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Inhalt

Klinische Studien

Laufende Studien nach Erkrankung

Erstdiagnose Glioblastom WHO°IV

INTRAGO-II-Studie

INTRAGO-II-Studie: Additive intraoperative Bestrahlung bei Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom

Multizentrische, prospektive, offene, randomisierte zweiarmige Phase III klinische Studie zur additiven intraoperativen Bestrahlung bei Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom. Studie rekrutiert Patienten.  NCT-Nr: NCT02685605

Mit der Einführung sphärischer Bestrahlungsgeräte wie dem Intrabeam® System (Carl-Zeiss Meditec AG, Oberkochen, Deutschland), können selbst komplexe Hohlräume während IORT adäquat mit Bestrahlung abgedeckt werden. INTRAGO II basiert auf dem erfolgreichen Abschluss der Phase I/II klinischen Studie (Giordano et al., Neurosurgery 2018; Giordano et al., BMC Cancer 2014).  Es soll die Effektivität der intraoperativen Radiotherapie bei Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom ermittelt werden. Die Studie vergleicht dabei Patienten mit additiver intraoperativer Bestrahlung zum Standardverfahren mit Patienten die nach dem Standardverfahren behandelt werden. Das Standardverfahren umfasst die operative Tumorentfernung, mit nachfolgender kombinierter Bestrahlungs-Chemotherapie und anschließender Chemotherapie mit Temozolomid.

GAMMA-GBM-Studie

GAMMA-GBM-Studie: Frühe radiochirurgische Nachbehandlung mittels Gamma-Knife bei Patienten bei denen eine Komplettresektion des Glioblastoms nicht möglich ist

Monozentrische, prospektive, offene, einarmige Studie mit früher radiochirurgischer Nachbehandlung mittels Gamma-Knife bei Patienten bei denen eine Komplettresektion des Glioblastoms nicht möglich ist. Studie rekrutiert Patienten. NCT-Nr: NCT03055208

Eine vollständige Tumorresektion ein wichtiger Faktor für die weitere Prognose von Patienten mit Glioblastom. Manchmal ist eine vollständige Resektion jedoch nicht möglich, da der Patient sonst schwerwiegende neurologische Defizite erleiden würde. Die GAMMA-GBM-Studie testet die Effektivität einer frühen (bis 72 Stunden nach der Operation) stattfindenden radiochirurgischen Behandlung mit dem Gamma-Knife von nicht entfernbarem Tumorgewebe nach Glioblastom-Operation

N2M2 (NCT Neuro Master Match)

N2M2 (NCT Neuro Master Match): Personalisierte Therapieoption für Patienten mit Glioblastom mit nicht methyliertem MGMT Promoter

Multizentrische, prospektive, offene, Phase I/II klinische Umbrella-Studie. Identifizierung einer personalisierten Therapieoption für Patienten mit Glioblastom mit nicht methyliertem MGMT Promoter. Studie rekrutiert Patienten. NCT-Nr: NCT03158389

Die zunehmende Individualisierung der Krebstherapie spiegelt sich auch in den klinischen Studien durch neue Studienkonzepte wie Umbrella- oder Basket-Studien wider. Während bei Basket-Studien Patienten mit unterschiedlichen Tumorindikationen aber gleicher genetischer Alteration in einem gemeinsamen Protokoll behandelt werden, werden bei Umbrella-Studien Patienten einer Tumorindikation auf unterschiedliche Alterationen untersucht, für die dann verschiedene zielgerichtete Therapien angeboten werden.

Im Rahmen einer Pilotstudie konnte die Durchführbarkeit der Studie bereits gezeigt werden (Pfaff E. et al., Neuro Oncol, 2017). Bei Patienten mit MGMT unmethylierten Glioblastomen erfolgt eine aufwändige molekulargenetische Charakterisierung des Tumors. Anhand der molekularen Veränderungen wird für den Patienten aus 8 verschiedenen Biomarker-gestützten Studienarmen eine personalisierte, zielgerichtete Therapie parallel zur Bestrahlung im Rahmen der Primärtherapie durchgeführt.

