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Ziele und Aufgaben des MCC
Gemäß der Geschäftsordnung des Mannheim Cancer Center (MCC) in der geltenden Fassung vom 15.05.2020 soll das MCC die flächendeckende, patientenorientierte und fachübergreifend organisierte Behandlung von Krebskranken nach qualitätsgesicherten medizinisch wissenschaftlichen Standards ermöglichen. Gleichzeitig soll es die Weiterentwicklung der Diagnostik, Therapie und Prävention von Krebserkrankungen und die Grundlagenforschung sowie die translationale und klinische Forschung auf dem Gebiet der Krebsmedizin am Standort Mannheim fördern und national und international sichtbar machen. Das MCC hat dabei insbesondere folgende Aufgaben:
- Interdisziplinäre Versorgung von Tumorpatienten: Das MCC stellt die standardisierte Diagnostik, Behandlung und Nachsorge sowie die palliative Versorgung von Tumorpatienten, die an der UMM behandelt werden, entlang verbindlicher Leitlinien sicher und verfolgt zudem das Ziel, die umfassende Versorgung dieser Tumorpatienten zu optimieren. Dazu gehören auch Maßnahmen zur Krebsprävention, zum Qualitätsmanagement und zur Qualitätssicherung sowie die Umsetzung von Zertifizierungsmaßnahmen. Alle Abläufe und Behandlungen werden fortlaufend dokumentiert und überwacht.
- Koordination und Intensivierung von Grundlagen-, translationaler und klinischer Forschung an der Universitätsklinikum Mannheim GmbH und an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg sowie in strukturierter Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum. Hierzu gehört auch, dass möglichst viele Patienten im Rahmen von klinischen Studien betreut werden können, um den Erfolg der translationalen Krebsforschung zu gewährleisten. Die Durchführung klinischer Studien der Phase I bis III sollte mit einem hohen Anteil an Investigator-Initiated-Trials erfolgen.
- Interdisziplinäre onkologische Aus-, Fort- und Weiterbildung. Das MCC stellt sicher, dass onkologische Inhalte in die ärztliche und pflegerische Aus-, Fort- und Weiterbildung integriert werden. Für klinische Forscher, Prüfärzte und Studienpersonal werden spezialisierte Fortbildungen angeboten.
- Weiterentwicklung eines regionalen Kompetenznetzwerks in der Onkologie als Teil der Kooperation mit regionalen Partnern. Das MCC strebt an, hierdurch die regionale Implementierung und kontrollierte Umsetzung gültiger Standards und Leitlinien für Diagnostik, Therapie, Nachsorge und palliative Versorgung innerhalb des Einzugsgebiets zu gewährleisten. Das MCC nimmt die Koordination von Tumorkonferenzen, klinischen Studien, Tumordokumentation, palliativmedizinischer Versorgung und Aus- und Weiterbildung in Zusammenarbeit mit den kooperierenden Krankenhäusern wahr. Das MCC ist bestrebt, diese Koordination in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Praxen und Selbsthilfegruppen auszubauen und zu fördern.
- Darüber hinaus werden Informationsangebote für Patienten und deren Angehörige bereitgestellt.
Das MCC kooperiert bei der Erfüllung seiner Aufgaben mit den anderen Forschungsschwerpunkten der Medizinischen Fakultät Mannheim, mit den bestehenden lebenswissenschaftlichen Forschungseinrichtungen der Universität Heidelberg sowie mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen in der Metropolregion Rhein-Neckar, insbesondere mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg (DKFZ) und mit dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim (ZI).
Das Ziel, Anfang 2026 gemeinsam mit dem CCC Heidelberg den Antrag auf Zertifizierung eines Zwei-Standort-CCC Heidelberg-Mannheim durch die Deutsche Krebshilfe zu stellen und erfolgreich umzusetzen, wird weiter konsequent verfolgt. In diesem Zusammenhang fanden in 2023/2024 und sehr intensiv in 2025 wiederholt gemeinsame Gespräche und die Bildung bzw. Fortführung von Arbeitsgruppen statt. Um die Vorbereitungen auch durch externe Gutachter begleiten zu lassen, wurde im Juli 2024 ein erfolgreiches gemeinsames Prä-Audit durchgeführt (Ergebnisprotokoll als separates Dokument einsehbar). Die gemeinsame Antragsstellung erfolgt planmäßig Anfang 2026.
