Ablauf der Strahlentherapie bei Lungentumoren
Die Strahlentherapie bei Lungentumoren ist sorgfältig geplant und berücksichtigt die individuelle Situation sowie die natürliche Atembewegung. Ziel ist eine präzise, sichere und möglichst schonende Behandlung.
Erstgespräch und Therapieplanung
Zu Beginn findet ein ausführliches Gespräch statt, in dem die Erkrankung, das Behandlungsziel und das geplante Therapiekonzept erläutert werden. Dabei wird auch besprochen, ob die Strahlentherapie allein, in Kombination mit Chemotherapie oder ergänzt durch eine Immuntherapie durchgeführt wird.
Die Therapieentscheidung erfolgt interdisziplinär im Tumorboard.
Anschließend erfolgt eine Planungsuntersuchung, meist in Form einer Computertomographie, die die Grundlage für die weitere Behandlung bildet.
Bildgebung, Atembewegung und Lagerung
Da sich Lungentumoren mit der Atmung bewegen, wird diese Bewegung bereits bei der Planung berücksichtigt. Je nach individueller Situation kommen spezielle Atemtechniken, Oberflächen-Tracking oder atemgesteuerte Verfahren wie Active Breathing Control (ABC) zum Einsatz.
Für die Behandlung wird eine stabile Lagerung verwendet, die bei jeder Sitzung reproduzierbar eingestellt wird.
Tägliche Behandlung
Die Bestrahlung erfolgt in der Regel an mehreren Tagen pro Woche. Jede Sitzung dauert nur wenige Minuten und ist schmerzfrei.
Vor jeder Behandlung wird die korrekte Position mithilfe CBCT-Bildgebung überprüft, um eine hohe Genauigkeit sicherzustellen.
Besonderheiten bei stereotaktischer Strahlentherapie (SBRT)
Bei der stereotaktischen Strahlentherapie wird eine hohe Strahlendosis in wenigen Sitzungen verabreicht. Aufgrund der hohen Präzision ist eine exakte Lagerung und Kontrolle erforderlich.
Je nach Situation können offline- oder online-adaptive Bestrahlungsverfahren eingesetzt werden, um Veränderungen der Anatomie während der Behandlung zu berücksichtigen.
Diese Behandlungsform wird häufig bei kleinen, klar begrenzten Tumoren eingesetzt.
Kombination mit Chemotherapie
Wenn eine begleitende Chemotherapie vorgesehen ist, erfolgt diese in enger Abstimmung mit der Strahlentherapie. In ausgewählten Fällen wird die Behandlung zusätzlich durch moderne Immuntherapiekonzepte ergänzt. Ziel ist es, die Wirksamkeit der Bestrahlung zu erhöhen.
Die Behandlung wird dabei engmaschig überwacht, um Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Was Sie selbst beitragen können
- Ruhige und gleichmäßige Atmung während der Lagerung.
- Einhalten von Atemanweisungen, falls eine atemgesteuerte Bestrahlung eingesetzt wird.
- Tragen bequemer Kleidung im Brust- und Schulterbereich.
- Rückmeldung bei Atembeschwerden oder anderen Veränderungen.