EORTC-1709-BTG

EORTC-1709-BTG: Additive Gabe des Proteasominhibitor Marizomib zur leitliningerechten Therapie

Prospektive, offen randomisierte, zweiarmige Phase III Studie für Patienten mit Glioblastom bei der die Wirksamkeit des Proteasominhibitor Marizomib additiv zur leitliningerechten Therapie untersucht wird. Studie rekrutiert Patienten. EudratCT-Number: 2017-003908-50

In dieser Phase III Studie wird die Wirksamkeit des Proteasominhibitors Marizomib in Verbindung mit der leitliniengerechten Radiochemotherapie mit Temozolomid in der Primärsituation bei Patienten mit einem Glioblastom untersucht. Marizomib wurde bereits im Rahmen einer Phase I und II klinischen Studie an Patienten mit neu diagnostizierten und rezidivierten Glioblastom untersucht (NCT02330562). Basierend auf den Beobachtungen erfolgte die Initiierung einer Phase I/II klinische Studie welche die Therapie mit Marizomib in Kombination mit kombinierter Radiochemotherapie und nachfolgender adjuvanter Chemotherapie mit Temozolomid nach Leitlinie versus ausschließlicher Therapie nach Leitlinie untersucht. Die Sicherheit und Verträglichkeit dieses Therapieregimens konnte gezeigt werden, so dass in einer größeren klinischen Phase III Studie nur der therapeutische Benefit für das progressionsfreie Intervall und das Gesamtüberleben ermittelt werden soll.

Rezidiv-Gliom / Rezidiv-Glioblastom

AMPLIFY-NEOVAC/NOA-21

AMPLIFY-NEOVAC/NOA-21: Mutationsspezifische IDH1-Peptidvakzine in Kombination mit einem Checkpoint-Inhibitor

Multizentrische, prospektive, offene, randomisierte dreiarmige Phase I Studie zur Behandlung von Patienten mit erstem Rezidiv bei IDH mutiertem Astrozytom WHO°II, III und IV ohne 1p/19q Co-Deletion. (AMPLIFYing NEOepitope-specific VACcine). Studie rekrutiert Patienten. EudratCT-Number: 20147000587-15

Die NOA-21 / AMPLIFY-NEOVAC Studie vergleicht in einem multizentrischen offenen, randomisierten Phase I-Design die Sicherheit und Immunogenität der mutationsspezifischen IDH1-Peptidvakzine aus der NOA-16-Studie in Kombination mit einer Checkpoint-Inhibition mit Avelumab mit einer alleinigen Avelumab-Therapie und einer alleinigen IDH1-Peptidvakzine bei Patienten mit erstem bildgebendem Rezidiv eines diffusen Glioms mit IDH1R132H-Mutation, ohne 1p/19q-Kodeletion bzw. mit Verlust der ATRX-Expression und einer Indikation für eine Resektion.

Die Patienten erhalten zunächst 3 Peptidvakzinierungen (Arm 1), 3 Peptidvakzinierungen gemeinsam mit 3 Avelumab-Infusionen (Arm 2) oder 3 Avelumab-Infusionen (Arm 3) über einen Zeitraum von 6 Wochen, bevor die geplante Re-Resektion erfolgt. Das Tumorgewebe wird umfangreich immunologisch und molekulargenetisch klassifiziert. Postoperativ wird die Immuntherapie der einzelnen Behandlungsarme bis zum Tumorprogress fortgesetzt.

VXM01-AVE-INT

VXM01-AVE-INT: Oraler Impfstoff gegen den VEGF-Rezeptor und dem Checkpointinhibitor Avelumab für Patienten mit progredienter Erkrankung eines Glioblastoms

Multizentrische, prospektive, offen randomisierte Phase I/II klinische Studie mit einem oralen Impfstoff gegen den VEGF-Rezeptor und dem Checkpointinhibitor Avelumab für Patienten mit progredienter Erkrankung eines Glioblastoms nach stattgehabter leitliniengerechter Therapie mit oder ohne erneute Indikation zur operativen Therapie. Studie rekrutiert Patienten.