Statusbericht, Ziele und Strategien
- Es ist uns gelungen, 2025 den Prozess der Zertifizierung als Onkologisches Zentrum erfolgreich fortzusetzen. Das OnkoZert Audit fand planmäßig am 05./06.05.2025 vor Ort statt. Es erfolgte eine insgesamt positive Audit Bewertung ohne Abweichungen für das gesamte Zentrum. Das Zertifikat als Onkologisches Zentrum nach DKG hat damit Gültigkeit bis zum 07.10.2028. Das nächste reguläre Überwachungsaudit ist für Mai 2026 geplant.
- Im Rahmen des Vor-Ort Audits als Onkologisches Zentrum wurden auch das Uroonkologische Zentrum, das Viszeralonkologische Zentrum, das Interdisziplinäre Brustzentrum, das Gynäkologische Krebszentrum, das Darmzentrum, das Neuroonkologische Zentrum, die Kinderonkologie und das Sarkom Zentrum auditiert und konnten ihre Begutachtung ebenfalls erfolgreich abschließen. Die Hinweise und Verbesserungsvorschläge aus dem Auditbericht haben wir mit entsprechenden abzuleitenden Maßnahmen in einem Aktionsplan zusammengefasst (siehe separates Dokument am Ende dieses Managementreviews).
- Historisch wurden in 2019 folgende Module der DKG Zertifizierung unterzogen: Speiseröhre, Niere und Harnblase, Kinderonkologie sowie Sarkome. Zuletzt erfolgte in 2021 die Erstzertifizierung des Moduls Leber innerhalb des Viszeralonkologischen Zentrums. Damit liegen folgende Tumorentitäten/ Organe im Geltungsbereich des OZ: Mamma, Melanom, Cervix, Uterus, Ovar, Darm, Speiseröhre, Leber, Prostata, Harnblase, Niere, Kopf-Hals-Tumoren, Neuroonkologie, Kinderonkologie und Sarkome. Somit steht die Onkologie im Jahre 2024 an der UMM auf zahlreichen Säulen der zertifizierten Versorgung (siehe Abbildung 1). Das DKG/ OnkoZert Zertifikat wurde dahingehend aktualisiert.
- Bemerkenswert sind sicherlich die Anstrengungen des Uroonkologischen Zentrums, das in vielerlei Hinsicht Modellcharakter besitzt. Bei der Einführung des Hornheider Screeningbogens der Psychoonkologie fungierte die Urologie als Pilot. In 2014/2015 wurde auch die elektronische Umsetzung der Tumorkonferenzbeschlüsse in einer Pilotphase zuerst in der Urologie getestet, bevor die Implementierung auf die anderen Tumorkonferenzen erfolgte. Urologische Praxen unterzogen sich bereits seit 2013 dem Zertifizierungsverfahren nach DKG. In 2014 wurde zusätzlich der Standort Heilig Geist Hospital Bensheim des Prostatakarzinomzentrums erstmalig mitbegutachtet und ebenfalls erfolgreich zertifiziert.
- Es konnten in 2025 insgesamt 10586 Vorstellungen in MCC Tumorboards (2024: 9746) verzeichnet werden. Wir bieten zusätzliche Sprechstunden (SIRT Sprechstunde, Thoraxonkologische Sprechstunde) bzw. neue oder häufiger stattfindende Tumorboards (Molekulares Tumorboard, Hämatoonkologisches Board, Endokrines Tumorboard) an. Wir können damit in 2025 hinsichtlich der Tumorboards einen Zuwachs von etwa 9 % verzeichnen.
- Hinsichtlich Personalentwicklungen/ Fluktuation ergaben sich für das OZ in 2025 keine wesentlichen Veränderungen.
- Für die einzelnen Organzentren ergaben sich in 2025 folgende Veränderungen:
- Uroonkologisches Zentrum: Änderung der Personalstruktur mit einer neuen Leitung durch PD Dr. med. Thomas Worst. Koordinatorisch Unterstützung durch Herrn Dr. med. Frederik Wessels.
