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Nachsorgediagnostik nach IORT

Ein Forschungsschwerpunkt liegt in der Nachsorgediagnostik des Mammakarzinoms nach intraoperativer Radiotherapie (IORT).Die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Mannheim ist eines der weltweit führenden Zentren auf dem Gebiet der IORT, die sich in den letzten Jahren zunehmend verbreitet hat. Ähnlich wie in den achtziger Jahren die Einführung der brusterhaltenden Therapie mit postoperativer Bestrahlung, so ist es aktuell das neue Verfahren der IORT, welches ein neues Verständnis in der radiologischen Nachsorgediagnostik des Mammakarzinoms verlangt. Eine erste Studie unserer Arbeitsgruppe konnte belegen, dass die IORT im frühen (bis zu 2 Jahre) posttherapeutischen Verlauf zu verstärkt ausgeprägten strukturellen Veränderungen im ehemaligen Tumorbett führt, allen voran zu persistierenden Hämatomen/Seromen in unterschiedlichen Stadien der Organisation. Die Untersuchungen zum Langzeitverlauf (bis zu 5 Jahre postoperativ) bestätigten diese Beobachtung und ergaben zudem, dass die Hämatome/Serome im Randbereich ausgeprägt narbig organisiert sind, u.a. i.S. von Fettgewebsnekrosen, wie durch histopathologische und MR-tomographische Korrelationen belegt wurde. Dies erklärt das häufige Auftreten von großen Ölzysten im späteren Verlauf nach IORT. Dieses Phänomen muss dem Radiologen in der Nachsorgediagnostik bekannt sein. Ansonsten können Arzt und Patientin unnötig verunsichert werden. Nach bisherigen Erkenntnissen halten wir solche Veränderungen für nicht weiter abklärungsbedürftig (i.S. von Stanzbiopsien o.ä.), wenn diese im üblichen Nachsorgeturnus kontrolliert werden. Diese ersten wissenschaftlichen Erkenntnisse wurden auf dem Kongress der deutschen Gesellschaft für Senologie in Stuttgart 2008 vorgestellt und mit einem Preis ausgezeichnet. Mittlerweile wurden 5 Arbeiten zu dieser Thematik durch unsere Arbeitsgruppe publiziert (siehe Literatur 5-9).

PET-CT Staging

Eine laufende Studie beschäftigt sich mit der PET-CT bei primär fortgeschrittenem Mammakarzinom. Wir möchten herausfinden, ob mit Hilfe der PET-CT das diagnostische und therapeutische Procedere signifikant verbessert wird und das Verfahren eine zentrale Rolle beim initialen Staging des Mammakarzinoms einnehmen kann, so wie im unten aufgeführten Flussdiagramm dargestellt. 

Weitere Details zur Studie und Patienteninformation (pdf)

Präoperative Lymphknotendiagnostik

Ein weiterer Themenschwerpunkt unserer Arbeitsgruppe liegt in der präoperativen axillären Lymphknoten-Diagnostik beim Mammakarzinom. Wir möchten herausfinden, welche bildgebende Methode neben der PET (siehe oben) eine möglichst genaue Diagnostik des LK-Status beim Mammakarzinom erlaubt, wobei der positive Vorhersagewert im Vordergrund steht (Wasser et al. Radiologe 2010). In diesem Zusammenhang beschäftigen wir uns u.a. mit dem Stellenwert der kontrastunterstützten dynamischen Magnetresonanz-Mammographie (dMRM). Die dMRM wird zunehmend in der präoperativen Diagnostik des Mammakarzinoms eingesetzt, um die Ausdehnung des Tumors genauer zu beurteilen. Dabei werden axilläre LK miterfasst. Inwieweit die Kriterien der dMRT eine Aussage über einen LK-Befall erlauben, ist bisher weitestgehend ungeklärt. Dies wurde durch zwei Arbeiten unserer Arbeitsgruppe beleuchtet (siehe Literatur 10, 11 und 16)

Wächter-Lymphknotendiagnostik - Einflussfaktoren

Eine laufende Studie befasst sich mit der Frage, welche Faktoren die präoperative Markierung des Wächter-Lymphknotens beeinflussen (bei periareolärer Nuklidapplikation). Insbesondere wollen wir der Frage nachgehen, ob eine zuvor stattgefundene Vakuum-Saug-Biopsie in den oberen äußeren Quadranten aufgrund des Gewebetraumas die Darstellbarkeit des Wächter-Lymphknotens erschwert (Vorstellung erster Ergebnisse auf dem deutschen Senologenkongress 2013 (München) und dem amerikanischen Röntgenkongress 2013 (Chicago).

Präoperative Tomosynthese

Die Tomosynthese ist eine technische Weiterentwicklung der digitalen Mammographie. Sie erlaubt die Rekonstruktion von Dünnschichten und damit eine überlagerungsfreie Darstellung des Brustgewebes. In einer laufenden Auswertung möchten wir herausfinden, ob die Tomosynthese einen Benefit in der präoperativen Diagnostik bei Patientinnen mit Brustkrebs erbringt.

Stellenwert Galaktografie

Unsere Arbeitsgruppe setzt sich ausführlich mit dem Stellenwert der Galaktographie zur Abklärung der pathologischen Sekretion auseinander. Hierzu wurden Online-Befragungen an den deutschen Brustzentren vorgenommen sowie eine systematische Literaturanalyse (siehe Literatur 13 und 14).

Kontextspalte

Leitung

PD Dr. med. Clemens Kaiser

Oberarzt
Geschäftsfeldleiter multimodale Mammadiagnostik
Schwerpunkt MR-Mammographie
Chefarzt Radiologie HGH Bensheim 

Telefon 0621/383-2067
Telefax 0621/383-1910

clemens.kaiser@remove-this.umm.de