VXM01 ist eine orale T-Zell-Immuntherapie, die dazu entwickelt wurde, T-Zellen zu aktivieren, die die Tumorvaskulatur angreifen und bei verschiedenen Tumorarten die Krebszellen direkt attackieren. Sie basiert auf einem abgeschwächten, sicheren, oral verabreichten bakteriellen Impfstamm, der so modifiziert wurde, dass er den Vascular Endothelial Growth Factor Receptor-2 (VEGFR2) als Zielgen trägt. VXM01 stimuliert das Immunsystem des Patienten zur Aktivierung VEGFR2-spezifischer, zytotoxischer T-Zellen (so genannter Killer-Zellen). Diese Killer-Zellen wiederum zerstören aktiv die Zellen des Tumor-Gefäßsystems, was zur verstärkten Infiltration verschiedener Immunzellen in den Tumor führt. In präklinischen Studien zeigte ein analoger VXM01 Impfstoff breite Anti-Tumoraktivität bei unterschiedlichen Tumorarten. Diese Aktivität war mit einer VEGFR-2-spezifischen T-Zell-Antwort verbunden und korrelierte mit der Zerstörung des Tumor-Gefäßsystems und einer erhöhten Immunzellinfiltration. Eine doppelt-verblindete, randomisierte, Placebo-kontrollierte Phase-I-Studie mit 71 Patienten mit fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs bestätigte gute Sicherheit und Verträglichkeit von VXM01 und demonstrierte außerdem eine Aktivierung von VEGFR-2-spezifischen, zytotoxischen T-Zellen, was mit einer signifikant verbesserten Überlebensrate einherging.

In dieser VXM01 Studie werden Patienten mit einem Glioblastomrezidiv mit einem oralen Impfstoff gegen den „human Vascular Endothelial Growth Factor-Receptor 2“ (VEGFR-2) sowie dem Checkpointinhibitor Avelumab (monoklonaler anti-PD-L1-Antikörper) vor einer geplanten Rezidivoperation behandelt. Aus dem anschließend im Rahmen der Operation entnommenen Gewebe sollen wichtige Informationen über die Reaktion des körpereigenen Immunsystems gegen den Tumor sowie die Wirkweise der Therapien gewonnen werden. Ziel der Studie ist es, die Sicherheit und Durchführbarkeit dieser Immuntherapien zu untersuchen und Hinweise auf immunologische Reaktionen und Wirksamkeit zu gewinnen.

GLIAA/NOA-10

GLIAA/NOA-10: FET-PET versus MRT basierte Re-Bestrahlung bei Patienten mit Glioblastomrezidiv

Randomisierte, prospektive, offen randomisierte Phase II klinische Studie bei der eine FET-PET versus MRT basierte Re-Bestrahlung bei Patienten mit Glioblastomrezidiv durchgeführt wird. Studie rekrutiert Patienten.

Nach erfolgreich abgeschlossener Pilotstudie wird in der GLIAA Studie die Wertigkeit einer Hochpräzisions-Re-Bestrahlung nach FET-PET gegenüber eine Hochpräzisions-Re-Bestrahlung nach MRT T1+KM bei Patienten mit Rezidiv-Glioblastom untersucht (Oehlke O. et al., BMC Cancer 2016). Für die Planung der Bestrahlung werden zwei verschiedene diagnostische Methoden der Bildgebung benutzt. Die Magnet-Resonanz-Tomographie (kurz MRT) und die Positronen-Emissions-Tomographie mit Aminosäuren (kurz AS-PET). Durch beide Methoden ist es möglich, Bereiche, die von Tumoren befallen sind, von gesundem Gewebe abzugrenzen. Ziel der GLIAA-Studie ist es, herauszuarbeiten, inwiefern die Berücksichtigung dieser zwei bildgebenden Methoden die Strahlenbehandlung verbessern kann. Ziel ist es, die Tumoren sehr gezielt zu bestrahlen und gesunde Bereiche gut zu schonen. Damit könnten sich die Heilungschancen erhöhen, und gleichzeitig die Belastungen für die Patienten deutlich verringern.

