Interdisziplinäres Gefäßzentrum Mannheim: Ein Lebenswerk trägt weiter
Mit einer Teamveranstaltung im IGZ dankte die UMM Dr. Klaus Amendt für den Aufbau der Gefäßmedizin und stellte zugleich die Weichen für die Zukunft unter neuer Leitung.
Dr. med. Klaus Amendt (li.) und Prof. Dr. med. Konstantinos Stellos
Mit einer gemeinsamen Teamfortbildung und Begegnungsveranstaltung im Interdisziplinären Gefäßzentrum (IGZ) der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) wurde am 27. Januar 2026 nicht nur der weitere Aufbau der VI. Medizinischen Klinik für Angiologie und Diabetologie gestaltet, sondern vor allem ein Zeichen des Dankes und der Wertschätzung für das außergewöhnliche berufliche Lebenswerk von Dr. med. Klaus Amendt gesetzt, einem der zentralen Wegbereiter der modernen Gefäßmedizin in Mannheim. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit der Pflegedirektion der Universitätsmedizin Mannheim sowie dem Zentrum für angewandte Pflegewissenschaften organisiert. Pflegekräfte der Station 1–21, das Team der IGZ-Ambulanz, Ärzt:innen und Mitarbeitende der Klinik kamen in einen offenen, interprofessionellen Austausch.
Im Mittelpunkt stand das gemeinsame Verständnis für moderne Gefäßmedizin: patientenzentriert, interdisziplinär und getragen von gegenseitigem Respekt.
Ein Zentrum als Vermächtnis – gemeinsam aufgebaut
Dr. Klaus Amendt hat die Gefäßmedizin in Mannheim und der Metropolregion Rhein-Neckar über Jahrzehnte hinweg entscheidend geprägt – zunächst als Chefarzt der Angiologie am Diakoniekrankenhaus Mannheim, später als Leiter des Interdisziplinären Gefäßzentrums Mannheim (IGZ) an der UMM. Gemeinsam mit Prof. Dr. med. Steffen Diehl (Interventionelle Radiologie) und PD Dr. med. Kay Schwenke (Gefäßchirurgie) hat er das IGZ als echtes interdisziplinäres Zentrum gegründet und aufgebaut. Unterstützt wurde er dabei von seinem langjährigen Wegbegleiter Prof. Dr. med. Martin Sigl (Angiologie).
Diese enge Zusammenarbeit dreier Fachdisziplinen auf Augenhöhe – Angiologie, interventionelle Radiologie und Gefäßchirurgie – bildet bis heute das strukturelle und inhaltliche Fundament des IGZ. Sie ermöglicht eine umfassende, leitliniengerechte und hochspezialisierte Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Gefäßerkrankungen aus Mannheim und der gesamten Region.
Gruppenfoto der Teamfortbildung und Begegnungsveranstaltung
Dr. med. Klaus Amendt (li.) im Gespräch
Austausch, Diskussion und Begegnung standen im Zentrum der Veranstaltung
Gruppenfoto der Teamfortbildung und Begegnungsveranstaltung
Dr. med. Klaus Amendt (li.) im Gespräch
Austausch, Diskussion und Begegnung standen im Zentrum der Veranstaltung
Heute steht das IGZ – in enger Verbindung mit der neu gegründeten VI. Medizinischen Klinik für Angiologie und Diabetologie – für eine umfassende ambulante und stationäre Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Gefäßerkrankungen. Behandelt werden sowohl frühe Krankheitsstadien, die ambulant versorgt werden können, als auch schwere und komplexe Verläufe, die eine stationäre Aufnahme erfordern.
Dazu zählen unter anderem ausgeprägte Durchblutungsstörungen der Beine mit Schmerzen in Ruhe oder offenen Wunden, das diabetische Fußsyndrom, chronische und schwer heilende Wunden, entzündliche Erkrankungen der Blutgefäße sowie Erkrankungen der Hauptschlagader. Gerade diese Patientinnen und Patienten profitieren von einer spezialisierten stationären Gefäßmedizin, in der moderne Diagnostik, medikamentöse und interventionelle Therapien, Wundmanagement und strukturierte Nachsorge eng miteinander verzahnt sind.
