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Lebermetastasen

Lebermetastasen sind nicht zu verwechseln mit einem Erstauftritt von Krebszellen in der Leber. Diese primären Leberkarzinome (wie das "Hepatozelluläre Karzinom" oder das "Cholangiozelluläre Karzinom") kommen im Vergleich zu Lebermetastasen eher seltener vor. In den häufigsten Fällen entstehen Lebermetastasen durch Darmkrebs, Brustkrebs, Lungenkrebs, Magenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs oder Speiseröhrenkrebs. Ist die Tumorerkrankung in diesen Bereichen fortgeschritten, lösen sich Tumorzellen ab und siedeln sich oft in der Leber an.

Lebermetastasen Symptome

Lebermetastasen

Lebermetastasen weisen sehr spät Symptome auf, die außerdem sehr unspezifisch sind. Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Durchfälle und ein starker Gewichtsverlust in kurzer Zeit können auf Lebermetastasen hinweisen. Bei Schmerzen im rechten Oberbauch könnte es sich um den sogenannten Leberkapselschmerz handeln – hervorgerufen durch das Tumorgewebe, das die aus Bindegewebe bestehende, schmerzempfindliche Außenhülle der Leber (Leberkapsel) dehnt. Trotz Lebermetastasen arbeitet die Leber eine ganze Zeit lang normal. Erst bei starker Schädigung der Leber mit daraus folgenden Stoffwechselstörungen entsteht eine Gelbfärbung von Haut und Augen mit Juckreiz oder Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum. Der Patient kann sich dann immer schlechter konzentrieren und neigt zu Müdigkeit. Blutgerinnungsstörungen zeigen sich durch vermehrte Einblutungen unter der Haut. Im fortgeschrittenen Stadium fällt der Blutdruck oft stark ab und die Atmung beschleunigt sich, woraufhin ein Leberversagen bis zum Koma führen kann.

Lebermetastasen „Downsizing“

Lebermetastasen galten lange als inoperabel. Um das zu ändern hat sich das Zentrum für Metastasen- und Tumorrezidivchirurgie auf eine minimalinvasive und komplikationsarme Operation von Metastasen spezialisiert. Diese Operation wird in vielen Fällen von einer Chemotherapie begleitet. Die Kombination dieser Behandlungsmethoden ist oft nötig, da Lebermetastasen auf eine fortgeschrittene Krebserkrankung hinweisen. Um diesem Umstand gerecht zu werden, arbeiten im Zentrum für Metastasen- und Tumorrezidivchirurgie zahlreiche Disziplinen der Krebsmedizin des Universitätsklinikums Mannheim zusammen. Die Chemotherapie kann die Lebermetastasen verkleinern, um eine anschließende Operation zu erleichtern („Downsizing“), beziehungsweise weniger Lebergewebe entfernen zu müssen.

Lebermetastasen Operation

Ob eine Operation bei Lebermetastasen bei einem Patienten erfolgversprechend sein kann, beurteilen die Ärzte der verschiedenen Fachrichtungen gemeinsam im regelmäßig stattfindenden Metastasenboard des Interdisziplinären Tumorzentrums (ITM). Das in der Leberchirurgie hoch spezialisierte Team um Prof. Dr. C. Reißfelder und PD Dr. Nuh Rahbari kann dabei auf alle modernen Verfahren zurückgreifen um die Leber von den Metastasen zu befreien.

Je nach Lage der Lebermetastasen kann die Operation auch in mehrere Teilschritte untergliedert werden, damit eine Tumorfreiheit erlangt wird. Ein Großteil der Operationen an der Leber wird in Mannheim mit der minimal-invasiven Technik durchgeführt. Dadurch erholt sich der Patient schneller und hat keine große Narbe, die über den gesamten Bauch geht - sondern nur mehrere kleine Einschnitte am Bauch. Sogar Entfernungen einer halben Leber werden mit dieser modernen Technik durchgeführt.

Am Universitätsklinikum Mannheim sind die Operationssäle mit radiologischer Bildgebung ausgestattet, sodass die Daten schneller vorliegen. Wird die Leber durch die Operation nur leicht beeinträchtigt, erholt sie sich vergleichsweise gut und bildet das entnommene Gewebe nach. Begünstigend ist ebenfalls, dass die Leber in eigenständige Lebersegmente eingeteilt ist. Jedes einzelne Segment wird von einem Gallengangsast, einem Pfortaderast und einem Ast der Leberarterie versorgt. Entfernt man ein Segment, werden die restlichen Segmente nicht beeinträchtigt.

Abgesehen vom Zustand der Leber und der Lage, Größe und Anzahl der Lebermetastasen spielen viele weitere Kriterien eine Rolle bei der Entscheidung für oder gegen eine Operation. Einen großen Ausschlag geben Art, Lage und Verlauf des Ursprungstumors. Die Krebsspezialisten berücksichtigen bei der Bewertung außerdem weitere Metastasen im Körper sowie die Verlaufsprognose der Krebserkrankung und den Gesamtgesundheitszustand des Patienten.

Lebermetastasen: Weitere Unterstützung

Im gesamten Krankheitsverlauf stehen den Patienten im Universitätsklinikum Mannheim nicht nur ausgezeichnete Mediziner sondern auch Psychoonkologen, Onkologische Fachkrankenpfleger sowie Kollegen und Kolleginnen vom Sozialdienst zur Seite.

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