oct 10;443(3):174-8.doi: 10.1016/j.neulet.2008.07.077. Epub 2008 Aug 5. PubMed PMID: 18691631.
  • ,,Gadofluorine m uptake in stem cells as a new magnetic resonance imaging tracking method: an in vitro and in vivo study.” Giesel FL, Stroick M, Griebe M, Tröster H, von der Lieth CW, Requardt M, Rius M, Essig M, Kauczor HU, Hennerici MG, Fatar M. Invest Radiol. 2006 Dec; 41(12):868-73. PubMed PMID: 17099425.

Kontextspalte

Ansprechpartner

Marc Fatar

Prof. Dr. med. Marc Fatar

Leitender Oberarzt

Angelika Alonso

Prof. Dr. med. Angelika Alonso

Oberärztin

Grudzenski-Theis, Saskia

Dr. rer. nat. Saskia Grudzenski-Theis

Wissenschaftliche Mitarbeiterin