Herzklappentherapie: Frauen profitieren auch bei späterem Beginn
Eine UMM-Studie zeigt: Frauen profitieren von M-TEER ebenso wie Männer, stellen sich jedoch später und mit stärkerer Einschränkung zur Behandlung vor.
Das Mannheimer Forschungsteam untersucht geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Behandlung schwerer Mitralklappeninsuffizienz mit M-TEER.
Frauen mit schwerer Mitralklappenundichtigkeit profitieren von einer kathetergestützten Reparatur der Mitralklappe ebenso wie Männer. Sie kommen jedoch im Durchschnitt später und mit stärkeren funktionellen Einschränkungen zur Behandlung. Das zeigt eine aktuell in JACC: Advances veröffentlichte Studie unter Beteiligung von Professor Harald Langer und seinem Team an der Universitätsmedizin Mannheim.
Untersucht wurde die sogenannte Mitral Transcatheter Edge-to-Edge Repair (M-TEER). Bei diesem schonenden Verfahren wird eine Undichtigkeit der Mitralklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer über einen Katheter behandelt. In die Analyse flossen Daten von 293 Patient:innen ein, darunter 119 Frauen.
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zum Zeitpunkt der Behandlung:
Frauen waren im Durchschnitt rund drei Jahre älter und wiesen bereits vor dem Eingriff eine geringere körperliche Leistungsfähigkeit auf. Gleichzeitig profitierten sie vergleichbar von der Therapie. Sechs Monate nach dem Eingriff zeigten sich zwischen Frauen und Männern keine signifikanten Unterschiede bei der Gesamtsterblichkeit oder bei erneuten Krankenhausaufnahmen aufgrund einer Herzinsuffizienz. Auch die Verbesserung der funktionellen Leistungsfähigkeit war vergleichbar.
Die Ergebnisse sprechen deshalb dafür, Frauen mit einer relevanten Mitralklappenerkrankung früher zu erkennen und rechtzeitig einer spezialisierten Behandlung zuzuführen. Ein verbesserter Zugang zu Diagnostik und Therapie könnte dazu beitragen, geschlechtsspezifische Unterschiede in der Versorgung zu verringern.
Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler:innen und Kliniker:innen aus Mannheim, Tübingen sowie weiteren internationalen Zentren.