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Harnblasenkrebs

Anatomie und Funktion des Harntraktes

Die Nieren sind paarig angelegt und befinden sich im hinteren Bauchraum, neben der Wirbelsäule circa auf Höhe des zweiten Lendenwirbelkörpers unterhalb des Zwerchfells. Der Körper scheidet unter anderem Wasser und Abbauprodukte über den Urin aus, welcher im Nierengewebe gebildet und in das Hohlsystem der Nieren (das sogenannte Nierenbeckenkelchsystem) abgeleitet wird. Hiervon gehen die Harnleiter ab und verlaufen fußwärts bis zu ihrer Mündung in die Harnblase im kleinen Becken. Die Harnblase dient als Urinreservoir und fasst, abhängig von Geschlecht und Anatomie zwischen 300 und 500 Milliliter Urin. Die Harnblase befindet sich, je nach Füllungsvolumen oberflächlich, oberhalb der Schambeinfuge und ist einfach zugänglich für Ultraschalluntersuchungen. Die Entleerung der Harnblase erfolgt über die Harnröhre. Der vorher beschriebene Organverbund wird auch als ableitende Harnwege zusammengefasst. Die ableitenden Harnwege sind mit einem Übergangsepithel, dem sogenannten Urothel ausgekleidet. Es wird zwischen dem oberen (Nierenbecken und Harnleiter) und dem unteren (Harnblase und Harnröhre) Harntrakt unterschieden.

Tumore der Harnblase

Während gutartige Tumore der Harnblase selten sind, gehört der Blasenkrebs zu den häufigsten bösartigen Tumoren des Menschen und stellt – nach dem Prostatakrebs - die zweithäufigste urologische Tumorerkrankung dar. Der größte Risikofaktor ist das Rauchen. Weiterhin spielen vererbte Faktoren und bestimmte Umweltgifte (z.B. Stoffe aus der petrochemischen Industrie) eine wichtige Rolle bei der Entstehung. Männer sind etwa zwei- bis dreimal so häufig betroffen wie Frauen.

Die allermeisten bösartigen Tumore gehen von der Schleimhaut - dem Urothel - aus und werden daher auch als Urothelkarzinome bezeichnet. Über 90 Prozent von ihnen entstehen in der Harnblase, die restlichen Tumore im oberen Harntrakt oder in der Harnröhre. Urothelkarzinome wachsen überwiegend oberflächlich und neigen dazu, nach Behandlung wiederzukehren. Dringt ein Urothelkarzinom in eine tiefere Gewebeschicht ein, spricht man von einem invasiv infiltrierenden Tumor. Als erstes Symptom eines bösartigen Harnblasentumors findet sich zumeist blutiger Urin. Oberflächliche Blasentumore können meist durch eine endoskopische (über die Harnröhre) Abtragung (Blasenkrebs Endoskopie) und eine anschließende Spülung der Harnblase mittels Chemotherapie oder Immuntherapie behandelt werden. Hier sind engmaschige Nachkontrollen bei Ihrem niedergelassenen Urologen notwendig. Bei invasiven Tumoren oder Tumoren der oberen Harnwege sind meistens größere Operationen notwendig.

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Uroonkologisches Zentrum für Prostatakrebs, Blasenkrebs, Nierenkrebs

Zertifiziertes Harnblasenkrebszentrum