Hirnmetastase

INTRAMET-Studie

INTRAMET-Studie: intraoperativen Bestrahlung bei Patienten mit neu diagnostizierter Hirnmetastase 

Monozentrische, prospektive, offene, einarmige Phase I/II klinische Studie zur intraoperativen Bestrahlung bei Patienten mit neu diagnostizierter Hirnmetastase. NCT-Nr: NCT03226483

Nach der operativen Entfernung von Gehirnmetastasen ist eine Nachbestrahlung zwingend notwendig um ein Wiederauftreten der Metastase zu verhindern. Mit der Einführung sphärischer Bestrahlungsgeräte wie dem Intrabeam® System (Carl-Zeiss Meditec AG, Oberkochen, Deutschland), können selbst komplexe Hohlräume während IORT adäquat mit Bestrahlung abgedeckt werden. Die INTRAMET-Studie testet ob die intraoperative Bestrahlung gleichwertig und gleichverträglich ist mit der sonst nach Abschluss der Wundheilung durchgeführten Bestrahlung.


Geplante Studien


CAR2BRAIN

Multizentrische, offene Phase-I-Studie zur intrakraniellen Injektion von NK-92/5.28.z-Zellen bei Patienten mit rezidivierendem HER2-positivem Glioblastom.

EudraCT Nummer: 2016-000225-39

Das Hauptziel dieser klinischen Studie ist die Bewertung der Sicherheit und Verträglichkeit von NK-92/5.28.z (HER2.taNK) und die Bestimmung der maximal verträglichen Dosis oder der maximal erreichbaren Dosis (MFD). Es werden empfohlene Phase-2-Dosen sowohl für reine intraoperative Injektionen (RP2Diio) als auch für wiederholte Injektionen (RP2Dri) bestimmt. Häufige Nebenwirkungen und Zielorgane der Toxizität sowie deren Schweregrad, Dauer und Reversibilität werden bestimmt. Darüber hinaus werden die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik untersucht. Darüber hinaus werden mögliche Anzeichen einer Anti-Tumor-Aktivität von NK-92/5.28.z-Zellen analysiert.

EORTC 1634 PersoMed-I

Personalisierte risikoangepasste Therapie bei postpubertären Patienten mit neu diagnostiziertem Medullablastom.

Studiennummer: EORTC-1634-BTG

Vergleich des progressionsfreien Überlebens (PFS) einer personalisierten intensitätsmodulierten Therapie (experimenteller Arm; LDE225) mit der Standardtherapie in der SHH-abhängigen Subgruppe bei postpubertären Patienten mit neu diagnostiziertem Standardrisiko-Medulloblastom.

 

EORTC-1721

Patienten, bei denen ein Oligodendrogliom mit IDH-Mutation und lp/19q-Kodeletion diagnostiziert wurde, stellen seltene Tumorgruppen (etwa 10% der adulten Gliome) mit relativ günstiger Prognose (mediane Überlebenszeit zwischen 8 und 12 Jahren) dar. Diese Patienten werden häufig mit Operation, Chemotherapie und/oder Strahlentherapie behandelt. Da die Patienten jedoch über einen langen Zeitraum leben, können bei ihnen auch langfristige toxische Nebenwirkungen der Behandlung auftreten. Die langfristigen Folgen von behandlungs- und krankheitsbezogenen Faktoren auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität und die neurokognitive Funktion dieser Patienten sind weitgehend unbekannt.

Ziel: Beschreibung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und der neurokognitiven Funktion bei Langzeitüberlebenden des Oligodendroglioms (mit IDH-Mutation und lp/19q-Codeletion). Dieses Wissen kann das medizinische Fachpersonal dabei unterstützen, die Patienten auf etwaige Langzeitfolgen der Behandlung vorzubereiten.

