Eine großzügige Spende stärkt die Kinderonkologie der UMM
Während der MRT-Untersuchung eine Lieblingssendung schauen? Für krebskranke Kinder an der Universitätskinderklinik Mannheim ist genau das jetzt möglich.
Der Spendenbetrag in Höhe von 33.915 Euro ermöglicht schnellere und schonendere Ganzkörperuntersuchungen, die oft ohne Sedierung möglich sind. Mithilfe des kinderfreundlichen Video-MRTs können Kinder während der Untersuchung Filme sehen oder Hörbücher hören.
V.l.n.r.: Jessica Hehn, Physician Assistant; Prof. Dr. med. Stefan Schönberg, Direktor der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin; Prof. Dr. med. Meike Weis, M. Sc., Oberärztin des Zentrums für Kinderradiologie und pädiatrische Notfalldiagnostik (ZKPN); Katrin Koziel, Teamleitung MRT; Sandra Henek, Kaufmännische Geschäftsführung; Stefan Appelhaus, Arzt der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin; Dr. med. Bogata D. Schwarz-Bundy, Oberärztin und Sektionsleitung Klinische Kinderradiologie; PD Dr. med. Matthias Dürken, Kommissarischer Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin; Almuth Ender, Büroteam-Leitung Deutsche Leukämie-Forschungs-Hilfe – Aktion für krebskranke Kinder, Ortsverband Mannheim e.V.; Karen Kutschbach, stellvertretende Vorsitzende, Leitung Rosys Kids Corner; Youri Ziffzer, Referent der Geschäftsführung der Adler Mannheim.
Alle Fotos: Daniel Bamberger (Adler Mannheim)
Jedes Jahr erhalten allein in Deutschland rund 2.200 Kinder und Jugendliche die Diagnose Krebs. Für die betroffenen Familien verändert sich von einem Tag auf den anderen alles. Die neue Becken-Bein-Spule für das MRT bedeutet einen konkreten Fortschritt in der Diagnosemethodik an der Universitätskinderklinik Mannheim.
Das MRT in der Kinderklinik verfügt über einen integrierten Fernsehbildschirm, auf dem die untersuchten Kinder Videos sehen können: „Die Kinder sind so abgelenkt, dass keine Sedierung notwendig ist, um sie für die MRT-Aufnahme ruhigzustellen“, erklären Dr. Dora Schwarz-Bundy, Sektionsleiterin der Klinischen Kinderradiologie und Prof. Meike Weis, Leiterin der Kinderradiologie. „Die Untersuchung ist damit viel schonender und risikofreier“, ergänzt PD Dr. Matthias Dürken, kommissarischer Klinikdirektor der Kinder- und Jugendmedizin.
Die Kinder sind damit näher an der Kinderklinik, durchlaufen einen schonenderen Untersuchungsprozess und werden ebenso wie ihre Familien und das medizinische Personal deutlich entlastet. PD Dr. med. Matthias Dürken erklärt dazu: „Die Anschaffung der Kinder-Becken-Bein-Spule für das MRT bedeutet für die kleinen Patienten kürzere Wege zur Ganzkörper-Kernspintomographie nahe der Kinderkrebsstation. Das gilt ebenso für die Mitarbeitenden, die deutlich kürzere Transportwege und -zeiten haben. Das erleichtert unsere tägliche Arbeit erheblich.“
Die neue Becken-Bein-Spule für das MRT
V.l.n.r.: PD Dr. Matthias Dürken, kommissarischer Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Sandra Henek, kaufmännische Geschäftsführerin des UMM, Karen Kutschbach, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Leukämie-Forschungs-Hilfe, Youri Ziffzer, Referent der Geschäftsführung der Adler Mannheim
Große Zeitersparnis
Denn Ganzkörper-MRT-Untersuchungen dauern je nach Größe des Kindes zwischen 60 und 90 Minuten und erfordern, dass das Kind über einen langen Zeitraum ruhig liegt. Bislang war deshalb selbst bei älteren Kindern oft eine Sedierung notwendig, was zusätzlichen Stress für die Kinder und ihre Eltern bedeutete und mit möglichen Nebenwirkungen, erhöhtem Personalaufwand und zusätzlichen Kosten verbunden war. Durch den Einsatz der neuen Becken-Bein-Spule können diese Belastungen deutlich reduziert werden. Zudem verkürzt sie die Untersuchungszeit erheblich und ist etwa dreimal schneller als ein herkömmliches MRT, ohne dass dabei Abstriche bei der Bildqualität gemacht werden müssen.