- Interdisziplinäres Brustzentrum / Gynäkologisches Krebszentrum: Die humangenetische Beratung der Patientinnen erfolgt im Zentrum selbst. Die Dysplasie Sprechstunde soll zur Dysplasie Einheit ausgebaut werden.
- Hauttumorzentrum: Koordination des Zentrums durch Dr. med. Sebastian Wohlfeil.
- Viszeralonkologisches Zentrum: Prof. Reißfelder ist Vorsitzender der Zertifizierungskommission „Viszeralonkologische Zentren“. Es erfolgt derzeit eine Evaluation der Machbarkeit des neuen Moduls „Anal-Ca“.
- Kopf-Hals-Tumorzentrum: Das Zentrum verfügt wieder über die Bezeichnung „Med. Tumortherapie“.
- Neuroonkologisches Zentrum: Keine Veränderungen.
- Kinderonkologisches Zentrum: Koordination erneut durch Frau Dr. med. Katharina Raum.
- Sarkom Zentrum: Keine Veränderungen.
Abbildung 1: Onkologisches Zentrum und Organzentren/ Module (Stand: 05/2025)
Ergebnisse des internen Audits vom 03.12.2025
Das jährliche interne Audit durch die Stabstelle Qualitätsmanagement fand am 03.12.2025 statt auch im Hinblick auf die bestehende Iso-Zertifizierung des Gesamthauses nach DIN ISO 9001:2015. Die Ergebnisse und Verbesserungspotentiale wurden in einer Maßnahmenliste zusammengefasst. Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte diesem separaten Dokument. Die Maßnahmenliste wurde bearbeitet und wieder an die Stabstelle QM zurückgespiegelt bzw. in RoXtra eingepflegt.
Ergebnisse der Tumordokumentation 2024/2025
- In 2024 wurden folgende Primärfälle behandelt: 108 Darm, 38 Speiseröhre, 152 Mamma, 103 Gynäkologische Tumoren, 131 Maligne Melanome, 774 Prostata, 87 Kopf-Hals-Tumoren, 183 neuroonkologische Tumoren und 112 Sarkome. In 2025 lagen die entsprechenden Primärfallzahlen bei 146 Darm, 38 Speiseröhre, 223 Mamma, 92 Gynäkologische Tumoren, 140 Maligne Melanome, 734 Prostata, 87 Kopf-Hals-Tumoren, 217 neuroonkologische Tumoren und 109 Sarkome inkl. GIST.
- Durch die Erweiterung des Geltungsbereichs wurden die nach 3 Jahren zur Rezertifizierung geforderten > 70 % Versorgungsumfang erreicht. Weitere Angaben entnehmen Sie dem aktualisierten OnkoZert Zertrechner für das Kennzahlenjahr 2025.
- Durch eine Neustrukturierung der Nachsorge durch die Einbeziehung der Patienten konnte die Rücklaufquote in den einzelnen Tumorentitäten signifikant gesteigert werden und erreicht die geforderten Grenzen.
Der Jahresreview 2026 soll planmäßig im ersten Quartal 2027 erstellt werden.
Februar 2026
Prof. Dr. med. Bernd Kasper Prof. Dr. med. Wolf-Karsten Hofmann
Aktionsplan 2025/2026 aus dem OnkoZert Audit vom Mai 2025
Es wurde im Auditbericht für das Onkologische Zentrum (MCC) vor allem auf Verbesserungspotentiale hinsichtlich folgender zentraler Bereiche hingewiesen:
1. Adhäsionsanalysen von Tumorkonferenzempfehlungen
Zuständigkeit: Prof. Dr. Kasper, Ärztlicher Geschäftsführer MCC; Koordinatorinnen und Koordinatoren der Organzentren und Module
Situation: Bereits im letzten Audit wurde angemerkt, dass das Onkologische Zentrum die dezentral erfassten Anwesenheitskontrollen in den Tumorkonferenzen und die Adhäsionsanalysen zusammenstellt, um die Transparenz dieser Daten zu verbessern.