Studiendesign: Querschnittsstudie mit Fragebogenausfüllen und neuropsychologischen Tests. Studienpopulation: Erwachsene (>18 Jahre) Patienten, bei denen mindestens 5 Jahre zuvor ein histologisch bestätigtes Oligodendrogliom mit IDH-Mutation und lp/19q-Co-Deletion diagnostiziert wurde. Zielstichprobengröße: insgesamt 200 Patienten. Wir gehen davon aus, dass etwa 35 Zentren teilnehmen werden, womit sich die erwartete Zahl der Patienten pro Zentrum auf 6 erhöht. Ergebnisse: Informationen zu Krankheit und Behandlung (Krankenakten), gesundheitsbezogener Lebensqualität, Stimmung, Müdigkeit, subjektiver neurokognitiver Funktion (patientenberichtete Endpunkte) und objektiver neurokognitiver Funktion (neuropsychologische Tests).

IMPROVE

Verbesserung des funktionellen Ergebnisses bei Patienten mit neu diagnostiziertem Gliom Grad II oder III mit Co-Deletion von 1p/19q - Improve Codel: die NOA-18 Studie

EudraCT Nummer: 2018-005027-16

Eine sehr einfache und reproduzierbare Testung für die Kodeletion der Chromosomen 1p und 19q im Tumorgewebe erlaubt die Identifizierung der prognostisch günstigsten Gruppe von Patienten mit WHO-Grad II und III-Gliomen. Diese Patienten haben in für die WHO-Grade separierten Studien einen Überlebensvorteil für eine Radiochemotherapie mit PCV gegenüber einer alleinigen Radiotherapie gezeigt. Aktualisierte molekulargenetische Untersuchungen lassen eine biologische Differenzierung zwischen WHO-Grad II und III-Gliomen nicht mehr zu, so dass für die vorliegende Studie als molekulares Eingangskriterium ein WHO-Grad II oder III-Gliom mit Isozitratdehydrogenase (IDH)-Mutation und 1p/19q-Kodeletion eingesetzt wird.

Dies entspricht den im Mai 2016 publizierten Grundlagen der Revision der vierten Auflage der WHO-Klassifikation für Hirntumore (Louis et al, Acta Neuropathologica 2016). Die WHO-Klassifikation stellt einen Grundpfeiler des aktuellen Studienkonzeptes dar. 2016 durchgeführte Subgruppenanalysen aus der NOA-04-Studie legen nahe, dass eine Temozolomid-Behandlung mit einer Behandlung mit PCV ausgerechnet in der prognostisch günstigsten Subgruppe und damit im Studienkollektiv der NOA-18-Studie unterlegen zu sein scheint.

Die Wertigkeit von PCV gegenüber PCV + Radiotherapie wurde niemals randomisiert untersucht. Im internationalen Kontext wird der Versuch, eine Nichtunterlegenheit einer PCV-Chemotherapie gegenüber einer Kombination aus PCV und Radiotherapie zu zeigen, äußerst kritisch beurteilt. Dieses Konzept wird von der französischen Studiengruppe der ANOCEF (POLCA) verfolgt. Nach Absprachen mit dieser Studiengruppe im Januar 2016 haben wir uns zur Vermeidung von Duplizierung der Studie, aber insbesondere aus inhaltlichen Erwägungen gegen einen Wechsel von Temozolomid zu PCV entschieden. Die alleinige Verwendung von Temozolomid war in der deutschen Studiengruppe aber auch nicht mehr mehrheitsfähig. Aus diesem Grund haben wir die Medikamenten-Kombination aus CCNU (Lomustin) und Temozolomid, das eine Wirkähnlichkeit mit Procarbazin besitzt, als Kombination für die experimentelle Intervention festgelegt. Diese Kombination wird in der ebenfalls vom BMBF geförderten CETEG-Studie, die von Prof. Herrlinger aus Bonn geleitet wird, eingesetzt.

