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Hüftdysplasie

Bei der Hüftdysplasie handelt es sich um eine angeborene, mangelhafte Form der Hüftpfanne. Sie kommt bei etwa zwei Prozent aller Neugeborenen vor, Mädchen sind häufiger betroffen. Gründe dafür sind meist Platzmangel in der Gebärmutter, eine Beckenendlage oder auch eine familiäre Veranlagung. Bleibt eine Behandlung aus, können eine Ausrenkung des Hüftkopfs aus der Pfanne (Hüftluxation) folgen und Spätschäden, wie eine vorzeitige Hüftarthrose, entstehen.

Diagnostik

Da die Hüftdysplasie im Neugeborenenalter meist ohne Symptome bleibt, ist eine routinemäßige Ultraschalluntersuchung der Hüftgelenke bis zur sechsten Lebenswoche (U3) dringend empfohlen. Liegen Risikofaktoren vor, sollte diese Untersuchung früher durchgeführt werden.

Die Hüftluxation kann sich bei der klinischen Untersuchung durch eine Beinverkürzung und eine Abspreizhemmung bemerkbar machen. Auch sie wird durch die Ultraschalluntersuchung diagnostiziert. Ab dem zweiten Lebensjahr ist die Diagnose nur mit einem Röntgenbild möglich.

Therapie

Beugeschiene

Je jünger das Kind bei Behandlungsbeginn ist, umso schneller und sicherer ist der Behandlungserfolg. Die Hüftdysplasie wird mit einer Beugeschiene behandelt. Die Beine werden dabei in einer Hockstellung gehalten, in der die Hüftpfanne eine normale Form entwickeln kann.

In Abständen von vier bis sechs Wochen wird der Entwicklungsfortschritt mittels Ultraschall überprüft. Die Behandlung dauert, je nach Schwere der Dysplasie, drei bis sechs Monate und wird ambulant durchgeführt.

Becken-Bein-Gips

Ist bereits eine Hüftluxation eingetreten, d. h. ist der Hüftkopf aus der Pfanne ausgetreten, muss der Hüftkopf wieder in die Pfanne eingestellt werden. Die Stellung des Hüftgelenks wird dann mit einem Becken-Bein-Gips (Fettweisgips) gehalten.

Die Einstellung des Hüftgelenks und die Anlage des Becken-Bein-Gipses werden in einer Kurznarkose durchgeführt.

Anschließend wird durch eine Kernspintomographie die Stellung des Hüftgelenks im Gips kontrolliert. Für diese Behandlung ist ein kurzzeitiger stationärer Aufenthalt erforderlich. Nach vier Wochen Gipsbehandlung wird auf eine Beugeschienenbehandlung, wie oben beschrieben, übergegangen.

Operative Therapie

In wenigen Fällen kann der Hüftkopf nicht mit Hilfe eines Fettweisgipses in die Pfanne eingestellt werden. In diesen Fällen ist, je nach Ursache, eine Extensionsbehandlung oder ein operatives Vorgehen erforderlich.

Verbleibt nach dem Säuglingsalter eine Restdysplasie ist eine operative Verbesserung der Stellung der Hüftpfanne angezeigt. Im Kindesalter wird diese Operation, z. B. in der Technik nach Salter durchgeführt, im Jugendlichenalter und Erwachsenenalter als Triple-Osteotomie.

Sprechstunde

Termine erhalten Sie nach Vereinbarung.
Telefon 0621/383-4537

Kontextspalte

Ärztliche Leitung

Dr. med. Christina Krieter

Dr. med. Christina Krieter

Funktionsoberärztin
Fachärztin für Orthopädie
und Unfallchirurgie

Kinderorthopädie
Spezielle Unfallchirurgie
Notfallmedizin

E-Mail christina.krieter@remove-this.umm.de