„Das IGZ ist Ausdruck einer Haltung“, betont Prof. Dr. med. Konstantinos Stellos, seit dem 1. Dezember 2025 Direktor der VI. Medizinischen Klinik und ärztlicher Gesamtleiter des IGZ. „Es steht für Verantwortung gegenüber unseren Patientinnen und Patienten, für interdisziplinäres Denken und für Medizin, die sich an Qualität und Versorgungsbedarf orientiert. Dieses Fundament wurde von Dr. Amendt gemeinsam mit Prof. Diehl und PD Dr. Schwenke gelegt.“
„Gefäßmedizin ist Teamarbeit – und sie beginnt immer beim Patienten.“
– Dr. med. Klaus Amendt
Ein symbolischer Moment der Veranstaltung war der persönliche Dank von Prof. Stellos an Dr. Amendt. Die Übergabe von Blumen stand stellvertretend für Anerkennung, Respekt und Dankbarkeit für eine Lebensleistung im Dienst der Gefäßmedizin.
Pflege im Zentrum – interprofessionell gemeinsam wachsen
Der Austausch während der Veranstaltung machte deutlich, wie zentral die Pflege für den Erfolg der stationären und ambulanten Gefäßmedizin ist. Pflegekräfte begleiten Patientinnen und Patienten häufig über lange Krankheitsverläufe hinweg – insbesondere bei chronischen Wunden, kritischen Durchblutungsstörungen und diabetischen Folgeerkrankungen.
Der Aufbau der VI. Medizinischen Klinik für Angiologie und Diabetologie erfolgt daher bewusst gemeinsam mit der Pflege. Klare Zuständigkeiten, gemeinsame Standards und ein kontinuierlicher Dialog bilden die Grundlage.
Seit dem Start der neuen Klinik konnte in enger Zusammenarbeit mit dem Pflegeteam ein deutliches Wachstum der Station verzeichnet werden – sowohl in der Zahl behandelter Patient:innen als auch in der Komplexität akuter und chronischer vaskulärer und diabetologischer Erkrankungen.
Kontinuität und Zukunft: Versorgung, Forschung und Innovation
Mit der neuen Leitung versteht Prof. Stellos den Übergang ausdrücklich als Weiterentwicklung eines erfolgreichen interdisziplinären Modells, das von seinen Vorgängern aufgebaut wurde. Ziel ist es, die exzellente patientennahe Versorgung des IGZ weiter auszubauen und zugleich neue Impulse in klinischer Forschung, Innovation und Therapieentwicklung zu setzen.
Die enge Anbindung an das European Center for Angioscience (ECAS) der Medizinischen Fakultät Mannheim schafft hierfür eine besondere Grundlage. Wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Gefäßbiologie, Entzündungsforschung und Diabetologie sollen noch konsequenter in neue diagnostische und therapeutische Konzepte überführt werden – mit dem klaren Ziel, Patientinnen und Patienten früher, gezielter und nachhaltiger zu behandeln.
„Wir wollen die Gefäßmedizin in Mannheim weiter stärken – ambulant wie stationär“, so Prof. Stellos. „Das IGZ bleibt dabei das Herzstück: getragen von Pflege, Ärzt:innen und Wissenschaft gemeinsam.“
Laudatio – Dr. med. Klaus Amendt
Mitgründer des Interdisziplinären Gefäßzentrums Mannheim und Architekt der Gefäßmedizin in der Region
Dr. med. Klaus Amendt verfügt über mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung in der Angiologie und interventionellen Gefäßmedizin. Gemeinsam mit Prof. Dr. med. Steffen Diehl und PD Dr. med. Kay Schwenke hat er das Interdisziplinäre Gefäßzentrum Mannheim an der Universitätsmedizin Mannheim gegründet und zu einem überregional anerkannten Zentrum entwickelt.
Sein Wirken war stets gekennzeichnet durch klinische Präzision, interdisziplinären Respekt und einen klaren Fokus auf die reale Versorgungssituation der Patientinnen und Patienten. Generationen von Ärzt:innen und Pflegekräften haben unter seiner Leitung gelernt, dass exzellente Gefäßmedizin nur im Team möglich ist.
Die Universitätsmedizin Mannheim dankt Dr. med. Klaus Amendt für sein außergewöhnliches Engagement, seine Weitsicht und sein bleibendes Vermächtnis.
Foto: Dr. med. Klaus Amendt während der Veranstaltung am 27. Januar 2026: "Gefäßmedizin ist Teamarbeit"