Ziel der NOA-18 Studie ist es, eine Überlegenheit einer initialen Temozolomid plus CCNU Chemotherapie gefolgt von einer Teilhirnbestrahlung plus PCV bei Progression gegenüber einer Radiochemotherapie mit PCV im Gesamtüberleben ohne dauerhafte funktionelle Verschlechterung zu zeigen. Die Studie befindet sich in der späten Konzeptionsphase und wird demnächst bei den Behörden zur Begutachtung eingereicht.

EOBGM1_Rosalie

Multizentrische, offene, first-in-human, lb/Ila-Studie der Phase lb/Ila von E02401, mit einem neuartigen therapeutischen Multipeptid-Impfstoff, mit und ohne PD-1-Kontrollpunkt-Inhibitor, nach Standardbehandlung bei Patienten mit fortschreitendem Glioblastom.

EudraCT Nummer: 2018-002279-16

Gegenwärtig sind die therapeutischen Modalitäten aufgrund des aggressiven Charakters des Glioms insgesamt nicht ausreichend, um die hochgradige Gliomprogression zu kontrollieren. Eine chirurgische Resektion ist nicht immer möglich, und ein erneutes Wachstum der Tumore sowie eine akute Morbidität sind wahrscheinlich. Die Strahlentherapie weist eine hohe Toxizität auf, und rückläufige Rezidive bergen aufgrund des Verlusts des Neurogenerationspotenzials ein höheres Risiko. Obwohl die Chemotherapie nachweislich die Prognose und den Zeitpunkt der Progression verbessert, hat diese Behandlungsmodalität wichtige Nachteile. Zu den Hauptproblemen gehören die Umgehung der Blut-Hirn-Schranke, Wechselwirkungen mit Antiepileptika, Therapieresistenz, wiederkehrende Tumore und intrinsische Faktoren. Enterome entwickelt einen innovativen, mikrobiombasierten Ansatz für die Entwicklung therapeutischer Krebsimpfstoffe. E02401 ist ein therapeutischer Multikomponenten-Peptidimpfstoff, der als Monotherapie und in Kombination mit Nivolumab verabreicht werden soll, um die Sicherheit und Verträglichkeit zu beurteilen und vorläufige Wirksamkeitsdaten bei Patienten mit progressivem Glioblastom (GB) zu generieren.

AGIOS 881

Eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Phase-3-Studie mit AG-881 bei Patienten mit Residual- oder rezidivierenden Gliomen des Grades 2 mit einer IDH1- oder IDH2-Mutation.

EudraCT Nummer: AG881-C-004

Das primäre Ziel der Studie ist der Nachweis der Wirksamkeit von AG-881 auf der Grundlage des radiologischen progressionsfreien Überlebens (PFS) pro verblindeter unabhängiger Prüfungskommission (BIRC) im Vergleich zu Placebo bei Probanden mit Residual- oder rezidivierenden Oligodendrogliomen des Grades 2 und Astrozytomen mit einer IDH1- oder IDH2-Mutation, die sich als einzige Behandlung einer Operation unterzogen haben..

INTERCEPT H3

A MultIceNTer PhasE I VaCcine Trial to Exploit NeoePitope-Specific T Cells for the Treatment of H3-Mutated Gliomas

EudraCT Nummer: 2018-002874-40

Die klinische Studie wird sich primär mit der Sicherheit und sekundär mit der Immunogenität eines H3K27M-spezifischen Impfstoffs in Kombination mit dem humanen Anti-PD-L1-Kontrollpunkt-Inhibitor Atezolizumab bei einer seltenen Krankheit mit schlechter Prognose befassen. Aufgrund der Seltenheit der Krankheit werden 15 Patienten rekrutiert, um die Sicherheit, definiert als regimebegrenzende Toxizität (RLT), mit einer angemessenen Sicherheit von 95% zu bestimmen. Die Immunogenität wird anhand patientenspezifischer T-Zell-Antworten beurteilt.


