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Ambulanz für Multiple Sklerose und Neuroimmunologie


Die Neuroimmunologische Ambulanz ist eine Spezialambulanz im Rahmender Hochschulambulanz der Neurologischen Klinik mit dem Fokus auf entzündliche (infektiöse und autoimmun-vermittelte) Erkrankungen des Nervensystems. Der Fokus liegt auf der Untersuchung, Behandlung und Beratung von Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose und anderen entzündlichen Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Integration und Nutzbarmachung der Labor- und MRT-Diagnostik. Diese Schnittstellen sind erfahrungsgemäß besonders anspruchsvoll und an deutschen Unikliniken findet man selten die günstige Ausgangssituation, dass sowohl eine immunologische Labor-Diagnostik und MRT-Bildgebung integraler Bestandteil der Patientenbetreuung und Planung personalisierter Therapiestrategien ist. So untersuchen wir prinzipiell das Gehirn und auch das Rückenmark in allen unseren Untersuchungen und ziehen stets moderne Sequenzen und Analyseverfahren hinzu, um subtile Zeichen einer entzündlichen Aktivität bei MS detektieren zu können. So ist es möglich, prognostische Abschätzungen zu gewinnen, die eine große Hilfe sind, wenn die Diagnose einer Multiplen Sklerose gestellt wird und es zu vielen Fragen im Hinblick auf mögliche Veränderungen im Leben der Betroffenen kommt. Dabei ist es wichtig, guten ärztlichen Rat und Empfehlungen zu erhalten. Unser Team bietet Unterstützung insbesondere für viele aufkommende Fragen, die auch häufig eine ausführlichere Erörterung erfordern. Das kann die Klärung von Fragen zu auswärtig erhobenen klinischen sowie MRT- und Labor-Befunden und Sicherung der Diagnose („zweite Meinung“) sein. Auch ist häufig eine eingehendere neuropsychologische Diagnostik (Fr. Dr. Anne Ebert) sinnvoll, um eine realistischere Einschätzung der klinischen Konsequenzen der MS zu gewinnen. Die Labordiagnostik ermöglicht vor allem auch die Abgrenzung der Diagnose gegenüber verwandten Diagnosen wie z.B. einer Neuro-myelitis-Optica-Spektrum-Erkrankung, die mit Blutantikörpern gegen AQP4 oder MOG Proteinen assoziiert sind. Die Besprechung und ggf. Einleitung einer medikamentösen Immuntherapie nach dem aktuellstem Stand der Wissenschaft ist ein komplexer Prozess, da viele Faktoren bei dieser Frage miteinbezogen werden müssen und gleichzeitig eine Vielzahl von Therapien zur Verfügung steht. Die Durchführung von Infusionstherapien, die Überwachung des Erkrankungsverlaufes und die Wirksamkeitsüberprüfung der Immuntherapiemittels MRT, Laborbefunden und evozierten Potentialen und ggf. ein Therapiewechsel auf ein wirksameres Medikament sind weitere wichtige Bestandteile unserer multimodalen Diagnostik im Sinne einer personalisierten Präzisionsmedizin. Heutzutage werden möglichst viele formale Kriterien zur Beurteilung eines Therapieerfolgs (NEDA oder „No Evidence of Disease Activity“) herangezogen. Ebenso muss die Überwachung der Sicherheit (Pharmakovigilanz) bei laufender Immuntherapie erfolgen mit Schwerpunkt auf Blutbild- und Immunstatusveränderungen und der Diagnostik im Hinblick auf opportunistische Infektionen. Sogenannte Lifstyle-Interventionen sind ferner ein komplexes Thema, und eine möglichst gesunde Lebensführung (Ernährung, Erholung, Widerstandsfähigkeit, körperliche Aktivität, Schlaf usw.) ist für jeden, aber gerade für MS-Patienten, essentieller Baustein unserer Therapie. Wir arbeiten interdisziplinär mit der Klinik für Augenheilkunde (Prof. Krastel) zusammen, um z.B. mittels der OCT (Optischer Kohärenztomographie) auch Detailbefunde zur Sehnervenbeteiligung und in Abgrenzung zu anderen Erkrankungen der vorderen Sehbahn zu gewinnen. Ebenso stehen wir in einer engen Kooperation mit der Universitätskinderklinik (Direktor Prof. Schroten), um eine möglichst kompetente und interdisziplinäre Beratung von Eltern und erkrankten Kindern und Jugendlichen anzubieten. Zudem führen wir eine Reihe von frühen interventionellen, als auch nicht-interventionellen klinischen Beobachtungsstudien durch, die dem Ziel dienen, bessere Einblicke in Erkrankungsmechanismen und diagnostische und Behandlungsmöglichkeiten zu gewinnen. Wir verstehen unser Neuroimmunologisches Zentrum als Ergänzung des Angebots niedergelassener neurologischer Kollegen, mit denen wir in ständigem Austausch stehen. Für die Vorstellung in unserer Sprechstunde ist daher eine direkte Überweisung von einem niedergelassenen Neurologen notwendig. Unser Zentrum arbeitet gemäß den Vorgaben der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft und den Leitlinien des Klinischen Kompetenznetzwerks Multiple Sklerose.


Informationsveranstaltungen für Patienten und Interessierte

Am 1. Mittwoch im Monat, 15 Uhr, Bibliothek der Neurologischen Klinik (Haus 8 Ebene 3), 15 Minuten themenspezifisches Kurzreferat, danach beantworten wir Ihre Fragen.
 

Kontextspalte

Sprechstunden und Termine

Terminanfrage Neurologische Klinik

Ambulanter Termin
Telefon 0621/383-2442 (Allgemein)
Telefon 0621/383-2918 (Privat)


Leitung

Achim Gass

Prof. Dr. med. Achim Gass

Oberarzt

PD Dr. med. Lucas Schirmer

Oberarzt

Eisele, Philipp

PD Dr. med. Philipp Eisele

Oberarzt

Neuropsychologie

Ebert, Anne

Dr. rer. nat. Anne Ebert

Klinische Neuropsychologin (GNP)

Infusionstherapien

Birgit Geppert

Study Nurse

Studienkoordination

Irina Manzano

Study Nurse