„Für ein Ganzkörper-MRT brauchen wir bei Kindern jetzt nur noch rund 30 Minuten”, erklärt Prof. Dr. Stefan Schönberg, Direktor der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin. Am Video-MRT, dem MRT-Standort mit der kürzesten Anbindung an die Kinderklinik und dem einzigen Gerät, an dem Kinder während der Untersuchung Filme schauen oder Hörbücher hören können, fehlte bislang genau diese Spule. Ganzkörper-MRT-Untersuchungen konnten dort daher nicht angeboten werden. Mit der neuen Becken-Bein-Spule ist dies nun möglich. Sie ist eine essenzielle Voraussetzung für Ganzkörper-MRT-Untersuchungen, die bei onkologisch erkrankten Kindern sowohl in der Initialdiagnostik als auch über Jahre hinweg in der Nachsorge notwendig sind.
Die neue Becken-Bein-Spule für das MRT
Ein MRT-Konnektor für die Becken-Bein-Spule
V.l.n.r.: PD Dr. Matthias Dürken, Prof. Dr. med. Meike Weis, M. Sc., Sandra Henek, Karen Kutschbach, Youri Ziffzer.
Gemeinsames Engagement
Die Gesamtkosten der Becken-Bein-Spule belaufen sich auf 33.915 Euro. Die Anschaffung wurde durch das gemeinsame Engagement mehrerer Unterstützer ermöglicht: 10.500 Euro kamen vom gemeinnützigen Verein „Adler helfen Menschen e. V.“, 6.915 Euro steuerte der Förderverein Kinderonkologie Mannheim bei und weitere 16.500 Euro kamen von der Deutschen Leukämie-Forschungs-Hilfe – Aktion für krebskranke Kinder OV Mannheim e. V.
„Ohne die großzügigen Spenden von ‚Adler helfen Menschen e. V.‘, der Deutschen Leukämie-Forschungs-Hilfe und dem Förderverein Kinderonkologie Mannheim wäre das nicht möglich gewesen. Unser herzlicher Dank gilt jedem Einzelnen“, betont Sandra Henek, kaufmännische Geschäftsführerin des Universitätsklinikums Mannheim. „Die Becken-Bein-Spule mag unspektakulär aussehen, aber dahinter steht Spitzentechnologie in der Diagnostik. Die Behandlung wird kürzer und damit für Kinder deutlich erträglicher“, so Frau Henek.
Karen Kutschbach, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Leukämie-Forschungs-Hilfe – Aktion für krebskranke Kinder e. V. und maßgeblich an der Beschaffung der Becken-Bein-Spule beteiligt, sagt: „Es ist enorm wichtig, dass wir hier in Mannheim ein eigenes, kinderfreundliches MRT für die Kinderklinik haben. Die Möglichkeit, während der Untersuchungszeit einen Film anzuschauen oder ein Hörspiel zu hören, reduziert Sedierungen und spart Zeit. Durch die zusätzliche Becken-Bein-Spule können alle Kinder ihr MRT direkt in der Kinderklinik erhalten. Lange Wege durch das Klinikum entfallen, die Infektionsgefahr sinkt und auf Station wird viel Zeit gespart. Ich begrüße diese Anschaffung sehr und freue mich, einen Teil dazu beigetragen zu haben.“
Youri Ziffzer, Referent der Geschäftsführung der Adler Mannheim und 2. Vorsitzender von „Adler helfen Menschen“, erklärt: „Wenn wir mit unserem Engagement dazu beitragen können, den Alltag schwerkranker Kinder ein Stück leichter zu machen, dann erfüllt das genau den Zweck unseres sozialen Einsatzes. Die neue Becken-Bein-Spule verbessert die medizinische Versorgung nachhaltig und schenkt den Kindern mehr Komfort und Sicherheit. Zudem ist es erfreulich, dass dadurch auch die tägliche Arbeit des medizinischen Personals spürbar erleichtert wird und wertvolle Zeit gewonnen wird, die wiederum anderen Aufgaben und den Patientinnen und Patienten zugutekommt. Wir sind stolz, dieses wichtige Projekt unterstützen zu dürfen.“