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Weichgewebetumoren (Sarkome)

Weichgewebetumoren (Sarkome) sind Tumoren des sogenannten Stützgewebes, zu dem Binde-, Fett- und Muskelgewebe zählen. In Deutschland erkranken jährlich weniger als 1.000 bis 2.000 Menschen, Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Klassifikation von Weichgewebesarkomen

Weichgewebesarkome können überall im Körper auftreten, sie entstehen aber in 40 Prozent der Fälle an den Beinen. Häufig sind sie auch am Rumpf, an den Armen, am Hals oder im Bauchraum zu finden. Sie werden ja nach Ursprungszelle in Untergruppen unterteilt. Gewebetypische Unterarten sind beispielsweise Liposarkome, deren Zellen Ähnlichkeit mit Fettzellen (griech. lipo = fett), oder Leiomyosarkome, der Zellen der glatten Muskulatur ähneln (griech. leio = glatt).

Oft können Sarkome aber keiner Ursprungszelle zugeordnet werde und werden dann als NOS (not otherwise specified) Sarkome bezeichnet. Manche Sarkome haben charakteristische Veränderungen im Erbgut der Tumorzellen, wie zum Bespiel das Ewing-Sarkom oder Dermatofibrosarkom. Bei diesen kommen spezifische Therapien zum Einsatz, die bei anderen Sarkom-Typen nicht wirksam sind.

Diagnostisches & therapeutisches Spektrum

Das Sarkomzentrum Mannheim bietet eine Reihe von innovativen diagnostischen und spezifischen Verfahren, die zum Teil von uns für Patienten mit Sarkomen entwickelt werden.

  • Die neue Technik der Computertomographie (sog. dual energy CT) hilft, mit minimaler Strahlenbelastung Sarkome, vor allem GIST zu charakterisieren.
  • Die Positronenemissionstomopgraphie (F-FDG-PET) misst die Stoffwechselaktivität von Tumoren durch ihre Glucoseaufnahme. Dies hilft oft, Metastasen aufzuspüren oder die Wirkung von Medikamenten frühzeitiger zu erkennen als in einem CT oder MRT.
  • Die isolierte Extremitätenperfusion mit rhTNFalpha zerstört die Blutgefäßversorgung von fortgeschrittenen Sarkomen oder Melanomen an Bein oder Arm, um die Tumoren vor einer Operation zu verkleinern.
  • Zur Rekonstruktion von Gewebedefekten haben wir mit dem Deutschen Institut für Zell- und Gewebeersatz (DIZG) menschliche Haut (azelluläre Dermis) entwickelt. Diese hilft, auf den Einsatz von Kunststoffnetzen verzichten zu können.
  • Bei der Strahlentherapie lokal fortgeschrittener Sarkome kombinieren wir diese mit Hyperthermie oder addieren Medikamente, die die Tumordurchblutung beeinträchtigen. Eine intraoperative Bestrahlung hilft, knappe Sicherheitsabstände einer Operation zu kontrollieren.
  • Die Selektive Interne Strahlentherapie (SIRT) kann Lebermetastasen, die nicht mehr operativ entfernbar sind, von innen heraus mit radioaktiv strahlenden Glaskügelchen vernichten.

Kooperationen

Für viele dieser Verfahren kooperieren wir langjährig und vertrauensvoll mit unseren Partnern:

  • Institut für Klinische Radiologie/Nuklearmedizin (dual energy CT, MRT, SIRT)
  • Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie (IORT)
  • Deutsches Krebsforschungszentrum, Abteilung Translationale Onkologie (Prof. Fröhling, Ganzgenomsequenzierung) und AG Med-PET (Prof. Strauss)
  • Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, BG-Unfallklinik Ludwigshafen (Prof. Kneser, plastische Rekonstruktionen)

Kontextspalte

Kompetenz durch Kooperation

Sarcoma - Sarkomzentrum Mannheim
Zertifiziertes Sarkomzentrum

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