Aktionen: Vonseiten des Onkologischen Zentrums wurde bereits als Konzept festgelegt, dass bei Therapieabweichungen eine erneute Vorstellung der Pat. in der Tumorkonferenz erfolgen soll (siehe Punkt 1.2.11 des EB OZ). Die dezentral in den Organzentren und Modulen erfassten Anwesenheitskontrollen in den Tumorkonferenzen und Adhäsionsanalysen sollen zentral abgefragt werden.
Zeitplan: Umsetzung bis zum nächsten Audit in 2026
2. Screening Quote in der Psychoonkologie
Zuständigkeit: Katrin Scharpf, Leiterin Psychoonkologie an der UMM
Situation: In fünf Organzentren/ Modulen (Leber, Niere, Harnblase, Neuro, Kopf-Hals) wird die geforderte Screening Quote unterschritten (< 65 %).
Aktionen: Hier sollte die Screening Quote gesteigert werden.
Zeitplan: Umsetzung bis zum nächsten Audit in 2026
3. Supportivtherapie im TagesTherapieZentrum (TTZ)
Zuständigkeit: Prof. Dr. Hofheinz, Leiter TTZ; Dr. Merx, Stellvertretende Leitung TTZ
Situation: Da die Supportivtherapie nicht in Zenzy hinterlegt ist, werden zwei Anforderungen nicht erfüllt: 1. „In die Therapiepläne sind die LL-entsprechenden Antiemetika aufzunehmen“ sowie „Die Therapiepläne sind vor unbeabsichtigter Veränderung zu schützen“.
Aktionen: Hier ist ein Konzept zu erarbeiten, wie diese Anforderungen in Zukunft erfüllt werden können.
Zeitplan: Umsetzung bis zum nächsten Audit in 2026
4. Palliativmedizin
Zuständigkeit: PD Dr. Boch, Ärztliche Leitung Palliativmedizin an der UMM
Situation: Die personellen Ressourcen im Ärztlichen Bereich unterschreiten die Anforderungen: Prof. Hofheinz und Fr. Dr. Merz sind hauptsächlich im TTZ tätig und vertreten PD Dr. Boch lediglich bei Abwesenheit. Sie können bestenfalls mit 0,1-0,2 VK berechnet werden. Fr. Eschbach ist dem SAPV-Team zugeordnet. Pro Bett sollten 0,2 VK Fachärzte mit Zusatzbezeichnung Palliativmedizin zur Verfügung stehen, d.h. 14 x 0,2 = 2,8 VK SOLL versus 1,2 VK IST (kritischer Hinweis).
Auch im Pflegebereich unterschreitet die Zahl der Mitarbeiter die Vorgaben von 1,2 VK pro Bett, d.h. 14 x 1,2 = 16,8 VK SOLL versus 14 VK (= 18 MA) IST (kritischer Hinweis).
Nur 61,1 % der Pflegekräfte (11 von 18) hatten 2024 eine Palliative Care Ausbildung. Somit wird die Anforderung von > 75 % unterschritten.
Aktionen: Die ärztliche Versorgung mit Palliativmedizinern auf der Palliativstation sollte entsprechend aufgestockt werden. Auch im Pflegebereich ist eine personelle Aufstockung erforderlich. Die Rate der Pflegekräfte mit Palliative Care Ausbildung muss gesteigert werden.
Zeitplan: Vor dem Hintergrund des aktuellen Einstellungsstopps an der UMM bis Ende 2025 Anstreben einer Umsetzung bis zum nächsten Audit in 2026
5. Tumordokumentation
Zuständigkeit: Prof. Dr. Kasper, Ärztlicher Geschäftsführer MCC
Situation: Im Audit wurde die Zahl aller Primärfälle mit ca. 2000 geschätzt und die der Nachsorgen mit ca. 5000 pro Jahr. Somit sollte der Personalschüssel 5 VK (pro 200 PF 0,5 VK) plus 2,5 VK (pro 200 NS 0,1 VK) betragen. Aktuell beträgt die IST-Stärke nur 5,67 VK.
Aktionen: Damit wird die Vorgabe deutlich unterschritten und sollte verbessert werden.
Zeitplan: Vor dem Hintergrund des aktuellen Einstellungsstopps an der UMM bis Ende 2025 Anstreben einer Umsetzung bis zum nächsten Audit in 2026
Juni 2025
Prof. Dr. med. Bernd Kasper