Abgeschlossene Studien nach Erkrankung

Glioblastom

GLARIUS-Studie

GLARIUS-Studie: Bevacizumab/Irinotecan-Therapie vs. Standard-TMZ-Therapie in der Primärtherapie von Patienten mit neudiagnostiziertem MGMT-nichmethyliertem Glioblastom

Randomisierte Phase II-Studie zur Bevacizumab/Irinotecan-Therapie vs. Standard-TMZ-Therapie in der Primärtherapie von Patienten mit neudiagnostiziertem MGMT-nichmethyliertem Glioblastom. Status der Studie 07/2014: Studie abgeschlossen, Nachbeobachtung abgeschlossen. Sponsor: Roche. EudraCT-Nr.: 2009-010390-21

In der Glarius-Studie erfolgte eine 2:1-Randomisierung zwischen dem experimentellen Arm (Bevacizumab + Irinocetan (BEV/IRI)) vs. dem Standardarm mit Temozolomidtherapie nach Stupp-Schema. Da die Studie nur Patienten mit nichtmethyliertem MGMT-Promotor (Ratio < 0.6) aufnahm und Temozolomid in dieser Population allenfalls nur sehr gering wirksam ist, konnte auf eine Temozolomidtherapie im experimentellen Arm verzichtet werden. Von Juni 2010 bis August 2012 wurden 182 Patienten in 22 deutschen Zentren rekrutiert. Die Auswertung des primären Endpunkts (PFS-6) und wesentlicher sekundärer Endpunkte (PFS, OS, Lebensqualität) ist erfolgt und publiziert. (Schaub et al., J Cancer Res Clin Oncol. 144(8):1581-1589, 2018). Es zeigte sich kein signifikanter Unterschied im Tumorprogress der beiden Behandlungsarme bei Patienten mit nicht methyliertem Glioblastom.

Publikation: Zur Glarius-Studie

CeTeG-Studie, NOA-09

CeTeG-Studie, NOA-09: Kombinierte CCNU/Temozolomid-Therapie vs. Standard Temozolomid-Therapie in der Primärtherapie von Patienten mit neudiagnostiziertem MGMT-methyliertem Glioblastom

Randomisierte Phase III-Studie zur kombinierten CCNU/Temozolomid (TMZ)-Therapie vs. Standard Temozolomid-Therapie in der Primärtherapie von Patienten mit neudiagnostiziertem MGMT-methyliertem Glioblastom. Rekrutierung abgeschlossen (04/2014), 141 Patienten rekrutiert. EudraCT-Nummer: 2009-011252-22

Die CeTeG-Studie untersucht, ob zusätzlich zu einer Standard-Radiotherapie eine kombinierte CCNU/TMZ-Therapie einer Standard-TMZ-Therapie (Stupp-Schema) bezüglich des Gesamtüberlebens überlegen ist. Eingeschlossen wurden nur Patienten, bei denen ein methylierter MGMT-Promotor im Tumor nachgewiesen werden konnte. Dies beruht darauf, dass in einer einarmigen Vorstudie (UKT-03, Glas et al., J Clin Oncol 27:1257-1261, 2009) nur in dieser Subgruppe Hinweise für eine Effektivität der Kombinationstherapie gefunden wurden. Von 06/2011 bis 08/2014 wurden 141 Patienten in 17 deutschen Zentren eingeschlossen (1:1 Randomisierung).

Die Ergebnisse der CeTeG-Studie wurden auf dem SNO Kongress vorgestellt und bestätigen die in der zuvor durchgeführten, Phase-II-Studie gezeigte Effektivität und Verträglichkeit der kombinierten Chemotherapie aus CCNU und Temozolomid

APG 101-Studie

APG 101-Studie Therapie mit dem CD95-Rezeptor Blocker APG101 plus Re-Bestrahlung versus Re-Bestrahlung alleine in der Behandlung von Patienten mit erstem oder zweitem Progresse eines Glioblastoms.

