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Peritonealdialyse-Ambulanz
Die Peritonealdialyse ist für viele Patientinnen und Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz eine vollwertige, gut verträgliche und lebensnahe Form der Nierenersatztherapie. Sie ermöglicht das Dialysieren im eigenen Zuhause: selbstständig, flexibel und unter weitgehender Aufrechterhaltung des Alltags. Unsere Sprechstunde begleitet Patientinnen und Patienten von der ersten Information über die Einleitung der Therapie bis hin zur langfristigen Betreuung.
Dialyse zuhause – eine eigenständige Therapieform
Wenn die Nieren ihre Funktion weitgehend verloren haben, ist eine Nierenersatztherapie notwendig. Neben der Hämodialyse, die in der Regel dreimal wöchentlich in einem Dialysezentrum stattfindet, steht mit der Peritonealdialyse (PD) eine Alternative zur Verfügung, die überwiegend zu Hause durchgeführt wird. Das Bauchfell (Peritoneum) dient dabei als biologische Dialysemembran: Über einen dauerhaft platzierten Katheter wird Dialysatlösung in die Bauchhöhle eingebracht, die harnpflichtige Substanzen und Wasser aus dem Körper entzieht. Nach einer definierten Verweildauer wird das Dialysat abgelassen und durch frische Lösung ersetzt.
Die Peritonealdialyse ist eine leitliniengerechte Therapieoption mit eigenem klinischem Profil, eigenen Vorteilen und eigenen Anforderungen. Die Wahl zwischen Hämodialyse und Peritonealdialyse sollte informiert, individuell und gemeinsam getroffen werden – auf der Grundlage medizinischer, sozialer und persönlicher Gegebenheiten.
Für wen ist die Peritonealdialyse geeignet?
Die Peritonealdialyse ist grundsätzlich für einen großen Teil der Patientinnen und Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz geeignet. Die Entscheidung wird individuell getroffen, unter Berücksichtigung von Allgemeinzustand, Begleiterkrankungen, häuslichem Umfeld und persönlichen Präferenzen. Im Vergleich zur Hämodialysetherapie findet die Entgiftung langsamer und vor allem kontinuierlich statt. Das Verfahren ist hierdurch kreislaufschonender und bietet Vorteile für herzkranke Patientinnen und Patienten.
Verfahren und Modalitäten
Die Peritonealdialyse steht in zwei Grundformen zur Verfügung, die auf die individuellen Bedürfnisse und den Alltag der Patientinnen und Patienten abgestimmt werden:
CAPD – Kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse: Bei der CAPD wird der Beutelwechsel manuell durchgeführt, in der Regel viermal täglich über den Tag verteilt. Der Wechsel dauert jeweils etwa 20–30 Minuten, erfordert kein technisches Gerät und ist ortsunabhängig – zu Hause, auf Reisen oder im Beruf. Die CAPD bietet ein hohes Maß an Unabhängigkeit und eignet sich besonders für Menschen, die auf externe Geräte verzichten möchten.
APD – Automatisierte Peritonealdialyse: Bei der APD übernimmt ein Gerät (Cycler) die Dialysatfüllungen und -entleerungen, meist während der Nacht. Patientinnen und Patienten schließen sich abends an, das Gerät arbeitet im Schlaf. Der Tagesablauf bleibt weitgehend unbeeinträchtigt. Die APD ist besonders geeignet für Berufstätige, jüngere Patientinnen und Patienten sowie Menschen, die bevorzugt nachts dialysiert werden möchten.
Die Wahl zwischen CAPD und APD, die Festlegung der Füllvolumina, Verweilzeiten und Lösungskonzentrationen erfolgt individuell und wird im Verlauf regelmäßig überprüft und angepasst.
Ablauf
Der erste Schritt ist das Beratungsgespräch: Wir informieren umfassend über alle Nierenersatzverfahren und helfen, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Fällt die Entscheidung für die Peritonealdialyse folgen die präoperative Vorbereitung, die Katheteranlage, die Schulungsphase und der Start der Heimdialyse.
Bitte bringen Sie mit:
- Überweisung
- Versichertenkarte
- falls vorhanden: Vorbefunde
Terminvereinbarung:
Telefon 0621/383-2674
Sprechstunden:
Termine nach Vereinbarung
Standort:
Haus 10, Ebene 2, Zimmer 20
Geschäftsführender Oberarzt