Randomisierte, offene, multizentrische Phase II Studie mit APG101 (wöchentlich) plus Re-Bestrahlung versus Re-Bestrahlung alleine in der Behandlung von Patienten mit erstem oder zweiten Progress eines Glioblastoms. Rekturierung abgeschlossen. 5 Patienten rekrutiert. Hauptsponsor Apogenix GmbH. EudraCT-Nummer: 2009-013421-42

In der Studie wurde die Verträglichkeit des CD95-Rezeptor-Blockers APG101 untersucht. Dabei wurden Patienten mit Rezidivglioblastom entweder mit einer erneuten Bestrahlung und einmal wöchentlicher APG101-Gabe oder mit ausschließlicher Strahlentherapie behandelt. Die Inhibition der CD95 Signalkaskade in Kombination mit Strahlentherapie scheint ein innovatives Therapiekonzept welches in zukünftigen klinischen Studien und weiteren wissenschaftlichen Arbeiten weiterentwickelt und genauer untersucht werden wird (Wick et al., Clin Cancer Res. 20(24):6304-13, 2014).

INTRAGO-I-Studie

INTRAGO-I-Studie: Dosiseskalationsstudie zur additiven intraoperativen Bestrahlung bei Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom

Monozentrische, prospektive, offene, einarmige Dosiseskalationsstudie zur additiven intraoperativen Bestrahlung bei Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom. Rekrutierung abgeschlossen, 15 Patienten rekrutiert.

Mit der Einführung sphärischer Bestrahlungsgeräte wie dem Intrabeam® System (Carl-Zeiss Meditec AG, Oberkochen, Deutschland), können selbst komplexe Hohlräume während IORT adäquat mit Bestrahlung abgedeckt werden. Es konnte die Sicherheit der intraoperativen Radiotherapie bei Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom zusätzlich zur leitliniengerechten Behandlung bestätigt werden (Giordano et al., Neurosurgery 2018; Giordano et al., BMC Cancer 2014). Basierend auf dem erfolgreichen Abschluss der Phase I/II klinischen Studie wurde eine größere Phase III Studie initiiert, die aktuell Patienten rekrutiert.

Glioblastomrezidiv

NOA-12 Studie

NOA-12 Studie: Kombinationstheorie mit BIBF1120, einem Inhibitor für VEGFR2, FGFR und PDGFR und Re-Bestrahlung für Patienten mit dem ersten oder zweiten Progress eines Glioblastoms

Multizentrische, prospektive, offen randomisierte, zweiarmige Studie für Patienten mit erstem oder zweitem Glioblastomrezidiv wird die Kombinationstherapie mit BIBF1120 und Re-Bestrahlung mit der alleinigen Re-Bestrahlung verglichen. 19 Patienten rekrutiert. Rekrutierung abgeschlossen EudraCT-Nummer: 2011-000921-61

Die NOA-12 / NONK-03-Studie untersucht nach einer unizentrischen Phase I, in der die maximal tolerierte Dosis des Multityrosinkinaserezeptorinhibitors BIBF1120 (Inhibitor für VEGFR2, FGFR und PDGFR) zusätzlich zu einer Re-Bestrahlung festgelegt wurde, in einer multizentrischen Phase II Studie prospektiv und randomisiert die Frage, ob eine Kombinationstheorie mit BIBF1120 (Inhibitor für VEGFR2, FGFR und PDGFR) und Re-Bestrahlung mit 18 x 2,4 Gy für Patienten mit dem ersten oder zweiten Progress eines Glioblastoms ein günstiges Signal für die Progressionsfreiheit nach sechs Monaten ergibt. Im Kontrollarm erfolgt eine alleinige Re-Bestrahlung mit 18 x 2,4 Gy. In der geplanten Zwischenanalyse nach Beobachtung von 19 Patienten im experimentellen Arm über einen Zeitraum von sechs zeigte sich keine Verbesserung des Tumorprogression, im Vergleich zum Kontrollarm, so dass die Studie vorzeitig beendet wurde. Die Auswertung und Publikaton werden erwartet.

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